Sittich
STierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Diverse Gattungen (u. a. Melopsittacus, Nymphicus, Psittacula, Cyanoramphus, Pyrrhura)
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae) sowie Altweltpapageien (Psittaculidae)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Savannen, Buschland, Graslandschaften; einige Arten auch in gemäßigten Zonen
- Größe: Ca. 15–50 cm (je nach Art)
- Gewicht: Ca. 30–150 g (je nach Art)
- Lebenserwartung: 10–30 Jahre (artabhängig; in menschlicher Obhut teils länger)
Aussehen & Merkmale
Der Begriff „Sittich" ist keine exakte taxonomische Bezeichnung, sondern ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für eine Gruppe meist kleinerer bis mittelgroßer Papageien mit vergleichsweise schlankem Körperbau und in der Regel langen, abgestuften Schwanzfedern. Gerade dieses Merkmal – der auffällig lange Stoß – unterscheidet Sittiche äußerlich von den kompakteren, kurzschwänzigen Papageien im engeren Sinne.
Das Gefieder ist bei den meisten Arten intensiv gefärbt. Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) zeigt in seiner Wildform ein leuchtend grünes Körpergefieder mit gelber Gesichtsmaske und schwarz-gelber Wellenzeichnung an Hinterkopf, Nacken und Flügeln. Der Nymphensittich (Nymphicus hollandicus) hingegen trägt überwiegend grau gefärbtes Gefieder mit weißen Flügelflecken und einer auffälligen gelb-orangen Gesichtsmaske samt aufstellbarer Federhaube. Halsbandsittiche (Psittacula krameri) besitzen ein überwiegend grünes Gefieder, wobei die Männchen durch ein namensgebendes schwarzes Halsband mit rosafarbenem Nackenband gekennzeichnet sind – ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus.
Allen Sittichen gemeinsam ist der für Papageien typische kräftige, nach unten gebogene Oberschnabel, der als Kletterhilfe und universelles Werkzeug dient. Die Zehen sind zygodaktyl angeordnet: Zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten, was den Tieren exzellenten Halt an Ästen und Kletterflächen verleiht.
Lebensraum & Verbreitung
Sittiche besiedeln ein außerordentlich breites Spektrum an Habitaten auf nahezu allen Kontinenten der Südhalbkugel sowie in Teilen Asiens. Das Verbreitungsgebiet des Wellensittichs umfasst weite Teile des australischen Landesinneren – Trockensteppen, lichte Eukalyptuswälder und Graslandschaften. Nymphensittiche bewohnen ebenfalls die offenen Landschaften Australiens, bevorzugen jedoch Biotope in der Nähe von Gewässern.
Halsbandsittiche haben unter allen Sitticharten das größte natürliche Verbreitungsgebiet: Es erstreckt sich von Westafrika über den indischen Subkontinent bis nach Südostasien. In Europa haben sich verwilderte Populationen des Halsbandsittichs in mehreren Großstädten etabliert – etwa in Köln, London, Amsterdam und Brüssel. Diese Neozoen-Populationen gehen auf entflogene oder freigelassene Volierenvögel zurück und sind mittlerweile ganzjährig reproduktionsfähig.
Südamerikanische Arten wie die Pyrrhura-Sittiche (Rotschwanzsittiche) besiedeln vorwiegend tropische und subtropische Regenwälder sowie Bergnebelwälder der Anden.
Ernährung
Sittiche ernähren sich überwiegend pflanzlich. Die Nahrung besteht je nach Art und Lebensraum aus Grassamen, Hirsekörnern, Knospen, Blüten, Früchten, Beeren und Blättern. Wellensittiche sind ausgesprochene Körnerfresser und nehmen in der australischen Steppe vor allem die Samen verschiedener Gräser auf. Nymphensittiche ergänzen ihren Speiseplan durch Samen von Akazien und anderen Gehölzen.
Einige tropische Arten, etwa die Loris und Lorikeets (die gelegentlich ebenfalls als Sittiche bezeichnet werden), haben sich auf Nektar und Pollen spezialisiert und besitzen dafür eine pinselförmig ausgefranste Zungenspitze. Die meisten Sittiche nehmen zusätzlich mineralhaltige Erden oder Lehm auf – ein Verhalten, das als Geophagie bekannt ist und vermutlich der Neutralisation pflanzlicher Toxine sowie der Mineralstoffversorgung dient.
Verhalten & Lebensweise
Sittiche sind tagaktive Vögel und ausgesprochen gesellig. Die meisten Arten leben in Schwärmen, deren Größe von wenigen Dutzend bis zu mehreren Tausend Individuen reichen kann. Wellensittiche bilden im australischen Outback gelegentlich Schwärme von zehntausenden Tieren, die in koordinierten Formationen zu Futter- und Wasserplätzen fliegen.
Die Kommunikation innerhalb des Schwarms erfolgt über ein reichhaltiges Repertoire an Rufen, Kontaktlauten und – bei einigen Arten – erlernten Lautäußerungen. Sittiche gehören zu den wenigen Tiergruppen, die zur stimmlichen Nachahmung fähig sind (vokales Lernen). In menschlicher Obhut können vor allem Wellensittiche und Halsbandsittiche Wörter und kurze Sätze imitieren.
Eine ausgeprägte Paarbindung ist typisch. Viele Arten leben monogam und pflegen die Partnerbindung durch gegenseitige Gefiederpflege (Allopreening) und enge räumliche Nähe. Ein festes Revier im klassischen Sinne verteidigen freilebende Sittiche meist nicht; die Schwärme sind nomadisch unterwegs und folgen dem saisonalen Nahrungsangebot.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz umfasst bei vielen Sitticharten Kopfnicken, Flügelspreizen und rhythmische Lautäußerungen des Männchens gegenüber dem Weibchen. Sittiche sind Höhlenbrüter: Als Nistpl