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Schildzecke

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Tierart – Spinnentiere > Sonstige Spinnentiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ixodidae
  • Ordnung: Milben (Acari), Unterklasse Zecken (Ixodida)
  • Familie: Schildzecken (Ixodidae)
  • Gattungen (Auswahl): Ixodes, Dermacentor, Rhipicephalus, Amblyomma, Hyalomma
  • Lebensraum: Wälder, Wiesen, Buschland, Parks, Gärten – weltweit verbreitet
  • Größe: 1–4 mm (nüchtern), bis zu 30 mm (vollgesogen)
  • Gewicht: wenige Milligramm (nüchtern), bis ca. 3 g (vollgesogen)
  • Lebenserwartung: je nach Art 2–6 Jahre (gesamter Entwicklungszyklus)

Aussehen & Merkmale

Schildzecken gehören zu den Spinnentieren (Arachnida) und weisen den für diese Klasse typischen Grundbauplan auf: Adulte Tiere besitzen vier Beinpaare, Larven hingegen nur drei. Der Körper gliedert sich nicht wie bei Insekten in Kopf, Brust und Hinterleib, sondern besteht aus zwei verschmolzenen Abschnitten – dem Gnathosoma (Mundwerkzeuge) und dem Idiosoma (Rumpf).

Das namensgebende Merkmal der Familie ist das Scutum, ein festes, chitinhaltiges Rückenschild. Bei Männchen bedeckt es nahezu die gesamte Körperoberseite, bei Weibchen, Nymphen und Larven dagegen nur den vorderen Teil des Rückens. Dieser Unterschied ist funktionell bedeutsam: Das dehnbare Integument der Weibchen ermöglicht eine enorme Volumenzunahme während der Blutmahlzeit. Ein nüchternes Weibchen des Gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus) misst etwa 3–4 mm; vollgesogen kann es auf über 10 mm anschwellen und dabei sein Körpergewicht um das Hundertfache steigern.

Die Mundwerkzeuge bestehen aus dem Hypostom, einem mit Widerhaken besetzten Stechrüssel, sowie zwei seitlichen Cheliceren, die das Gewebe des Wirts aufritzen. Viele Arten sondern beim Stich einen Zement ab, der den Rüssel im Gewebe fixiert. Die Palpen – tastförmige Anhänge des Mundapparats – dienen der Orientierung bei der Wirtsfindung. Ein echtes Sehvermögen fehlt den meisten Gattungen; einige besitzen jedoch einfache Augen am Schildrand.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie der Schildzecken umfasst weltweit rund 700 beschriebene Arten. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den tropischen Regenwäldern bis in die gemäßigten Breiten; einzelne Arten kommen sogar in subarktischen Regionen vor. In Mitteleuropa sind etwa 20 Arten heimisch, darunter der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) als häufigste Art sowie die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und die zunehmend eingeschleppte Hyalomma-Zecke (Hyalomma marginatum).

Typische Habitate sind laubabwerfende Misch- und Laubwälder, Waldränder, hohes Grasland, Heiden und feuchte Wiesen. Entscheidend für das Vorkommen ist eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in der bodennahen Vegetationsschicht, da Schildzecken stark austrocknungsgefährdet sind. In urbanen Biotopen – Parks, Gärten, Friedhöfe – finden sie ebenfalls geeignete Bedingungen, sofern eine geschlossene Krautschicht vorhanden ist.

Ernährung

Sämtliche Entwicklungsstadien der Schildzecken sind obligate Ektoparasiten, die sich ausschließlich von Blut und Gewebsflüssigkeit ihrer Wirte ernähren. Das Wirtsspektrum ist breit: Larven saugen häufig an kleinen Säugetieren wie Mäusen und Igeln sowie an bodenbrütenden Vögeln, Nymphen befallen zusätzlich mittelgroße Säuger, und Adulte nutzen Großsäuger wie Rehe, Wildschweine, Hunde und den Menschen.

Eine Blutmahlzeit dauert je nach Stadium zwischen drei und zehn Tagen. Während des Saugakts unterdrücken Substanzen im Speichel der Zecke die Immunantwort des Wirts, hemmen die Blutgerinnung und wirken entzündungshemmend. Diese pharmakologisch aktiven Speichelkomponenten sind zugleich der Übertragungsweg für zahlreiche Krankheitserreger.

Verhalten & Lebensweise

Schildzecken sind keine aktiven Jäger. Die meisten Arten praktizieren das sogenannte „Questing": Sie klettern an Grashalmen oder niedrigen Sträuchern empor und strecken das vordere Beinpaar aus, an dem sich das Hallersche Organ befindet – ein spezialisiertes Sinnesorgan, das Kohlendioxid, Ammoniak, Buttersäure und Wärme detektiert. Streift ein potenzieller Wirt vorbei, klammert sich die Zecke fest.

Einige Gattungen wie Hyalomma verfolgen dagegen aktiv ihre Wirte über mehrere Meter – ein für Zecken ungewöhnliches Jagdverhalten. Die Aktivitätsperioden sind in Mitteleuropa bimodal verteilt, mit Maxima im Frühjahr (März bis Juni) und im Herbst (September bis November). Die Aktivität ist stark temperatur- und feuchtigkeitsabhängig; unter 7 °C stellen die meisten Arten ihre Wirtsuche ein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Schildzecken durchlaufen eine hemimetabole Entwicklung mit drei aktiven Stadien: Larve (sechsbeinig), Nymphe und Adulttier (jeweils achtbeinig). Zwischen jedem Stadium erfolgt eine Blutmahlzeit und eine anschließende Häutung. Die Paarung findet bei vielen Arten direkt auf dem Wirt statt, bei manchen auch in der Bodenstreu.

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