Sperlingspapagei
STierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Forpus (Gattung mit 7 Arten, bekannteste Art: Forpus coelestis – Blaugenicksperlingspapagei)
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
- Unterfamilie: Neuweltpapageien (Arinae)
- Gattung: Sperlingspapageien (Forpus)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Regionen Mittel- und Südamerikas
- Größe: 12–14 cm Körperlänge
- Gewicht: 25–35 g
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre, in Einzelfällen über 25 Jahre
Aussehen & Merkmale
Sperlingspapageien zählen zu den kleinsten Vertretern der Ordnung Psittaciformes. Mit einer Körperlänge von durchschnittlich 13 Zentimetern und einem Gewicht von rund 30 Gramm erreichen sie ungefähr die Maße eines Haussperlings – daher der deutsche Trivialname. Der Körperbau ist gedrungen und kompakt, der Schwanz im Vergleich zu vielen anderen Papageienarten auffallend kurz und keilförmig.
Das Gefieder der meisten Arten zeigt eine überwiegend grüne Grundfärbung, die als Tarnfarbe im Blätterdach dient. Je nach Art treten blaue, gelbe oder graue Zeichnungen an Bürzel, Schwingen, Nacken oder hinter den Augen auf. Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus ist bei allen Arten der Gattung vorhanden: Männchen tragen deutlich intensivere Blauanteile im Gefieder, während Weibchen schlichter gefärbt sind und die blauen Partien fehlen oder durch grünliche bis gelbliche Töne ersetzt werden. Der kräftige, kurze Oberschnabel ist hornfarben bis grau und typisch für Papageien nach unten gebogen. Die Wachshaut an der Schnabelbasis ist unauffällig. Die Füße sind Kletterfüße mit zwei nach vorn und zwei nach hinten gerichteten Zehen (zygodaktyl), wie bei allen Papageien.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Forpus erstreckt sich von Mexiko über Mittelamerika bis in weite Teile Südamerikas. Je nach Art variiert das Habitat erheblich. Der Blaugenicksperlingspapagei (Forpus coelestis) besiedelt trockene Buschlandschaften und lichte Wälder im westlichen Ecuador und nordwestlichen Peru. Der Grünbürzel-Sperlingspapagei (Forpus passerinus) hingegen bewohnt feuchte Savannen, Waldränder und Kulturlandschaften in einem Gebiet, das von Kolumbien bis nach Brasilien und Trinidad reicht.
Sperlingspapageien sind anpassungsfähige Vögel, die neben natürlichen Biotopen auch Parks, Gärten, Plantagen und landwirtschaftliche Flächen als Lebensraum nutzen. Sie halten sich bevorzugt in niedriger bis mittlerer Vegetation auf, meiden aber dichten, geschlossenen Regenwald. In Höhenlagen kommen sie überwiegend unterhalb von 1.500 Metern vor, einzelne Populationen des Augenring-Sperlingspapageis (Forpus conspicillatus) wurden jedoch bis in Höhen von 1.800 Metern dokumentiert.
Ernährung
Die Nahrung der Sperlingspapageien besteht vorwiegend aus Grassamen, Hirsearten, kleinen Beeren und Früchten. Ergänzend nehmen sie Blüten, Knospen, Blattgrün und gelegentlich kleine Insekten auf. In der Nähe menschlicher Siedlungen bedienen sie sich auch an Reis-, Mais- und Hirsefeldern, weshalb sie von Landwirten stellenweise als Ernteschädlinge betrachtet werden.
Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend in Bäumen und Sträuchern, seltener am Boden. Sperlingspapageien nutzen ihren kräftigen Schnabel, um Samenhülsen aufzubrechen und Fruchtkerne zu extrahieren. Die Zunge ist trocken und muskulös – im Gegensatz zu den Pinselzungen der Loris, einer anderen Papageiengruppe, die auf Nektarnahrung spezialisiert ist.
Verhalten & Lebensweise
Sperlingspapageien sind tagaktive Vögel, die in der Regel paarweise oder in kleinen Gruppen von 5 bis 30 Individuen auftreten. Außerhalb der Brutzeit bilden sich gelegentlich größere Schwärme von bis zu 100 Tieren, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Die Schwarmbildung dient dem Schutz vor Fressfeinden wie Greifvögeln und kleinen Raubsäugern.
Die Paarbindung ist außerordentlich eng. Einmal verpaarte Tiere bleiben häufig lebenslang zusammen und zeigen intensive gegenseitige Gefiederpflege. Innerhalb der Gruppe kommunizieren Sperlingspapageien durch ein breites Repertoire an Rufen – von leisen Kontaktlauten bis zu schrillen Warnrufen. Im Vergleich zu größeren Papageienarten wie Aras oder Kakadus ist ihr Stimmvolumen allerdings deutlich geringer.
Das Revier um den Nistplatz wird während der Brutzeit von beiden Partnern verteidigt, wobei es durchaus zu aggressiven Auseinandersetzungen mit Artgenossen kommen kann. Trotz ihrer geringen Körpergröße zeigen Sperlingspapageien ein ausgeprägtes Territorialverhalten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Sperlingspapageien sind Höhlenbrüter. In der Natur nutzen sie verlassene Spechthöhlen, Termitennester, Hohlräume in Zaunpfählen oder natürliche Baumhöhlen als Nistplatz. Die Nisthöhle wird vom Weibchen ausgewählt und nur spärlich mit zernagtem Holzmaterial ausgepolstert.
Das Gelege umfasst in der Regel vier bis sieben weiße Eier, die vom Weibchen allein über einen Zeitraum von etwa 18 bis 22 Tagen bebrütet werden. Das Männchen versorgt das Weibchen während der Brutphase mit Nahrung und bewacht den Nistplatz. Die Kü