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Seealgen

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Seealgen sind mehrzellige, im Meer wachsende Algenarten, die in der Tierernährung als pflanzliches Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden. Sie gehören zu den ältesten Organismen der Erde und werden seit Jahrhunderten in der Küstenlandwirtschaft als Futterzusatz genutzt. In der modernen Tierernährung haben Seealgen aufgrund ihres außergewöhnlich breiten Nährstoffprofils einen festen Platz als natürliche Mineralstoff- und Spurenelementquelle.

Die am häufigsten verwendeten Arten stammen aus der Gruppe der Braunalgen (Phaeophyceae), darunter Ascophyllum nodosum (Knotentang), Fucus vesiculosus (Blasentang) und verschiedene Kelp-Arten. Seltener kommen Grünalgen und Rotalgen zum Einsatz. Seealgen werden vorwiegend an den Küsten des Nordatlantiks, vor Norwegen, Island, Irland und der Bretagne geerntet, getrocknet und zu Mehl oder Granulat verarbeitet. Sie sind klar von Süßwasseralgen wie Spirulina oder Chlorella abzugrenzen, die zur Gruppe der Mikroalgen gehören.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Seealgen zeichnen sich durch ein ungewöhnlich dichtes Spektrum an Mineralstoffen, Spurenelementen und bioaktiven Substanzen aus. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Algenart, Herkunft, Erntezeitpunkt und Verarbeitung. Typische Analysewerte für getrocknetes Seealgenmehl (Ascophyllum nodosum) bewegen sich in folgenden Bereichen:

  • Rohprotein: 5–10 %
  • Rohfett: 1–4 %
  • Rohfaser: 5–10 %
  • Rohasche (Mineralstoffgehalt): 15–25 %
  • Jod: 200–1.000 mg/kg (stark schwankend)
  • Kalzium, Magnesium, Kalium, Natrium, Eisen, Zink, Mangan, Selen in relevanten Mengen
  • Vitamine: A, B-Komplex, C, E, K
  • Alginate, Fucoidane, Laminarin: bioaktive Polysaccharide mit präbiotischer Wirkung

Besonders hervorzuheben ist der hohe natürliche Jodgehalt, der Seealgen von nahezu allen anderen pflanzlichen Futtermitteln unterscheidet. Gleichzeitig liefern sie Aminosäuren, Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien, die zur Gesamtversorgung beitragen. Der vergleichsweise niedrige Proteingehalt macht deutlich, dass Seealgen kein Protein-Futtermittel, sondern ein mineralstoffreiches Ergänzungsfuttermittel darstellen.

Für welche Tiere geeignet?

Seealgen werden erfolgreich in der Ernährung zahlreicher Tierarten eingesetzt:

  • Hunde: Beliebter Zusatz im Rahmen von BARF-Rationen und selbst zusammengestellten Futterrationen. Unterstützt Fell- und Hautgesundheit, kann die Pigmentierung von Nase und Fell fördern.
  • Katzen: Grundsätzlich geeignet, jedoch ist wegen der geringeren Körpermasse besondere Vorsicht bei der Dosierung geboten – speziell hinsichtlich des Jodgehalts.
  • Pferde: Etabliertes Ergänzungsfuttermittel zur Mineralstoffversorgung, insbesondere bei jodarmem Grundfutter. Wird häufig zur Unterstützung von Hufwachstum und Fellwechsel eingesetzt.
  • Geflügel: In der Legehennenhaltung zur Verbesserung der Eischalenqualität und Dotterfarbe genutzt.
  • Rinder, Schafe, Ziegen: Traditionell in Küstenregionen als natürlicher Mineralstofflieferant in der Futterration verbreitet.

Nicht geeignet sind Seealgen für Tiere mit diagnostizierter Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), da der hohe Jodgehalt die Erkrankung verschlimmern kann. Bei Katzen mit Schilddrüsenproblemen ist eine tierärztliche Abklärung zwingend erforderlich.

Fütterungsempfehlung

Da Seealgen kein Alleinfuttermittel, sondern ein konzentriertes Ergänzungsfuttermittel sind, ist eine präzise Dosierung entscheidend. Überdosierung – insbesondere von Jod – kann zu Schilddrüsenstörungen führen. Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf getrocknetes Seealgenmehl mit einem durchschnittlichen Jodgehalt:

  • Hunde: ca. 0,2–0,5 g pro 10 kg Körpergewicht täglich, eingemischt in die reguläre Futterration
  • Katzen: ca. 0,1–0,2 g pro Tier und Tag – nur bei bekanntem Jodgehalt des Produkts dosieren
  • Pferde (500 kg): 15–25 g pro Tag, idealerweise über das Kraftfutter verteilt

Das Fütterungsintervall ist in der Regel täglich, wobei manche Tierernährungsberater eine kurweise Fütterung über sechs bis acht Wochen mit anschließender Pause empfehlen. Die Futtermenge sollte stets auf Basis des tatsächlichen Jodgehalts berechnet werden, der auf dem Produktetikett angegeben sein muss. Bei gleichzeitiger Gabe jodierter Mineralfuttermittel ist die Gesamtzufuhr zu berücksichtigen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Natürliche, gut bioverfügbare Quelle für Jod und zahlreiche Spurenelemente
  • Breites Mineralstoffspektrum in einem einzigen Futtermittel
  • Präbiotische Inhaltsstoffe (Alginate, Fucoidane) können die Darmgesundheit fördern
  • Positive Eff