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Spinnmilbe

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Tierart – Spinnentiere > Sonstige Spinnentiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tetranychidae (Familie)
  • Ordnung: Trombidiformes (Prostigmata)
  • Überordnung: Acariformes (Milben)
  • Klasse: Arachnida (Spinnentiere)
  • Familie: Tetranychidae
  • Anzahl bekannter Arten: ca. 1.200 weltweit
  • Lebensraum: Blattunterseiten von Pflanzen in gemäßigten bis tropischen Klimazonen
  • Größe: 0,2–0,8 mm Körperlänge
  • Gewicht: nicht messbar im Einzeltier (Mikrogramm-Bereich)
  • Lebenserwartung: 2–4 Wochen (artabhängig, stark temperaturgesteuert)

Aussehen & Merkmale

Spinnmilben sind extrem kleine Spinnentiere, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Der Körper ist oval bis rundlich geformt und nicht in deutlich abgesetzte Abschnitte gegliedert – eine Eigenschaft, die alle Milben (Acari) von anderen Spinnentieren wie Spinnen oder Skorpionen unterscheidet. Wie bei allen Arachnida besitzen die adulten Tiere vier Beinpaare, während Larven nach dem Schlupf zunächst nur drei Beinpaare aufweisen.

Die Körperoberfläche ist weichhäutig und trägt artspezifische Borstenreihen (Setae), die bei der taxonomischen Bestimmung eine zentrale Rolle spielen. Die Färbung variiert je nach Art, Ernährungszustand und Jahreszeit erheblich. Die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae), die bekannteste Vertreterin der Familie, zeigt im Sommer eine gelblich-grüne bis bräunliche Grundfärbung mit zwei dunklen Flecken auf dem Rücken, die von den durchschimmernden Blinddärmen herrühren. Überwinternde Weibchen nehmen eine leuchtend orange-rote Färbung an, weshalb die Art auch als „Rote Spinne" bezeichnet wird.

Namensgebend ist die Fähigkeit der Tiere, Spinnfäden zu produzieren. Die Seide wird über paarige Spinndrüsen an den Pedipalpen (Kiefertastern) abgegeben – nicht über Spinnwarzen am Hinterleib wie bei echten Spinnen. Die erzeugten Gespinste überziehen befallene Pflanzenteile als feines, seidiges Netz.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie Tetranychidae ist nahezu kosmopolitisch verbreitet. Spinnmilben besiedeln praktisch alle terrestrischen Habitate, in denen höhere Pflanzen vorkommen – von tropischen Regenwäldern über Steppen und Agrarflächen bis hin zu Gewächshäusern und Wohnräumen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis.

Das bevorzugte Biotop liegt auf der Unterseite von Blättern, wo die Tiere vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen geschützt sind. Warme, trockene Bedingungen begünstigen die Vermehrung erheblich. In gemäßigten Breiten Mitteleuropas treten Massenvermehrungen daher vor allem in heißen, niederschlagsarmen Sommern auf. In Gewächshäusern und Innenräumen finden Spinnmilben ganzjährig optimale Bedingungen vor, weshalb sie zu den häufigsten Schädlingen an Zimmerpflanzen zählen.

Ernährung

Spinnmilben sind ausschließlich Pflanzensauger (Phytophage). Sie ernähren sich vom Zellinhalt pflanzlicher Blattzellen, den sie mithilfe stilettartiger Mundwerkzeuge (Cheliceren) aufnehmen. Dabei durchstechen sie die Epidermis der Blattunterseite und saugen einzelne Mesophyllzellen aus. An den Einstichstellen entstehen winzige, helle Punkte (Chlorosen), da die entleerten Zellen kein Chlorophyll mehr enthalten. Bei starkem Befall verschmelzen diese Punkte zu großflächigen Aufhellungen, die Blätter verfärben sich silbrig-grau bis bronzefarben und fallen schließlich ab.

Das Wirtspflanzenspektrum ist bei vielen Arten extrem breit. Tetranychus urticae allein befällt über 1.100 Pflanzenarten aus mehr als 140 Familien, darunter zahlreiche Kulturpflanzen wie Bohnen, Gurken, Tomaten, Erdbeeren, Rosen, Obstgehölze und Baumwolle. Andere Gattungen wie Panonychus (Obstbaumspinnmilbe) oder Oligonychus sind stärker spezialisiert.

Verhalten & Lebensweise

Spinnmilben leben gesellig in Kolonien, die sich bevorzugt auf der Blattunterseite ansiedeln. Die von ihnen produzierten Gespinste dienen mehreren Zwecken: Sie schaffen ein feuchteres Mikroklima um die Kolonie, schützen vor Regen und Wind und erschweren räuberischen Insekten den Zugang. Gleichzeitig nutzen die Milben die Fäden zur Fortbewegung und Orientierung auf der Pflanze.

Bei Überpopulation oder nachlassender Nahrungsqualität zeigen Spinnmilben ein charakteristisches Ausbreitungsverhalten. Die Tiere wandern an die Triebspitzen und bilden dort dichte Ansammlungen, von denen aus sie sich an langen Spinnfäden vom Wind verdriften lassen. Diese passive Ausbreitung über die Luft kann Distanzen von mehreren hundert Metern überbrücken und erklärt die schnelle Besiedlung neuer Wirtspflanzen.

In gemäßigten Klimazonen überwintern befruchtete Weibchen in Bodenstreu, Rindenritzen oder anderen geschützten Verstecken in einer Diapause, die durch abnehmende Tageslänge und sinkende Temperaturen ausgelöst wird.

Fortpflanzung & Aufzucht

Spinnmilben vermehren sich sexuell, wobei bei vielen Arten auch Arrhenotokie vorkommt: Unbefruchtete Eier entwickeln sich zu haploiden Männchen, befruchtete Eier zu diploiden Weibchen. Dieses System der haplo-diploiden Geschlechtsbestimmung erlaubt es einem einzelnen befruchteten Weibchen, eine vollständige neue Kolonie mit beiden Geschlechtern zu gründen.

Die Entwicklung verlä