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Rosapelikan

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Taucher & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pelecanus onocrotalus
  • Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
  • Familie: Pelikane (Pelecanidae)
  • Gattung: Pelecanus
  • Lebensraum: Süßwasserseen, Flussdeltas, Lagunen und Feuchtgebiete
  • Größe: 140–180 cm Körperlänge, Flügelspannweite bis 360 cm
  • Gewicht: 5–15 kg, Männchen deutlich schwerer als Weibchen
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Rosapelikan gehört zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Sein Gefieder ist überwiegend weiß bis zartrosa, wobei die rosige Tönung besonders während der Brutzeit intensiver wird. Die Handschwingen und ein Teil der Armschwingen sind schwarz gefärbt, was im Flug ein auffälliges Kontrastmuster ergibt. Der massive, gerade Schnabel erreicht eine Länge von 30 bis 45 Zentimetern und trägt an der Unterseite einen dehnbaren Kehlsack, der als Fangwerkzeug beim Fischfang dient. Dieser Kehlsack ist gelblich bis orangefarben und kann ein Fassungsvermögen von bis zu 13 Litern haben.

Die Beine sind relativ kurz und kräftig, die vier Zehen durch Schwimmhäute verbunden – ein typisches Merkmal der Ruderfüßer. Die Augen sind von einem unbefiederten, rosafarbenen Hautring umgeben. Zur Balzzeit bildet sich auf der Stirn ein knollenartiger Höcker aus, der nach der Brutzeit wieder zurückgebildet wird. Jungvögel tragen ein graubraunes Gefieder, das sich über zwei bis drei Jahre allmählich in die adulte Färbung umwandelt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Rosapelikans erstreckt sich von Südosteuropa über Zentralasien bis nach Afrika. In Europa brütet die Art vor allem im Donaudelta in Rumänien, in Griechenland (Prespa-See, Kerkini-See) sowie vereinzelt in der Türkei. Große Populationen finden sich außerdem in Kasachstan, am Aralsee-Gebiet und in Pakistan. Die afrikanischen Bestände konzentrieren sich auf das Rift Valley in Ostafrika, den Tschadsee und verschiedene Feuchtgebiete in West- und Südafrika.

Als Habitat bevorzugt der Rosapelikan ausgedehnte, flache Süßwasser- und Brackwasserseen mit reichem Fischbestand. Flussdeltas, Überschwemmungsebenen und küstennahe Lagunen bieten ebenfalls geeignete Biotope. Entscheidend für die Habitatwahl sind ruhige, störungsarme Bereiche mit vegetationsfreien oder spärlich bewachsenen Inseln, die als Brutplätze dienen. Die europäischen und asiatischen Populationen sind Zugvögel, die im Winter nach Afrika oder Südasien ausweichen. Afrikanische Populationen sind überwiegend Standvögel oder Nomaden, die je nach Wasserstand und Nahrungsangebot zwischen verschiedenen Gewässern wechseln.

Ernährung

Die Nahrung des Rosapelikans besteht nahezu ausschließlich aus Fisch. Pro Tag benötigt ein adultes Tier etwa 900 bis 1.200 Gramm Fisch. Bevorzugt werden Arten mittlerer Größe, darunter Karpfen, Buntbarsche, Barsche und Welse, abhängig vom jeweiligen Gewässer. Gelegentlich werden auch Krebstiere und Amphibien aufgenommen.

Eine Besonderheit ist die kooperative Jagdtechnik: Rosapelikane fischen häufig in koordinierten Gruppen von zehn bis mehreren hundert Tieren. Dabei bilden sie eine hufeisenförmige oder lineare Formation auf der Wasseroberfläche und treiben Fischschwärme in Richtung Flachwasser, wo sie die Beute mit synchronem Eintauchen der Schnäbel abschöpfen. Der dehnbare Kehlsack fungiert dabei wie ein Kescher – das Wasser wird seitlich herausgepresst, der Fisch geschluckt.

Verhalten & Lebensweise

Rosapelikane sind ausgesprochen gesellige Vögel. Sie leben, brüten, jagen und rasten in großen Kolonien, die mehrere tausend Brutpaare umfassen können. Einzelgänger werden in freier Wildbahn selten beobachtet. Die Art ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit Nahrungssuche, Gefiederpflege und ausgedehntem Ruhen.

Im Flug nutzen Rosapelikane geschickt thermische Aufwinde, um in großen Höhen über weite Strecken zu segeln. V-förmige Flugformationen reduzieren den Energieaufwand beim Streckenflug. Auf dem Wasser wirken sie trotz ihrer Körpergröße erstaunlich manövrierfähig. An Land bewegen sie sich dagegen eher schwerfällig. Die innerartliche Kommunikation erfolgt vor allem über Körperhaltungen, Schnabelklappern und tiefe, grunzende Laute, die besonders in den Brutkolonien zu hören sind.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Region: In Europa fällt sie in die Monate April bis Juni, in Afrika richtet sie sich nach der Regenzeit. Die Balz umfasst ritualisierte Verhaltensweisen wie Schnabelaufreißen, Kopfschwenken und das gemeinsame Umherschreiten von Paaren. Rosapelikane führen eine saisonale Monogamie, das heißt, die Paarbindung besteht in der Regel für eine Brutsaison.

Das Nest wird am Boden auf flachen Inseln oder in dichtem Schilfbestand errichtet. Es besteht aus Zweigen, Gräsern und Schilf und wird von beiden Elternteilen gebaut. Das Gelege umfasst meist zwei, seltener drei Eier, die über einen Zeitraum von 29 bis 36 Tagen bebrütet werden. Beide Eltern wechseln sich beim Brüten und der Fütterung ab. Die Küken schlüpfen nackt und blind und sind in den ersten Lebenstagen vollständig auf die Wärmeregulation durch die Altvögel angewiesen.

Nach etwa zehn Tagen bildet sich ein weißes Daunenkleid. Mit r