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Schneefink

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Tierart – Vögel > Vögel – heimisch (weitere)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Montifringilla nivalis
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Sperlinge (Passeridae)
  • Gattung: Montifringilla
  • Lebensraum: Alpine Hochgebirgslagen oberhalb der Baumgrenze
  • Größe: 17–19 cm Körperlänge
  • Gewicht: 30–55 g
  • Flügelspannweite: 34–38 cm
  • Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre in freier Natur

Aussehen & Merkmale

Der Schneefink ist ein kräftig gebauter Sperlingsvogel, der deutlich größer als der verwandte Haussperling ausfällt. Sein Gefieder zeigt eine auffällige Dreifarbigkeit: Kopf und Nacken sind aschgrau, die Oberseite ist erdbraun mit dunkleren Federzentren, und die Unterseite erscheint weißlich bis cremefarben. Im Flug fallen sofort die breiten weißen Flügelbinden auf, die den Schneefinken unverwechselbar machen und ihm seinen Namen eingebracht haben. Der Schwanz ist weiß mit einem schwarzen Mittelstreif.

Der Schnabel zeigt einen jahreszeitlichen Farbwechsel: Während der Brutzeit ist er schwarz, im Winter färbt er sich gelblich mit dunkler Spitze. Die Beine sind schwarz und relativ kräftig. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur geringfügig – das Weibchen wirkt insgesamt etwas blasser und zeigt weniger Kontrast im Gefieder. Jungvögel ähneln den adulten Weibchen, besitzen jedoch ein insgesamt matteres Federkleid mit weniger deutlichen Flügelzeichnungen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Schneefinken erstreckt sich über die Hochgebirge Südeuropas und Zentralasiens. In Europa besiedelt er die Alpen, die Pyrenäen, den Apennin, die Karpaten sowie Teile des Balkans und der Kaukasusregion. In Asien reicht das Areal über den Iran, Afghanistan und den Himalaya bis in die Gebirge Zentralchinas.

Der bevorzugte Lebensraum liegt in der alpinen und nivalen Stufe zwischen 1.800 und 3.500 Metern Höhe, wobei einzelne Brutnachweise aus dem Himalaya bis auf über 5.000 Meter reichen. Der Schneefink gilt damit als einer der am höchsten brütenden Vögel Europas. Sein Habitat umfasst felsiges Gelände oberhalb der Baumgrenze mit Geröllfeldern, Gletschervorfeldern und alpinen Matten. Entscheidend für die Ansiedlung ist die Kombination aus Felsstrukturen oder Gebäuden als Nistplatz und offenen, kurzrasigen oder schneefreien Flächen zur Nahrungssuche.

In den Alpen ist der Schneefink ein regelmäßiger Brutvogel in der Schweiz, in Österreich, in Norditalien, in Südostfrankreich und im äußersten Süden Deutschlands. In Deutschland existieren wenige Brutpaare in den Bayerischen Alpen, etwa im Wettersteingebiet und in den Berchtesgadener Alpen.

Ernährung

Die Nahrung des Schneefinken setzt sich je nach Jahreszeit unterschiedlich zusammen. Im Sommer bilden Insekten und deren Larven die Hauptnahrungsquelle: Käfer, Schmetterlingsraupen, Heuschrecken, Fliegen und Spinnen werden von alpinen Wiesen und Schneefeldern aufgelesen. Der Schneefink nutzt dabei gezielt die Ränder schmelzender Schneefelder, wo durch die Schmelze freigelegte oder betäubte Insekten leicht zu erbeuten sind.

Im Winter verschiebt sich die Ernährung zunehmend in Richtung pflanzlicher Kost. Samen von Gräsern und alpinen Kräutern sowie Knospen ergänzen dann den Speiseplan. An Berghütten, Skiliftstationen und Gasthöfen nehmen Schneefinken bereitwillig menschliche Nahrungsreste an. Dieses Verhalten hat ihnen den Ruf als „Spatzen der Berge" eingebracht. Zur Fütterung der Nestlinge wird ausschließlich tierische Nahrung eingetragen, vorwiegend Insektenlarven und kleine Wirbellose.

Verhalten & Lebensweise

Der Schneefink ist tagaktiv und außerhalb der Brutzeit ausgesprochen gesellig. Im Herbst und Winter schließen sich die Vögel zu Trupps von 10 bis über 100 Individuen zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und in Felsnischen oder an Gebäuden kommunale Schlafplätze aufsuchen. Diese Schwärme durchstreifen ein ausgedehntes Gebiet, ohne ein festes Revier zu verteidigen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Hochgebirgsvögeln zieht der Schneefink im Winter in der Regel nicht in tiefere Lagen ab. Er verbleibt als Standvogel in seinem Brutgebiet, solange schneearme Stellen zur Nahrungssuche verfügbar sind. Nur bei extremen Wetterbedingungen mit geschlossener Schneedecke kommt es zu vertikalen Ausweichbewegungen in tiefere Täler. Einzelne Individuen wurden bei solchen Winterfluchten gelegentlich im Alpenvorland und sogar in der Ebene beobachtet.

Der Gesang des Männchens ist wenig melodisch – ein monotones, raues „tschirrr" oder „psittüüch", das von exponierten Felskuppen oder Dachfirsten vorgetragen wird. Der Ruf im Flug ist ein kurzes, helles „prrit".

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt je nach Höhenlage und Witterung zwischen April und Mai. Das Männchen balzt mit gespreizten Flügeln und gefächertem Schwanz, um die auffälligen weißen Gefiederpartien zur Geltung zu bringen. Schneefinken brüten in lockeren Kolonien, wobei die Nester einzelner Paare durchaus mehrere Hundert Meter voneinander entfernt liegen können.

Das Nest wird in Felsspalten, Mauerlöchern, unter Dachziegeln von Berghütten oder in Liftmasten angelegt. Es handelt sich um einen voluminösen, unordentlich wirkenden Bau aus Grashalmen, Moos, Wurzeln und Tierhaaren, dessen Mulde dicht mit Federn und Wolle ausgepol