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Spirulina

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Spirulina bezeichnet eine Gattung fadenförmiger Cyanobakterien (Blaualgen), die seit Jahrzehnten als nährstoffreiches Ergänzungsfuttermittel in der Tierernährung eingesetzt wird. Botanisch korrekt handelt es sich nicht um eine Pflanze, sondern um photosynthesebetreibende Mikroorganismen – in der Futtermittelkunde wird Spirulina jedoch üblicherweise den pflanzlichen Futtermitteln zugeordnet. Die zwei kommerziell bedeutsamsten Arten sind Arthrospira platensis und Arthrospira maxima, die in offenen Becken oder geschlossenen Photobioreaktoren kultiviert werden.

Spirulina wird tiefgrünes Pulver, als Flocken, Tabletten oder Granulat angeboten. Der Einsatz erstreckt sich von der Zierfischhaltung über die Geflügel- und Schweinezucht bis hin zur Ergänzung der Futterration bei Hunden, Katzen und Pferden. Spirulina ist ausdrücklich kein Alleinfuttermittel, sondern ergänzt eine bedarfsgerechte Grundfütterung um spezifische Mikronährstoffe und hochwertige Proteine.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Spirulina fällt durch ein außergewöhnlich breites Nährstoffspektrum auf. Die genauen Werte schwanken je nach Anbaubedingungen und Verarbeitungsmethode, liegen aber typischerweise in folgenden Bereichen (bezogen auf Trockensubstanz):

  • Protein: 55–70 %. Das Aminosäureprofil enthält alle essenziellen Aminosäuren, darunter hohe Anteile an Leucin, Valin und Isoleucin. Die biologische Wertigkeit liegt über der vieler pflanzlicher Proteinquellen.
  • Fett: 5–8 %, mit einem relevanten Anteil an Gamma-Linolensäure (GLA), einer mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäure.
  • Rohfaser: nur ca. 2–4 %. Die Zellwand enthält kein Cellulose-Gerüst, weshalb Spirulina eine hohe Verdaulichkeit (85–95 %) aufweist.
  • Vitamine: Besonders hervorzuheben sind Beta-Carotin (Provitamin A), Vitamin B12 (überwiegend als Pseudocobalamin, dessen Bioverfügbarkeit für Säugetiere umstritten ist), Vitamin K, Vitamin E sowie mehrere B-Vitamine (B1, B2, B3, B6).
  • Mineralstoffe & Spurenelemente: Eisen, Kalzium, Magnesium, Kalium, Zink, Selen und Mangan.
  • Sekundäre Inhaltsstoffe: Phycocyanin (blauer Farbstoff mit antioxidativen Eigenschaften), Chlorophyll und Carotinoide.

Für welche Tiere geeignet?

  • Zierfische & Garnelen: Spirulina ist fester Bestandteil vieler hochwertiger Fischfuttermittel, vor allem für algenfressende Arten wie Malawisee-Cichliden, Lebendgebärende und Garnelen. Es fördert die Farbintensität und stärkt das Immunsystem.
  • Hunde & Katzen: Als Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung von Haut, Fell und Abwehrkräften. Besonders bei Tieren mit erhöhtem Nährstoffbedarf (trächtige Hündinnen, rekonvaleszente Tiere) geschätzt.
  • Pferde: Wird eingesetzt zur Unterstützung bei Fellwechsel, Muskelaufbau und bei Pferden mit Neigung zu Atemwegsproblemen.
  • Geflügel: In der Legehennenhaltung verbessert Spirulina die Dotterfarbe und liefert bioverfügbare Carotinoide. In der Masthähnchenfütterung zeigen Studien positive Effekte auf die Gewichtszunahme.
  • Reptilien & Schildkröten: Herbivore Arten profitieren von der Zugabe zu Grünfuttermischungen.
  • Vögel (Zier- & Wildvögel): Unterstützt Gefiederqualität und Farbbildung, insbesondere bei Kanarienvögeln und Papageien.

Fütterungsempfehlung

Da Spirulina ein konzentriertes Ergänzungsfuttermittel ist, sollte die Futtermenge an Körpergewicht, Tierart und Gesundheitszustand angepasst werden. Als grobe Orientierung gelten folgende Richtwerte:

  • Hunde: 0,5–1 g pro 10 kg Körpergewicht täglich, untergemischt ins Nassfutter oder über die BARF-Ration.
  • Katzen: Messerspitze bis ¼ Teelöffel (ca. 0,25–0,5 g) täglich.
  • Pferde: 10–20 g täglich, untergemischt ins Kraftfutter oder Mash.
  • Zierfische: Spirulina-Flocken oder -Tabs als Bestandteil der regulären Futterration; Anteil je nach Futtermittel zwischen 5 und 30 % der Gesamtrezeptur.
  • Geflügel: 0,5–2 % der Gesamtfutterration.

Beim Fütterungsintervall empfiehlt sich eine tägliche Gabe über mehrere Wochen (Kurmäßig 4–8 Wochen) oder eine dauerhafte niedrig dosierte Ergänzung. Die Eingewöhnung sollte schrittweise erfolgen – manche Tiere reagieren bei zu rascher Umstellung mit weichem Kot.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hochwertiges pflanzliches Protein mit hoher Verdaulichkeit
  • Breites Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in natürlicher Matrix
  • Phycocyanin wirkt antioxidativ und kann entzündungshemmend wirken
  • Nachweislich positive Effekte auf