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Singsittich

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Psephotus haematonotus
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Unterfamilie: Plattschweifsittiche (Platycercinae)
  • Gattung: Psephotus
  • Lebensraum: Offene Graslandschaften, lichte Waldgebiete und Farmland im Inneren Australiens
  • Größe: 26–28 cm (einschließlich Schwanz)
  • Gewicht: 50–70 g
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Der Singsittich ist ein schlanker, mittelgroßer Sittich mit einem vergleichsweise langen, abgestuften Schwanz. Wie bei vielen Vertretern der Plattschweifsittiche ist der Geschlechtsdimorphismus deutlich ausgeprägt. Das Männchen zeigt ein leuchtend grünes Gefieder an Brust, Bauch und Rücken. Der Bürzel trägt einen auffälligen ziegelroten Fleck, der dem Vogel seinen wissenschaftlichen Artnamen haematonotus (griechisch-lateinisch: „Blutrücken") eingebracht hat. Die Flügel weisen ein blaugrünes Farbfeld auf der Oberseite und einen gelben Flügelstreif auf. Der Unterschwanz ist an der Basis gelblich gefärbt.

Das Weibchen ist insgesamt deutlich matter gefärbt. Das Gefieder erscheint olivgrün bis graugrün, der rote Bürzelfleck fehlt oder ist nur schwach angedeutet. Jungvögel ähneln den Weibchen und färben sich erst nach der ersten vollständigen Mauser im Alter von etwa sechs bis acht Monaten um. Der Schnabel beider Geschlechter ist dunkelgrau bis schwarz und relativ klein. Die Iris ist dunkelbraun, die Füße graubraun.

In Zuchtformen existieren zahlreiche Farbmutationen, darunter Lutino (gelb), Blau, Zimt und gescheckte Varianten, die in der Heimvogelhaltung verbreitet sind, in der Wildpopulation jedoch nicht auftreten.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Singsittichs erstreckt sich über weite Teile des südöstlichen und inneren Australiens. Der Vogel besiedelt vor allem das Murray-Darling-Becken und angrenzende Regionen in New South Wales, Victoria, South Australia und Queensland. Die Populationsdichte ist im Landesinneren höher als in Küstennähe.

Als Habitat bevorzugt der Singsittich offene, halbtrockene Landschaften. Typische Biotope sind lichte Eukalyptuswälder, Akazienbestände, Grasebenen sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Art profitiert von der Rodung geschlossener Waldgebiete und der Anlage von Viehweiden, da dadurch geeignete offene Flächen zur Nahrungssuche entstehen. Im Gegensatz zu vielen anderen australischen Papageienarten hat der Singsittich sein Verbreitungsgebiet durch die europäische Besiedlung Australiens eher ausgedehnt als verkleinert. In städtischen Parks und Gärten tritt er stellenweise ebenfalls auf.

Ernährung

Der Singsittich ernährt sich überwiegend von Grassamen verschiedener Arten. Er sucht seine Nahrung fast ausschließlich am Boden, wo er in kleinen Gruppen systematisch die Grasnarbe nach reifen Sämereien absucht. Neben Grassamen stehen Kräutersamen, junge Triebe, Blattgrün und gelegentlich Insekten auf dem Speiseplan. Die Insektennahrung spielt vor allem während der Brutzeit eine Rolle, da der erhöhte Proteinbedarf für die Eiproduktion und die Jungenaufzucht gedeckt werden muss.

In landwirtschaftlichen Gebieten kann der Singsittich gelegentlich an Getreidefeldern fressen, was ihm den Ruf eines geringfügigen Ernteschädlings eingebracht hat. Verglichen mit größeren Kakadu- oder Rosellaarten ist der wirtschaftliche Schaden jedoch minimal. In Gefangenschaft wird der Singsittich mit einer Mischung aus Grassamen, Hirse, Grünfutter und Keimfutter ernährt.

Verhalten & Lebensweise

Singsittiche sind tagaktive Vögel, die ihre Hauptaktivitätsphasen in den kühleren Morgen- und Abendstunden haben. Während der Mittagshitze ruhen sie im Schatten von Bäumen und Büschen. Außerhalb der Brutsaison leben sie in kleinen Gruppen von 5 bis 20 Individuen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und einen lockeren Schwarmverband bilden. Größere Ansammlungen von mehreren hundert Vögeln kommen an besonders ergiebigen Futterstellen oder Wasserstellen vor.

Seinen deutschen Namen verdankt der Singsittich seinem melodischen, wohlklingenden Gesang. Das Männchen singt von einer erhöhten Warte aus – etwa einem Zaunpfahl oder einem niedrigen Ast – eine Reihe klarer, flötender Töne. Dieser Gesang dient der Revierabgrenzung und der Anlockung eines Weibchens. Im Flug gibt die Art einen weichen, zweisilbigen Kontaktruf von sich, der die Schwarmkohäsion aufrechterhält.

Der Flusstil ist wellenförmig und schnell, mit abwechselnden Schlagflug- und Gleitphasen. Am Boden bewegt sich der Singsittich geschickt und flink, was seiner überwiegend terrestrischen Nahrungssuche entspricht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison erstreckt sich in Australien hauptsächlich von August bis Januar, kann aber bei günstigen Bedingungen auch außerhalb dieses Zeitraums stattfinden. Singsittiche sind Höhlenbrüter und nutzen natürliche Baumhöhlen, bevorzugt in abgestorbenen Eukalyptusstämmen, in einer Höhe von einem bis zehn Metern. Gelegentlich werden auch Hohlräume in Zaunpfählen oder Mauern angenommen.

Die Balz des Männchens umfasst Gesang, Kopfnicken und das Aufplustern des Gefieders in Gegenwart des Weibchens. Das Männchen