Schmuckbaumnatter
STierart – Reptilien > Schlangen – Nattern
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Chrysopelea ornata
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Nattern (Colubridae)
- Gattung: Schmuckbaumnattern (Chrysopelea)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder Süd- und Südostasiens
- Größe: 100–150 cm, selten bis 180 cm
- Gewicht: ca. 100–300 g
- Lebenserwartung: etwa 8–12 Jahre (in Gefangenschaft bis 15 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Die Schmuckbaumnatter gehört zu den auffälligsten Vertretern der Gattung Chrysopelea. Ihr schlanker, seitlich leicht abgeflachter Körper ist an ein Leben in den Baumkronen angepasst. Die Grundfärbung der glatten Schuppen variiert je nach Unterart und Herkunftsgebiet zwischen einem kräftigen Grün und einem gelblichen Grünton. Über den gesamten Rücken ziehen sich schwarze, blütenförmige Zeichnungselemente, die der Art ihren deutschen Namen eingetragen haben. Bei manchen Populationen tragen die schwarzen Schuppen zusätzlich rote oder orangefarbene Zentren, was das Muster besonders kontrastreich erscheinen lässt.
Der Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt und relativ flach. Die großen Augen mit runden Pupillen deuten auf eine überwiegend tagaktive Lebensweise hin und ermöglichen gutes räumliches Sehen – ein Vorteil beim Abschätzen von Distanzen zwischen Ästen. Die Bauchschuppen (Ventralia) sind an den Rändern leicht nach außen gewinkelt und bilden eine kantige Kante, die der Schlange zusätzlichen Halt beim Klettern auf Baumrinde verleiht.
Als opisthoglyphe (trugnatternähnliche) Schlange besitzt Chrysopelea ornata im hinteren Bereich des Oberkiefers vergrößerte, gefurchte Zähne, über die beim Zubeißen ein mildes Gift in die Beute eingeleitet wird. Für den Menschen ist dieses Gift ungefährlich und verursacht allenfalls leichte lokale Schwellungen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Schmuckbaumnatter erstreckt sich von Sri Lanka und der indischen Halbinsel über Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam bis in den malaiischen Archipel, einschließlich der Philippinen und Teile Indonesiens. Innerhalb dieses großen Areals werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter C. o. ornata (Sri Lanka, Südindien) und C. o. ornatissima (Festland-Südostasien).
Das bevorzugte Habitat sind tropische Regenwälder, lichte Monsunwälder, Sekundärwälder und Waldrandgebiete. Die Art zeigt jedoch eine hohe Anpassungsfähigkeit und dringt regelmäßig in menschliche Siedlungsbereiche vor. In Gärten, auf Plantagen, in Parks und selbst an Hauswänden werden Schmuckbaumnattern regelmäßig beobachtet. In der Vertikalen besiedeln sie vorwiegend die mittleren und oberen Baumschichten, kommen aber gelegentlich auch auf den Boden herab.
Ernährung
Die Schmuckbaumnatter ernährt sich hauptsächlich von kleinen Echsen, insbesondere Geckos und Skinken, die in ihrem arborikolen Biotop reichlich vorhanden sind. Daneben stehen Frösche, kleine Vögel, Vogeleier, Fledermäuse und gelegentlich kleine Nagetiere auf dem Speiseplan. Die Beute wird durch schnelles Zupacken ergriffen und durch mehrfaches Zubeißen mit den hinteren Fangzähnen mit Gift versetzt. Dieses wirkt bei kleinen Beutetieren lähmend und erleichtert das Verschlingen. Wie alle Schlangen verschlingt C. ornata ihre Nahrung im Ganzen, wobei die lose verbundenen Unterkieferhälften ein weites Aufsperren des Mauls ermöglichen.
Verhalten & Lebensweise
Schmuckbaumnattern sind vorwiegend tagaktiv, zeigen aber in besonders heißen Regionen auch dämmerungsaktive Phasen. Sie leben einzelgängerisch und beanspruchen individuelle Streifgebiete in den Baumkronen, die sie regelmäßig nach Nahrung absuchen. Bei Störungen fliehen sie bevorzugt nach oben in dichtes Blattwerk oder nutzen ihre Gleitflugtechnik, um sich rasch in Sicherheit zu bringen.
Die Fortbewegung im Geäst erfolgt erstaunlich schnell. Die kantigen Bauchschuppen greifen dabei wie kleine Haken in die Rindenstruktur. Am Boden bewegen sich Schmuckbaumnattern in typischer Seitenwindertechnik oder lateraler Undulation.
Die wohl spektakulärste Verhaltensweise ist der sogenannte Gleitflug: Die Schlange springt von einem erhöhten Punkt ab, flacht ihren Körper durch Spreizen der Rippen stark ab und bildet so eine konkave Unterseite, die als Tragfläche dient. Durch wellenförmige Bewegungen des gesamten Körpers in der Luft kann sie Richtung und Neigungswinkel steuern. Auf diese Weise überbrückt C. ornata Distanzen von bis zu 30 Metern horizontal, bei Höhenverlusten, die deutlich geringer ausfallen als bei einem freien Fall. Von allen fünf Arten der Gattung Chrysopelea gilt die nahe verwandte Paradiesschmuckbaumnatter (C. paradisi) als die geschickteste Gleiterin, doch auch C. ornata beherrscht diese Technik sehr gut.
Fortpflanzung & Aufzucht
Chrysopelea ornata ist ovipar, legt also Eier. Die Paarungszeit fällt in den meisten Teilen des Verbreitungsgebiets in die Trockenzeit oder den Übergang zur Regenzeit. Bei der Balz verfolgt das Männchen das Weibchen durch das Geäst, wobei es dessen Körper mit der Schnauze und dem Kinn betastet. Die Kopulation findet in der Regel auf einem Ast statt und kann mehrere Stunden andauern.
Das Weib