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Sifaka

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Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Propithecus (Gattung mit neun anerkannten Arten)
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Unterordnung: Feuchtnasenprimaten (Strepsirrhini)
  • Familie: Indriidae (Indri-Verwandte)
  • Lebensraum: Tropische Regen-, Trocken- und Dornwälder Madagaskars
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 42–56 cm, Schwanzlänge 42–56 cm
  • Gewicht: 3–7 kg je nach Art
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis 30 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Sifakas gehören zu den mittelgroßen Lemuren und zeichnen sich durch ein dichtes, seidiges Fell aus, dessen Färbung je nach Art erheblich variiert. Der Verreaux-Sifaka (Propithecus verreauxi) trägt ein überwiegend weißes Fell mit dunkelbraunem Scheitel und dunklen Flanken, während der Diademsifaka (Propithecus diadema) ein auffälliges Muster aus weißem, goldenem, grauem und schwarzem Fell zeigt. Der Coquerelsifaka (Propithecus coquereli) fällt durch kastanienbraune Flecken an Brust und Oberschenkeln auf weißem Grund auf.

Allen Arten gemeinsam sind ein rundlicher Kopf mit großen, nach vorn gerichteten Augen, die gutes räumliches Sehen ermöglichen, sowie eine kurze, breite Schnauze mit feuchter Nase – ein typisches Merkmal der Feuchtnasenprimaten. Die Hinterbeine sind deutlich länger und kräftiger als die Vorderbeine, was mit der spezialisierten Fortbewegungsweise zusammenhängt. Die Hände und Füße tragen lange, greiffähige Finger und Zehen mit Nägeln; nur die zweite Zehe besitzt eine sogenannte Putzkralle, die zur Fellpflege dient. Der lange Schwanz dient als Balancierhilfe, wird aber – anders als bei manchen südamerikanischen Affen – nicht als Greiforgan eingesetzt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Sifakas beschränkt sich ausschließlich auf Madagaskar. Die Gattung Propithecus hat dort verschiedene Waldtypen besiedelt. Die östlichen Arten wie der Diademsifaka und der Milne-Edwards-Sifaka (Propithecus edwardsi) bewohnen die feuchten tropischen Regenwälder der Ostküste in Höhenlagen von Meeresniveau bis über 1.500 Meter. Der Verreaux-Sifaka und der Coquerelsifaka besiedeln die trockenen Laubwälder und Dornbuschgebiete im Westen und Süden der Insel. Dieses Habitat ist durch ausgeprägte Trockenzeiten gekennzeichnet, an die sich die dort lebenden Populationen physiologisch und verhaltensbiologisch angepasst haben.

Die verschiedenen Arten zeigen wenig Überschneidung in ihren Verbreitungsgebieten. Ihre jeweiligen Biotope unterscheiden sich teils erheblich in Temperatur, Niederschlag und Vegetationsstruktur, was die ökologische Vielseitigkeit der Gattung unterstreicht.

Ernährung

Sifakas ernähren sich vorwiegend pflanzlich. Blätter machen bei den meisten Arten den Hauptanteil der Nahrung aus, ergänzt durch Früchte, Blüten, Knospen und Rinde. Die genaue Zusammensetzung der Nahrung variiert mit der Jahreszeit und dem verfügbaren Habitat. In den Trockenwäldern des Westens fressen Verreaux-Sifakas während der Regenzeit überwiegend junge Blätter und Früchte, während sie in der Trockenzeit auf reife Blätter und Rinde als Nahrungsquelle ausweichen müssen. Die östlichen Arten haben Zugang zu einem ganzjährig reicheren Nahrungsangebot und konsumieren einen höheren Anteil an Früchten und Samen.

Zur Verdauung der schwer aufschließbaren Blattnahrung besitzen Sifakas einen verlängerten Blinddarm, in dem Mikroorganismen die Zellulose fermentieren. Diese Anpassung erlaubt es ihnen, Nährstoffe aus einer Kost zu gewinnen, die für viele andere Primaten unzureichend wäre.

Verhalten & Lebensweise

Sifakas sind tagaktive Tiere, die in kleinen Gruppen von zwei bis dreizehn Individuen zusammenleben. Die Gruppenstruktur umfasst in der Regel mehrere Weibchen und Männchen mit deren Nachwuchs. Eine Besonderheit unter den Lemuren ist die soziale Dominanz der Weibchen: Sie haben Vorrang beim Zugang zu Nahrung und bestimmen die Gruppenbewegungen. Diese weibliche Dominanz ist bei madagassischen Primaten weit verbreitet, bei anderen Primatengruppen weltweit jedoch selten.

Die Gruppen besetzen feste Reviere, die durch Duftmarkierungen und Rufe gegenüber Nachbargruppen abgegrenzt werden. Der namensgebende Ruf „Schi-fak" dient als Alarmruf bei Bedrohung durch Raubfeinde wie die Fossa (Cryptoprocta ferox), Madagaskars größtes Raubtier, oder Greifvögel.

Die Fortbewegung der Sifakas ist höchst charakteristisch. In den Bäumen bewegen sie sich durch vertikales Klettern und Springen fort – eine Methode, die als „vertical clinging and leaping" bezeichnet wird. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen stoßen sie sich von einem Baumstamm ab und überbrücken Distanzen von bis zu zehn Metern in einem einzigen Sprung. Am Boden, den sie selten aufsuchen, bewegen sich Sifakas in einem auffälligen seitlichen Hüpfgang fort, bei dem sie die Arme seitlich ausgestreckt halten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit der Sifakas fällt artabhängig in die Monate Januar bis März. Weibchen sind nur an einem einzigen Tag pro Jahr empfängnisbereit, was die Reproduktionsrate stark begrenzt. Während der Paarungszeit kommt es zwischen den Männchen einer Gruppe zu verstärkter Konkurrenz um den Zugang zu den Weibchen. Nach einer