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Spanner

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Nachtfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Geometridae
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Spanner (Geometridae)
  • Unterfamilien (Auswahl): Ennominae, Larentiinae, Geometrinae, Sterrhinae
  • Anzahl der Arten: weltweit ca. 23.000, in Mitteleuropa rund 900
  • Lebensraum: Wälder, Hecken, Gärten, Moorgebiete, Gebirgsregionen, Kulturland
  • Flügelspannweite: je nach Art 15–55 mm
  • Gewicht: wenige Milligramm bis ca. 0,5 g
  • Lebenserwartung Imago: wenige Tage bis ca. 4 Wochen

Aussehen & Merkmale

Die Spanner bilden nach den Eulenfaltern (Noctuidae) die zweitgrößte Familie innerhalb der Schmetterlinge. Ihr Körperbau ist vergleichsweise schlank und zierlich: Der Thorax trägt nur eine schwach ausgeprägte Muskulatur, die Beine sind dünn und lang, der Hinterleib schmal. Im Ruhezustand breiten die meisten Arten ihre Flügel flach zur Seite aus – ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber Eulenfaltern, die ihre Flügel dachartig über dem Körper zusammenlegen.

Die Flügel selbst sind breit und dünnhäutig, von feinen Schuppen bedeckt. Die Grundfärbung reicht von unscheinbarem Grau, Braun und Ocker bei Arten wie dem Birkenspanner (Biston betularia) über leuchtend grüne Töne bei Vertretern der Unterfamilie Geometrinae, etwa dem Großen Grünen Spannerfalter (Geometra papilionaria), bis zu kontrastreichen Schwarz-Weiß-Mustern beim Harlekinspanner (Abraxas grossulariata). Viele Arten tragen auf den Flügeln feine Wellenlinien und Querbänder, die der Tarnung auf Rinde, Flechten oder Laub dienen.

Die Fühler sind fadenförmig oder bei den Männchen mancher Arten gefiedert, was auf eine verstärkte Wahrnehmung von Pheromonen hinweist. Die Mundwerkzeuge sind als Saugrüssel ausgebildet, bei einigen Arten jedoch rückgebildet – diese Falter nehmen als Imago keine Nahrung mehr auf.

Lebensraum & Verbreitung

Spanner sind weltweit verbreitet und besiedeln nahezu alle terrestrischen Lebensräume außerhalb der Polarregionen. Ihre höchste Artendichte erreichen sie in tropischen und subtropischen Wäldern, doch auch in den gemäßigten Breiten Europas stellen sie einen erheblichen Anteil der Nachtfalterfauna. Typische Habitate in Mitteleuropa sind Laub- und Mischwälder, Waldränder, naturnahe Gärten, Heckenlandschaften, Heiden und Feuchtbiotope. Einige Arten wie der Frostspanner (Operophtera brumata) gelten als ausgesprochene Kulturfolger und treten in Obstgärten und Parkanlagen auf. Gebirgsarten wie der Alpenspanner finden sich bis in Höhenlagen über 2.500 Meter.

Ernährung

Die erwachsenen Falter ernähren sich – sofern ihre Mundwerkzeuge voll funktionsfähig sind – von Nektar, auslaufendem Baumsaft oder Honigtau. Viele Arten trinken auch an feuchten Bodenstellen Wasser und gelöste Mineralien.

Die Raupen der Spanner fressen fast ausschließlich pflanzliche Kost. Das Nahrungsspektrum ist artspezifisch und reicht von Laubgehölzen wie Eiche, Buche, Birke und Obstbäumen über Nadelhölzer bis hin zu krautigen Pflanzen, Flechten und Moosen. Einige Arten sind polyphag und nutzen Dutzende verschiedener Futterpflanzen; andere sind streng monophag und auf eine einzige Pflanzengattung angewiesen. In Obstbau und Forstwirtschaft können Massenvermehrungen – etwa des Frostspanners oder des Kiefernspanners (Bupalus piniaria) – spürbaren Fraßschaden verursachen.

Verhalten & Lebensweise

Die Mehrzahl der Spanner ist nachtaktiv und wird von Lichtquellen angezogen, was sie zu häufigen Gästen an Straßenlaternen und beleuchteten Fenstern macht. Tagsüber ruhen die Falter mit ausgebreiteten Flügeln an Baumstämmen, Mauern oder auf der Unterseite von Blättern, wo ihre Tarnfärbung sie vor Fressfeinden wie Vögeln und Fledermäusen schützt. Einzelne Arten fliegen auch am Tag, darunter der Schlehenspanner (Angerona prunaria).

Namensgebend für die gesamte Familie ist die charakteristische Fortbewegungsweise der Raupen: Da ihnen die mittleren Bauchfußpaare fehlen, krümmen sie den Körper beim Laufen bogenförmig zusammen und strecken ihn anschließend wieder nach vorn – eine Bewegung, die an das Spannen eines Maßbandes erinnert. Im Englischen werden die Raupen deshalb als „inchworms" oder „loopers" bezeichnet, im Deutschen auch als Afterraupen oder Spannraupen. Der wissenschaftliche Familienname Geometridae leitet sich vom griechischen „geo" (Erde) und „metron" (Maß) ab und bezieht sich auf genau dieses „Erdmessen".

Viele Spannerraupen können sich zudem senkrecht an einem Spinnfaden von Ästen abseilen und verharren dabei in einer steifen, astähnlichen Haltung – eine wirkungsvolle Mimese, die sie vor Fressfeinden verbirgt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung wird bei den meisten Arten durch Pheromone eingeleitet, die das Weibchen aus Drüsen am Hinterleib abgibt. Männchen können diese Duftstoffe mit ihren gefiederten Fühlern über große Entfernungen wahrnehmen. Bei einigen Frostspanner-Arten sind die Weibchen flügellos oder stark kurzflügelig und somit flugunfähig; sie verbleiben am Stamm und locken die flugfähigen Männchen allein über Pheromonabgabe an.

Die Eiabl