Sellerie
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Definition & Überblick
Sellerie (Apium graveolens) ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die in der Tierernährung als pflanzliches Ergänzungsfuttermittel eine untergeordnete, aber durchaus sinnvolle Rolle spielt. In Mitteleuropa sind vor allem zwei Kulturformen verbreitet: der Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) mit seiner verdickten, stärkehaltigen Knolle und der Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce) mit seinen fleischigen Blattstielen. Beide Varianten lassen sich roh oder gekocht verfüttern und liefern wertvolle Nährstoffe bei gleichzeitig niedrigem Energiegehalt. Sellerie eignet sich nicht als Alleinfuttermittel, kann aber die tägliche Futterration verschiedener Tierarten bereichern – insbesondere als Rohfaser- und Vitaminquelle.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Sellerie besteht zu etwa 90–95 % aus Wasser, was ihn zu einem besonders kalorienarmen Futtermittel macht. Die Nährstoffzusammensetzung bezieht sich hier auf Stangensellerie je 100 g Frischmasse:
- Energie: ca. 15–20 kcal
- Protein: 0,7–1,0 g – gering, aber biologisch wertvoll durch essentielle Aminosäuren in Spuren
- Fett: 0,1–0,2 g – nahezu fettfrei
- Rohfaser: 1,5–2,0 g – fördert die Verdauung und unterstützt den physiologischen Zahnabrieb bei Nagern
- Kohlenhydrate: ca. 2–3 g, davon ein geringer Anteil Zucker
- Vitamine: Vitamin K (ca. 30 µg), Vitamin C (ca. 3–5 mg), Vitamin A als Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin B6
- Mineralstoffe: Kalium (ca. 260 mg), Natrium (ca. 80 mg), Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Ätherische Öle (u. a. Apiin, Limonen, Sedanolid), Flavonoide, Phthalide
Knollensellerie weist einen etwas höheren Kohlenhydratgehalt (ca. 5–7 g pro 100 g) und einen leicht gesteigerten Rohfaseranteil auf, ist aber ebenfalls kalorien- und fettarm. Der vergleichsweise hohe Natriumgehalt unterscheidet Sellerie von vielen anderen Gemüsesorten und sollte bei der Rationsgestaltung berücksichtigt werden.
Für welche Tiere geeignet?
Sellerie kann für eine Reihe von Tierarten als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden:
- Kaninchen: Stangensellerie ist hervorragend geeignet. Die faserige Struktur fördert den Zahnabrieb und die Darmperistaltik. Knollensellerie darf ebenfalls angeboten werden, sollte aber wegen des höheren Stärkegehalts in geringerer Menge gefüttert werden.
- Meerschweinchen: Gut geeignet, da Meerschweinchen – wie der Mensch – Vitamin C nicht selbst synthetisieren können. Der moderate Vitamin-C-Gehalt ergänzt die Futterration sinnvoll.
- Hamster, Degus, Chinchillas: In kleinen Mengen verträglich, jedoch aufgrund des Wassergehalts mit Vorsicht zu füttern. Zu viel Frischfutter kann bei diesen Tierarten Durchfall auslösen.
- Hunde: Stangensellerie eignet sich roh oder gekocht als kalorienarmer Snack, besonders für übergewichtige Tiere. Die Futtermenge sollte 5–10 % der täglichen Gesamtration nicht überschreiten.
- Katzen: Sellerie ist nicht giftig für Katzen, wird aber von den meisten Tieren aufgrund der ätherischen Öle abgelehnt. Manche Katzen reagieren auf Sellerie mit einer Art euphorischem Verhalten, ähnlich wie bei Katzenminze – dies ist harmlos.
- Schildkröten (Landschildkröten): Stangensellerie und Sellerieblätter dürfen gelegentlich angeboten werden. Knollensellerie ist wegen des Stärkegehalts weniger geeignet.
- Pferde: Sellerie kann als Leckerli in kleinen Mengen gegeben werden. Die ätherischen Öle können bei empfindlichen Pferden gelegentlich Magenreizungen verursachen.
Nicht geeignet ist Sellerie für Vögel der meisten Ziervogelarten (Wellensittiche, Nymphensittiche) – die faserigen Stränge können den Kropf verstopfen. Auch bei kleinen Reptilien und Amphibien ist Sellerie kein geeignetes Futtermittel.
Fütterungsempfehlung
Sellerie sollte stets als Bestandteil einer abwechslungsreichen Futterration verstanden werden, niemals als alleinige Nahrungsquelle. Die empfohlene Futtermenge variiert je nach Tierart:
- Kaninchen (2 kg Körpergewicht): 1–2 Stangen täglich, kombiniert mit anderen Gemüse- und Kräutersorten. Fütterungsintervall: täglich möglich.
- Meerschweinchen: 1–2 kleine Stücke (ca. 5–10 g) pro Tag als Teil der Frischfutterkomponente.
- Hamster: Maximal ein daumennagelgroßes Stück alle 2–3 Tage. Frischfutterreste nach wenigen Stunden entfernen.
- Hunde (mittelgroß, ca. 20 kg): 2–3 Stangen als Snack pro Woche, roh oder gedünstet. Bei erstmaliger Fütterung mit kleinen Mengen beginnen, um die Verträglichkeit zu prüfen.
- Landschildkröten: Gelegentlich ein bis zwei Blätter oder ein kleines Stangenstück pro Woche.