Soldatenara
STierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ara militaris
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
- Gattung: Eigentliche Aras (Ara)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, trockene Waldgebiete und Schluchten Mittel- und Südamerikas
- Größe: 68–75 cm (Gesamtlänge inklusive Schwanz)
- Gewicht: 900–1.100 g
- Lebenserwartung: 50–60 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich etwas geringer
Aussehen & Merkmale
Der Soldatenara ist ein großer, kräftig gebauter Papagei, dessen Gefieder überwiegend olivgrün gefärbt ist. Im Vergleich zu seinem nächsten Verwandten, dem Großen Soldatenara (Ara ambiguus), fällt er etwas kleiner aus, teilt aber die grundsätzliche Farbgebung. Der Kopf zeigt an der Stirn eine leuchtend rote Partie, die nach hinten in das grüne Scheitelgefieder übergeht. Die Schwungfedern tragen ein kräftiges Blau, das im Flug gut sichtbar wird. Die Schwanzfedern sind oberseits bräunlich-rot mit blauen Spitzen, unterseits gelblich-oliv.
Ein auffälliges Merkmal aller Aras ist das unbefiederte, weißlich-rosa Gesichtsfeld, das beim Soldatenara mit feinen, dunklen Federlinien durchzogen ist – ein individuelles Muster, das ähnlich wie ein Fingerabdruck zur Identifikation einzelner Tiere herangezogen werden kann. Der kräftige, nach unten gebogene Schnabel ist grauschwarz und dient als vielseitiges Werkzeug zum Knacken harter Samenschalen. Die Iris ist gelblich, die Beine dunkelgrau. Zwischen Männchen und Weibchen besteht kein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus; die Geschlechter lassen sich äußerlich kaum unterscheiden.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Soldatenaras erstreckt sich von Mexiko über Mittelamerika bis in den Nordwesten Südamerikas. Die Art kommt in drei anerkannten Unterarten vor: Ara militaris militaris in Kolumbien und Venezuela, Ara militaris mexicanus in Mexiko sowie Ara militaris bolivianus in Bolivien und Nordargentinien. Zwischen diesen Populationen bestehen teils erhebliche geographische Lücken.
Als Habitat bevorzugt der Soldatenara trockene und halbfeuchte Wälder in Höhenlagen zwischen 500 und 2.500 Metern. Typische Biotope umfassen Schluchten, Steilhänge und Flussufer in bergigem Gelände, aber auch offenere Trockenwälder und Galeriewälder. Die Art ist weniger an dichten tropischen Regenwald gebunden als viele andere Ara-Arten und zeigt eine gewisse Anpassungsfähigkeit an saisonale Trockenperioden. Zur Nahrungssuche legen Soldatenaras tägliche Flugstrecken von bis zu 30 Kilometern zurück und nutzen dabei verschiedene Vegetationszonen.
Ernährung
Der Soldatenara ernährt sich vorwiegend pflanzlich. Auf dem Speiseplan stehen Samen, Nüsse, Früchte, Beeren und Blüten verschiedener Baumarten. Besonders häufig werden die Früchte von Feigen (Ficus) und die Nüsse verschiedener Palmenarten aufgenommen. Der kräftige Schnabel ermöglicht es dem Vogel, auch extrem harte Samenschalen zu öffnen, die für die meisten anderen Vögel unzugänglich sind.
Wie viele andere Papageienarten sucht auch der Soldatenara regelmäßig sogenannte Lehmlecken auf – natürliche Lehmwände an Flussufern oder Steilhängen. Die dort aufgenommene mineralhaltige Erde dient vermutlich der Neutralisierung pflanzlicher Giftstoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden, und ergänzt die Mineralstoffversorgung. Diese Lehmlecken sind wichtige Treffpunkte, an denen sich teils Dutzende Individuen gleichzeitig einfinden.
Verhalten & Lebensweise
Soldatenaras sind tagaktive Vögel, die in der Regel paarweise oder in kleineren Gruppen von 10 bis 20 Tieren auftreten. An Schlafplätzen und Lehmlecken können sich jedoch deutlich größere Ansammlungen von bis zu mehreren Hundert Individuen bilden. Die Paarbindung ist sehr eng und hält in der Regel lebenslang. Partner sitzen häufig dicht beieinander, betreiben gegenseitige Gefiederpflege und kommunizieren über ein breites Repertoire an Rufen.
Das Lautrepertoire umfasst laute, krächzende Rufe, die über weite Distanzen zu hören sind und der Kontaktaufnahme innerhalb der Gruppe dienen. Die Flugweise ist geradlinig und kraftvoll, mit langsamen, tiefen Flügelschlägen. Die Art zeigt kein ausgeprägtes Territorialverhalten, verteidigt aber die unmittelbare Umgebung der Nisthöhle gegenüber Artgenossen und anderen Höhlenbrütern.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit variiert je nach Region. In Mexiko fällt sie in die Monate Januar bis März, weiter südlich kann sie sich bis in die Regenzeit verschieben. Soldatenaras sind obligate Höhlenbrüter und nutzen große Baumhöhlen oder Felsnischen in Steilwänden als Nistplatz. Geeignete Brutplätze sind ein limitierender Faktor für die Population, da die Art auf ausreichend große, natürliche Hohlräume angewiesen ist.
Das Weibchen legt in der Regel zwei bis drei weiße Eier, die es über einen Zeitraum von etwa 26 Tagen bebrütet. Das Männchen versorgt die brütende Partnerin in dieser Phase mit Nahrung. Die Küken schlüpfen nackt und blind und werden von beiden Elternvögeln gefüttert. Nach rund 13 Wochen verlassen die Jungvögel die Nisthöhle, bleiben aber noch mehrere Monate im Familienverband und werden weiterhin von den Eltern zugefüttert. Die Geschlechtsreife tritt erst im Alter von drei bis vier Jahren ein.