Rippenmolch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pleurodeles waltl
- Ordnung: Schwanzlurche (Urodela)
- Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
- Gattung: Rippenmolche (Pleurodeles)
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, temporäre Tümpel, Zisternen
- Größe: 20–30 cm Gesamtlänge, in Ausnahmefällen bis 31 cm
- Gewicht: 40–90 g
- Lebenserwartung: In freier Wildbahn ca. 10–12 Jahre, in Gefangenschaft bis über 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Rippenmolch ist der größte in Europa vorkommende Molch und zugleich einer der größten rezenten Vertreter der Familie Salamandridae. Sein Körper ist kräftig gebaut, dorsoventral leicht abgeflacht und wirkt insgesamt gedrungen. Der Kopf ist breit und flach mit kleinen, nach oben gerichteten Augen ohne Augenlider. Die Haut ist warzig und drüsenreich, von graubrauner bis olivgrüner Grundfärbung mit unregelmäßig verteilten dunkleren Flecken. Die Bauchseite ist heller, oft gelblich bis cremefarben.
Ein auffälliges Merkmal sind die an den Körperflanken sichtbaren orangefarbenen bis rötlichen Punkte, die exakt den Stellen entsprechen, an denen die Rippenspitzen unter der Haut liegen. Diese Punkte bilden eine deutliche Reihe entlang jeder Körperseite. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient als Ruderorgan beim Schwimmen. Die Gliedmaßen sind relativ kurz mit je vier Zehen an den Vorder- und fünf Zehen an den Hinterfüßen. Im Gegensatz zu vielen anderen Molcharten entwickeln Rippenmolche keinen ausgeprägten Hautkamm während der Paarungszeit.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Pleurodeles waltl beschränkt sich auf die Iberische Halbinsel und Marokko. In Spanien besiedelt die Art weite Teile des zentralen und südlichen Landesgebiets, in Portugal kommt sie nahezu flächendeckend vor. In Nordafrika erstreckt sich das Areal über die Küstenregionen und das Hinterland Marokkos. Darüber hinaus existiert eine isolierte Population in der Umgebung von Ceuta.
Als Habitat bevorzugt der Rippenmolch stehende oder langsam fließende Gewässer in offenen bis halboffenen Landschaften. Typische Biotope sind Tümpel, Weiher, Bewässerungsgräben, Zisternen, Brunnenschächte und die Randzonen von Stauseen. Die Art zeigt eine ausgeprägte Toleranz gegenüber anthropogen veränderten Lebensräumen und besiedelt auch künstliche Gewässer wie Viehtränken oder Waschbecken im ländlichen Raum. Trockene, vegetationsarme Gebiete werden ebenso besiedelt wie lichte Korkeichenwälder, solange geeignete Gewässer vorhanden sind. Der Rippenmolch lebt überwiegend aquatisch und verlässt das Wasser in der Regel nur bei Austrocknung seines Wohngewässers oder zur Abwanderung in ein neues Habitat.
Ernährung
Der Rippenmolch ist ein opportunistischer Räuber, der ein breites Nahrungsspektrum nutzt. Zu seinen Beutetieren zählen Insektenlarven, Wasserasseln, Würmer, Schnecken, kleine Krebstiere und Kaulquappen. Größere Exemplare erbeuten gelegentlich auch kleine Fische oder junge Froschlurche. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend im Wasser durch schnelles Aufreißen des Mauls, wobei die Beute mit dem Unterdruck-Saugschnappen aufgenommen wird. An Land werden Regenwürmer, Nacktschnecken und Gliederfüßer gefressen. Die Tiere sind vorwiegend nachtaktiv und suchen in der Dämmerung und bei Dunkelheit nach Nahrung, wobei sie sich hauptsächlich auf ihren Geruchs- und Tastsinn verlassen.
Verhalten & Lebensweise
Der Rippenmolch verbringt den größten Teil seines Lebens im Wasser. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv und ruht tagsüber am Gewässergrund, unter Steinen oder in dichter Unterwasservegetation. Obwohl die Art keine Reviere im engeren Sinne verteidigt, können hohe Populationsdichten in einem einzelnen Gewässer auftreten, etwa in Zisternen oder Brunnen.
Bei Austrocknung des Wohngewässers gräbt sich der Rippenmolch in feuchten Boden ein oder sucht unter Steinen und Baumstämmen Unterschlupf. In dieser Ruhephase, die einer Sommerruhe (Ästivation) entspricht, kann er mehrere Monate überdauern, bis erneute Regenfälle die Gewässer wieder füllen. In Regionen mit milden Wintern bleibt die Art ganzjährig aktiv; in kühleren Höhenlagen kann eine kurze Winterruhe eintreten.
Gegenüber Fressfeinden setzt der Rippenmolch einen einzigartigen Verteidigungsmechanismus ein, der im Abschnitt „Besonderheiten" näher beschrieben wird.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung findet im Wasser statt, überwiegend im Zeitraum von Oktober bis Mai, wobei die Hauptaktivität in den kühleren und regenreichen Monaten liegt. Vor der Paarung zeigt das Männchen ein Balzverhalten, bei dem es das Weibchen umkreist, mit dem Kopf anstupst und sich schließlich unter das Weibchen schiebt. Die Befruchtung erfolgt intern über eine Spermatophore, die das Männchen auf dem Gewässergrund absetzt und die das Weibchen mit seiner Kloake aufnimmt.
Das Weibchen heftet die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen, Steine oder andere Unterwasserstrukturen. Ein Gelege umfasst 100 bis über 1.000 Eier, abhängig von Größe und Kondition des Weibchens. Die Embryonalentwicklung dauert bei Wassertemperaturen von 15–18 °C etwa zwei bis drei Wochen. Die schlüp