Spanischer Rippenmolch
STierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pleurodeles waltl
- Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
- Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
- Gattung: Rippenmolche (Pleurodeles)
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, temporäre Tümpel, Zisternen
- Größe: 15–30 cm, maximal bis 32 cm Gesamtlänge
- Gewicht: 20–80 g, je nach Ernährungszustand und Größe
- Lebenserwartung: In freier Wildbahn ca. 8–12 Jahre, in Gefangenschaft bis über 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Spanische Rippenmolch ist der größte europäische Molch und zugleich einer der größten rezenten Vertreter der Familie Salamandridae. Sein Körper ist gedrungen und abgeflacht, der Kopf breit und leicht dreieckig. Die Haut ist warzig und rau, von graubrauner bis olivgrüner Grundfärbung, häufig mit dunkleren Flecken übersät. Die Bauchseite ist heller, meist gelblich-grau bis cremefarben.
Ein auffälliges Merkmal sind die seitlich am Rumpf sichtbaren orangefarbenen bis gelblichen Punkte. Diese markieren die Stellen, an denen die Rippenspitzen unter der Haut liegen – ein Detail, das unmittelbar mit dem namensgebenden Verteidigungsmechanismus zusammenhängt (siehe Besonderheiten). Der seitlich abgeflachte Schwanz macht etwa die Hälfte der Gesamtlänge aus und dient als effektives Antriebsorgan im Wasser. Die Augen sind klein und nach oben gerichtet, typisch für eine überwiegend aquatische Lebensweise. Die Vorderbeine tragen vier, die Hinterbeine fünf Zehen.
Männchen lassen sich während der Paarungszeit an verdickten Brunftschwielen an den Innenseiten der Vorderbeine erkennen. Zudem sind sie in der Regel etwas kleiner und schlanker als die Weibchen, besitzen aber einen proportional längeren Schwanz.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Pleurodeles waltl umfasst die Iberische Halbinsel – insbesondere die westliche und südliche Hälfte Spaniens sowie weite Teile Portugals – und den Norden Marokkos. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten, bevorzugt aber Tieflandgebiete und Mittelgebirgslagen bis etwa 1.200 Meter Höhe.
Als Biotop dienen dem Spanischen Rippenmolch vor allem stehende und langsam fließende Gewässer: Teiche, Weiher, Bewässerungsgräben, Brunnenschächte, Zisternen und temporäre Tümpel. In der mediterranen Klimazone ist die Verfügbarkeit dauerhaft wasserführender Gewässer ein entscheidender Faktor. Während regenreicher Monate sind die Tiere fast ausschließlich aquatisch, in Trockenperioden können sie sich an Land zurückziehen und unter Steinen, in Erdlöchern oder in feuchtem Substrat überdauern. Mitunter graben sie sich in den Schlamm austrocknender Gewässer ein und verharren dort in einer Art Sommerruhe (Ästivation).
Ernährung
Der Spanische Rippenmolch ist ein opportunistischer Räuber, der sich von einer Vielzahl wirbelloser Tiere ernährt. Zum Nahrungsspektrum gehören Insektenlarven – insbesondere Zuckmücken- und Eintagsfliegenlarven –, Wasserflöhe, Tubifex-Würmer, kleine Schnecken und Kaulquappen. Gelegentlich werden auch Aas oder sehr kleine Fische aufgenommen.
Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend im Wasser. Der Molch saugt Beutetiere durch eine schnelle Öffnung des Mauls ein – ein Mechanismus, der als Saugschnappen bezeichnet wird. An Land ergänzen Regenwürmer, Asseln und kleine Käfer das Beutespektrum. Die Tiere sind vorwiegend nachtaktiv und gehen in der Dämmerung sowie während der Nachtstunden auf Nahrungssuche.
Verhalten & Lebensweise
Pleurodeles waltl zeigt ein überwiegend dämmerungs- und nachtaktives Verhaltensmuster. Tagsüber ruhen die Tiere auf dem Gewässergrund, unter Steinen oder zwischen Wasserpflanzen. Sie sind wenig territorial und können in hoher Dichte zusammenleben, besonders in Gewässern mit reichhaltigem Nahrungsangebot.
Die Art ist stark an das Wasserleben angepasst und verbringt den Großteil des Jahres aquatisch. Landgänge finden vor allem während Trockenperioden oder bei der Besiedlung neuer Gewässer statt, wobei die Tiere nachts teils beachtliche Strecken zurücklegen. Im Winter bleiben die Molche bei milden Temperaturen aktiv; nur in höheren Lagen oder bei ungewöhnlicher Kälte wird eine kurze Winterruhe eingelegt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung findet überwiegend zwischen Oktober und Mai statt, wobei die Hauptpaarungszeit regional variiert und stark von der Wasserverfügbarkeit abhängt. Das Balzverhalten beginnt damit, dass das Männchen ein Weibchen untergreift und sich mit seinen Brunftschwielen an den Vorderbeinen festhält – eine als Amplexus bezeichnete Umklammerung, die mehrere Stunden andauern kann.
Das Männchen setzt anschließend ein Samenpaket (Spermatophore) am Gewässergrund ab und dirigiert das Weibchen darüber, sodass dieses die Spermien mit der Kloake aufnehmen kann (innere Befruchtung über Spermatophorentransfer). Das Weibchen legt daraufhin in den folgenden Tagen bis Wochen zwischen 100 und über 1.000 Eier, die einzeln oder in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen, Steine oder andere Substrate geheftet werden.
Die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur nach etwa 8–15 Tagen. Sie besitzen äußere Kiemenbüschel und durchlaufen eine mehrmonatige aquatische Larvalentwicklung, bevor sie die Metamorphose vollziehen. In manchen Populationen kommt es bei dauerhaft wasserführenden Gewässern zu einer verzögerten Metamorphose – die Larven behalten