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Springtamarin

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Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Callimico goeldii
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
  • Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
  • Gattung: Callimico (monotypisch)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder des westlichen Amazonasbeckens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 19–23 cm, Schwanzlänge 25–32 cm
  • Gewicht: 350–560 g
  • Lebenserwartung: Etwa 10 Jahre in freier Wildbahn, bis 18 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Der Springtamarin, auch als Goeldi-Springaffe, Goeldi-Büschelaffe oder Goeldi-Marmoset bezeichnet, ist ein kleiner, kompakt gebauter Primat mit einem dichten, seidig-schwarzen Fell. Die Haare am Kopf und Nacken sind verlängert und bilden eine auffällige Mähne, die dem Tier ein markantes Erscheinungsbild verleiht. Das Gesicht ist weitgehend unbehaart und dunkel pigmentiert, die Augen relativ groß – ein Hinweis auf die teils dämmerungsaktive Lebensweise.

Im Vergleich zu anderen Krallenaffen besitzt der Springtamarin einen verhältnismäßig langen, nicht greiffähigen Schwanz, der beim Klettern und Springen als Balancierhilfe dient. Wie alle Vertreter der Familie Callitrichidae trägt er an allen Fingern und Zehen krallenartige Nägel – mit Ausnahme der Großzehe, die einen Plattnagel aufweist. Die Hinterbeine sind kräftig und verlängert, was die für die Art typischen weiten Sprünge von Stamm zu Stamm ermöglicht. Diese Form der Fortbewegung, das sogenannte vertikale Klammern und Springen, ist namensgebend für den Springtamarin.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Springtamarins erstreckt sich über das westliche Amazonasbecken und umfasst Teile von Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien. Das Habitat der Art sind tropische Tieflandregenwälder in Höhenlagen bis etwa 500 Meter. Bevorzugt werden dichte Unterwuchszonen, Bambusbestände und Waldränder mit dichter Vegetation. Auch sekundäre Wälder und zeitweise überschwemmte Waldgebiete (Várzea und Igapó) werden besiedelt.

Innerhalb des Regenwaldes nutzt der Springtamarin vorwiegend die unteren und mittleren Straten. Er hält sich häufig in Höhen zwischen einem und fünf Metern auf und meidet das offene Kronendach. Diese Präferenz für dichte Vegetationsschichten erschwert die Beobachtung im Freiland erheblich, weshalb die Art lange Zeit nur unzureichend erforscht war.

Ernährung

Der Springtamarin ist ein Allesfresser mit einer saisonal wechselnden Ernährung. In Zeiten reichhaltigen Fruchtangebots bilden reife Früchte den Hauptbestandteil der Nahrung. Ergänzt wird der Speiseplan durch Insekten, Spinnen und andere Gliederfüßer, die aktiv im Unterwuchs und an Baumstämmen erbeutet werden. Eine Besonderheit gegenüber vielen anderen Krallenaffen ist der vergleichsweise hohe Anteil an Pilzen in der Ernährung. Bestimmte Holzpilze, die an Totholz und Baumstämmen wachsen, werden regelmäßig aufgenommen und stellen in fruchtarmen Perioden eine wichtige Nahrungsquelle dar. Gelegentlich nimmt der Springtamarin auch kleine Wirbeltiere wie Eidechsen oder Frösche zu sich sowie Pflanzensäfte und Baumsekrete.

Verhalten & Lebensweise

Der Springtamarin lebt in kleinen Gruppen von zwei bis zwölf Individuen, die sich typischerweise aus einem oder mehreren Fortpflanzungspaaren und deren Nachkommen zusammensetzen. Die Gruppen bewohnen feste Reviere, deren Größe je nach Habitatqualität und Nahrungsverfügbarkeit zwischen 30 und 150 Hektar variiert. Die Reviere überlappen sich teilweise mit denen benachbarter Gruppen, werden jedoch durch Lautäußerungen und Duftmarkierungen abgegrenzt.

Die Art ist tagaktiv und beginnt ihre Aktivitätsphase kurz nach Sonnenaufgang. Nachts ziehen sich die Gruppen in dichte Vegetationsbereiche, Baumhöhlen oder Lianengewirr zurück. Die Fortbewegung erfolgt hauptsächlich durch Sprünge zwischen vertikalen Stämmen und Ästen – der Springtamarin kann dabei Distanzen von vier Metern und mehr überwinden. Diese Sprungfähigkeit erlaubt es ihm, sich auch in fragmentiertem Waldhabitat effizient fortzubewegen.

Beobachtungen im Freiland zeigen, dass Springtamarine zeitweise gemischte Verbände mit anderen Krallenaffen bilden, etwa mit Schnurrbartamarinen (Saguinus mystax) oder Braunrückentamarinen (Saguinus fuscicollis). Diese Assoziationen bieten Vorteile bei der Feindvermeidung, da mehr Augenpaare potenzielle Prädatoren wie Greifvögel oder Schlangen früher erkennen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern der Krallenaffen bringt das Weibchen des Springtamarins in der Regel nur ein einzelnes Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten, die bei Tamarinen und Marmosetten die Norm darstellen, kommen bei Callimico nur selten vor. Die Tragzeit beträgt etwa 145 bis 157 Tage und ist damit deutlich länger als bei verwandten Arten.

Das Neugeborene wiegt bei der Geburt rund 50 Gramm und ist vollständig behaart. Es klammert sich zunächst an den Bauch der Mutter. Ab der zweiten bis dritten Lebenswoche übernehmen auch der Vater und andere Gruppenmitglieder den Transport des Jungtiers auf dem Rücken – ein kooperatives Aufzuchtverhalten, das als charakteristisch für die gesamte Familie gilt. Das Jungtier wird mit etwa acht Wochen zunehmend selbstständig und beginnt feste Na