Sterntaucher
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Gavia stellata
- Ordnung: Seetaucherartige (Gaviiformes)
- Familie: Seetaucher (Gaviidae)
- Gattung: Gavia
- Lebensraum: Arktische und subarktische Seen, Küstengewässer, offenes Meer
- Größe: 55–67 cm Körperlänge, Flügelspannweite 91–110 cm
- Gewicht: 1,0–2,5 kg
- Lebenserwartung: Bis zu 23 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Sterntaucher ist die kleinste und leichteste Art innerhalb der Familie der Seetaucher (Gaviidae). Im Prachtkleid, das während der Brutzeit getragen wird, zeigt er ein auffälliges rotbraunes Kehlfeld, das je nach Lichteinfall fast schwarz wirken kann. Der Oberkopf und der Nacken sind grau gefärbt, die Halsseiten tragen feine schwarzweiße Längsstreifen. Die Oberseite des Gefieders ist im Brutkleid dunkelbraun ohne die bei anderen Seetaucherarten typischen weißen Flecken oder Muster.
Im Schlichtkleid, das außerhalb der Brutzeit angelegt wird, erscheint der Sterntaucher deutlich unscheinbarer. Die Oberseite ist dann graubraun mit feinen weißen Sprenkeln, die Unterseite weiß. Das rote Kehlfeld fehlt vollständig. Ein gutes Erkennungsmerkmal in allen Kleidern ist der leicht nach oben gebogene, schlanke Schnabel, der dem Vogel ein charakteristisches Profil verleiht. Die Iris ist rotbraun. Die Beine sitzen – typisch für alle Seetaucher – weit hinten am Körper, was den Sterntaucher zu einem hervorragenden Taucher macht, ihn an Land aber nur unbeholfen watscheln lässt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Sterntauchers erstreckt sich zirkumpolar über die gesamte Holarktis. Er brütet in der Tundra und borealen Zone Nordeuropas, Nordasiens und Nordamerikas, darunter in Skandinavien, Schottland, Island, Sibirien, Alaska und dem nördlichen Kanada. In Europa liegt die südliche Verbreitungsgrenze der Brutpopulation in Schottland und Südnorwegen.
Als Bruthabitat bevorzugt der Sterntaucher kleine, oft vegetationsarme Süßwasserseen und Moorgewässer in offener Landschaft. Anders als der größere Prachttaucher (Gavia arctica) nutzt er auch sehr kleine Tümpel als Brutplatz und fliegt zur Nahrungssuche zu größeren Gewässern oder an die Küste. Im Winterhalbjahr zieht der Sterntaucher an die Meeresküsten und verbringt die kalte Jahreszeit auf offener See, in Buchten und Flussmündungen. An der deutschen Nord- und Ostseeküste ist er ein regelmäßiger Wintergast und Durchzügler.
Ernährung
Die Nahrung des Sterntauchers besteht überwiegend aus Fisch. Er erbeutet je nach Verfügbarkeit Heringe, Sprotten, Sandaale, Stichlinge und andere kleine bis mittelgroße Fischarten. Ergänzend stehen Krebstiere, Weichtiere, Wasserinsekten und deren Larven auf dem Speiseplan. Während der Brutzeit auf kleinen Binnenseen, die oft kaum Fisch führen, pendelt der Sterntaucher regelmäßig zu fischreicheren Gewässern in der Umgebung oder zur Küste und transportiert die Beute im Schnabel zurück zum Brutplatz.
Die Jagd erfolgt tauchend. Der Sterntaucher schwimmt dabei zunächst mit eingetauchtem Kopf an der Wasseroberfläche, um Beute zu orten, und taucht dann mit einem geschmeidigen Kopfsprung ab. Die Tauchgänge dauern in der Regel 20–60 Sekunden bei Tauchtiefen von meist 2–9 Metern, in Ausnahmefällen bis zu 20 Metern.
Verhalten & Lebensweise
Der Sterntaucher ist tagaktiv und verbringt den Großteil seiner Zeit auf dem Wasser. An Land begibt er sich fast ausschließlich zum Brüten und dann nur wenige Meter vom Ufer entfernt. Der Flug wirkt mit den schnellen Flügelschlägen und dem leicht durchhängenden Hals etwas hektisch; die Art benötigt eine längere Anlaufstrecke auf dem Wasser zum Start. Eine Besonderheit unter den Seetauchern: Der Sterntaucher kann auch von sehr kleinen Gewässern und sogar von Land aus starten, was den übrigen Gavia-Arten kaum möglich ist.
Während der Brutzeit verteidigen Paare ihr Revier energisch gegen Artgenossen und potenzielle Nesträuber. Die Balz umfasst synchrones Tauchen, paralleles Schwimmen mit aufgerichtetem Hals und auffällige Rufe. Der Ruf des Sterntauchers ist ein durchdringendes, katzenartiges Jammern und Klagen, das in der arktischen Tundra weit zu hören ist und dem Vogel in manchen Regionen den Beinamen „Regenrufer" eingebracht hat. Außerhalb der Brutzeit leben Sterntaucher meist einzeln oder in lockeren Ansammlungen auf See.
Fortpflanzung & Aufzucht
Sterntaucher führen eine monogame Saisonehe, wobei viele Paare sich in aufeinanderfolgenden Jahren am selben Brutplatz wiederfinden. Das Nest ist eine flache, spärlich mit Pflanzenmaterial ausgelegte Mulde direkt am Ufer, oft auf einer kleinen Insel oder einem Moospolster. Das Gelege besteht typischerweise aus zwei olivbraunen, dunkel gefleckten Eiern, die von beiden Partnern abwechselnd 24–29 Tage bebrütet werden.
Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest bereits kurz nach dem Schlupf. Sie tragen ein dichtes, dunkelbraunes Dunenkleid und können sofort schwimmen und tauchen. In den ersten Lebenstagen werden sie häufig auf dem Rücken der Altvögel transportiert. Beide Eltern füttern die Jungen mit kleinen Fischen und Wirbellosen. Flugfähig werden die Jungvögel im Alter von etwa 38–48 Tagen. Die Geschlechtsreife tritt mit zwei bis drei Jahren ein.
Bedrohung & Schutzstatus
Die IUCN stuft