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Silage

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Silage ist ein durch Milchsäuregärung konserviertes Futtermittel, das aus frischen, pflanzlichen Rohstoffen unter Luftabschluss hergestellt wird. Der Prozess der Silierung zählt zu den ältesten und wirksamsten Methoden der Futterkonservierung in der Nutztierhaltung. Im Gegensatz zur Heubereitung, bei der das Futter durch Trocknung haltbar gemacht wird, bleibt bei der Silage ein deutlich höherer Anteil an Nährstoffen, Vitaminen und Energie erhalten.

Als Ausgangsmaterial dienen vor allem Gras (Grassilage), Mais (Maissilage), Luzerne, Klee, Getreide-Ganzpflanzen sowie verschiedene Zwischenfrüchte. Das frisch geerntete Pflanzenmaterial wird in Fahrsilos, Siloschläuchen oder als Ballensilage unter Luftabschluss verdichtet. Milchsäurebakterien vergären die im Pflanzenmaterial enthaltenen Zucker zu Milchsäure, wodurch der pH-Wert auf etwa 3,8 bis 4,5 sinkt. Diese Ansäuerung unterbindet das Wachstum von Fäulnis- und Schimmelpilzen und macht das Futter über Monate bis Jahre lagerfähig.

Silage stellt in vielen Betrieben das mengenmäßig wichtigste Grundfuttermittel dar und bildet die Basis der täglichen Futterration für Wiederkäuer. Sie ist als Einzelfuttermittel einzuordnen – nicht als Alleinfuttermittel, da sie in den meisten Fällen durch Kraft- und Mineralfutter ergänzt werden muss.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung von Silage variiert erheblich, je nach Ausgangskultur, Schnittzeitpunkt, Vegetationsstadium und Silierbedingungen. Nachfolgend die durchschnittlichen Richtwerte der beiden häufigsten Silagetypen (bezogen auf die Trockenmasse):

  • Grassilage (1. Schnitt, Beginn Ährenschieben): Trockenmasse 30–40 %, Rohprotein 13–17 %, Rohfaser 22–28 %, Rohfett 3–4 %, Rohasche 8–11 %, Energiegehalt 5,8–6,5 MJ NEL/kg TM
  • Maissilage (Teigreife): Trockenmasse 30–35 %, Rohprotein 7–9 %, Rohfaser 17–22 %, Rohfett 2,5–3,5 %, Stärke 25–35 %, Energiegehalt 6,4–7,0 MJ NEL/kg TM

Grassilage liefert vergleichsweise viel Protein und Rohfaser, während Maissilage sich durch ihren hohen Stärke- und Energiegehalt auszeichnet. An Mineralstoffen enthält Silage in der Regel Kalium, Calcium, Phosphor und Magnesium, wobei die Gehalte stark von der Düngung und der Bodenbeschaffenheit abhängen. Der Gehalt an Vitaminen – insbesondere Beta-Carotin (Provitamin A) und Vitamin E – ist in gut konservierter Silage deutlich höher als in Heu, nimmt jedoch mit zunehmender Lagerdauer ab. B-Vitamine werden teilweise während der Gärung durch Milchsäurebakterien neu gebildet.

Für welche Tiere geeignet?

Silage ist in erster Linie ein Futtermittel für Wiederkäuer. Ihr Einsatzbereich umfasst:

  • Rinder: Milchkühe, Mastrinder und Mutterkühe – Silage bildet hier häufig 50–80 % der Grundfutterration.
  • Schafe und Ziegen: Qualitativ hochwertige Silage ist gut geeignet, wobei Ballensilage und kurze Anschnittflächen bevorzugt werden sollten, um Nacherwärmung zu vermeiden.
  • Pferde: Silage wird kontrovers diskutiert. Heulage mit hohem Trockenmassegehalt (über 50 %) kann unter strengen Qualitätsauflagen verfüttert werden. Nasssilage mit niedrigem pH-Wert birgt ein erhöhtes Risiko für Botulismus durch Clostridium botulinum und ist für Pferde grundsätzlich ungeeignet.
  • Schweine: Grassilage kann in Freiland- und Biohaltung als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden, spielt mengenmäßig aber eine untergeordnete Rolle.
  • Geflügel, Kaninchen, Heimtiere: Für diese Tierarten ist Silage nicht geeignet.

Fütterungsempfehlung

Die tägliche Futtermenge richtet sich nach Tierart, Leistungsniveau, Körpergewicht und der Gesamtfutterration. Folgende Orientierungswerte gelten für die Praxis:

  • Milchkühe (650 kg LG): 25–45 kg Frischmasse Silage pro Tag, aufgeteilt auf mindestens zwei Fütterungsintervalle. Maissilage und Grassilage werden häufig als Mischration (TMR – Totale Mischration) kombiniert.
  • Mastrinder: 15–30 kg Frischmasse pro Tag, je nach Mastintensität und Lebendmasse.
  • Schafe und Ziegen: 3–6 kg Frischmasse pro Tag, abhängig von Trächtigkeits- und Laktationsstatus.
  • Pferde (nur Heulage, TM > 50 %): 1,5–2 kg Trockenmasse je 100 kg Körpergewicht, verteilt auf mindestens drei Fütterungsintervalle täglich.

Silage allein deckt bei Hochleistungstieren den Bedarf an Protein, Energie und Mineralstoffen nicht vollständig. Sie muss daher durch Kraftfutter, Mineralfutter und gegebenenfalls Eiweißergänzer ergänzt werden, um eine bedarfsgerechte Futterration sicherzustellen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Witterungsunabhängige Konservierung – im Gegensatz zur Heubereitung kein mehrtägiges Trockenwetter erforderlich
  • Geringere Nährstoffverluste als bei der Trocknung, insbesondere bei Vitaminen und leicht löslichen Kohlenhydraten