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Strumpfbandnatter

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Nattern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Thamnophis sirtalis (Gemeine Strumpfbandnatter)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Nattern (Colubridae)
  • Gattung: Strumpfbandnattern (Thamnophis)
  • Lebensraum: Feuchtwiesen, Waldränder, Ufer von Gewässern, Sumpfgebiete, Gärten
  • Größe: 45–130 cm, je nach Art und Unterart
  • Gewicht: 50–300 g
  • Lebenserwartung: 6–10 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 20 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Strumpfbandnattern gehören zu den am leichtesten erkennbaren Schlangen Nordamerikas. Ihr markantestes Merkmal sind drei helle Längsstreifen, die sich über den gesamten Körper ziehen – ein mittlerer Streifen entlang der Wirbelsäule und je ein seitlicher Streifen auf Höhe der zweiten und dritten Schuppenreihe. Die Grundfärbung der Schuppen variiert zwischen den über 30 beschriebenen Arten der Gattung Thamnophis erheblich: von Schwarz, Braun und Olivgrün bis hin zu Blaugrau. Die Streifen selbst können gelb, orange, grünlich, blau oder sogar rötlich gefärbt sein. Zwischen den Streifen finden sich bei vielen Unterarten dunkle Flecken, die ein schachbrettartiges Muster bilden.

Der Kopf ist im Verhältnis zum schlanken Körper deutlich abgesetzt, aber weniger dreieckig als bei Vipern. Die großen, runden Augen mit kreisrunder Pupille weisen die Strumpfbandnatter als tagaktive Schlange aus. Die Beschuppung ist gekielt – jede einzelne Schuppe trägt einen erhabenen Mittelgrat, was der Haut ein raues Erscheinungsbild verleiht. Weibchen werden in der Regel deutlich größer und schwerer als Männchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Thamnophis erstreckt sich über weite Teile Nordamerikas – von Südkanada über die gesamten USA bis nach Mittelamerika. Die Gemeine Strumpfbandnatter (T. sirtalis) besitzt das größte Areal aller nordamerikanischen Schlangenarten und kommt in nahezu jedem US-Bundesstaat vor. Weitere verbreitete Arten sind die Westliche Strumpfbandnatter (T. elegans), die Schmalstreifen-Strumpfbandnatter (T. sauritus) und die Teppich-Strumpfbandnatter (T. marcianus).

Strumpfbandnattern bevorzugen Biotope in Gewässernähe. Typische Habitate sind Fluss- und Seeufer, Feuchtwiesen, Sumpfgebiete, feuchte Wälder und bewachsene Grabenränder. Die Schlangen zeigen jedoch eine hohe ökologische Anpassungsfähigkeit und besiedeln auch Gärten, Parks, landwirtschaftliche Flächen und sogar Stadtrandgebiete. Entscheidend für die Habitatwahl sind ausreichende Versteckmöglichkeiten – unter Steinen, Brettern, in Erdlöchern oder dichter Vegetation – sowie das Vorhandensein von Beutetieren und Zugang zu Feuchtigkeit.

Ernährung

Die Ernährung der Strumpfbandnattern ist ausgesprochen vielfältig und unterscheidet sich je nach Art und verfügbarem Nahrungsangebot im jeweiligen Habitat. Zu den wichtigsten Beutetieren zählen Amphibien, insbesondere Frösche, Kröten und Salamander. Daneben fressen Strumpfbandnattern Regenwürmer, kleine Fische, Blutegel, Nacktschnecken und gelegentlich kleine Nagetiere oder nestjunge Vögel.

Die Beute wird nicht durch Umschlingen getötet, sondern lebend verschlungen. Strumpfbandnattern besitzen im hinteren Bereich des Oberkiefers leicht vergrößerte Zähne (opistoglyphe Bezahnung) und produzieren ein mildes Sekret in der Duvernoy-Drüse, das auf kleine Beutetiere leicht betäubend wirken kann. Für Menschen ist dieses Sekret ungefährlich. Einige Arten, etwa die Kurznasen-Strumpfbandnatter (T. brachystoma), haben sich auf Regenwürmer spezialisiert, während andere wie die Santa-Cruz-Strumpfbandnatter (T. atratus) vorwiegend Fische und Amphibienlarven erbeuten.

Verhalten & Lebensweise

Strumpfbandnattern sind überwiegend tagaktiv, in heißen Sommermonaten verlagern sie ihre Aktivitätsphase gelegentlich in die Dämmerungsstunden. Sie sind bodenbewohnend, können aber gut schwimmen und klettern bei Bedarf in niedriges Gebüsch. Die Schlangen sind nicht territorial und zeigen kein ausgeprägtes Revierverhalten.

In den nördlichen Teilen ihres Verbreitungsgebiets halten Strumpfbandnattern eine mehrmonatige Winterruhe (Brumation). Sie suchen dazu frostfreie Verstecke auf – Felsspalten, Erdlöcher, Fundamentrisse von Gebäuden oder verlassene Nagerbaue. Dabei kommt es häufig zu Massenansammlungen von Hunderten oder sogar Tausenden von Individuen in gemeinsamen Winterquartieren. Die berühmtesten Ansammlungen dieser Art finden sich in der Nähe von Narcisse in der kanadischen Provinz Manitoba, wo sich jeden Frühling Zehntausende von Strumpfbandnattern gleichzeitig aus den Kalksteinhöhlen erheben.

Bei Bedrohung zeigen Strumpfbandnattern mehrere Abwehrstrategien: Sie können sich flach drücken, um breiter zu wirken, heftig mit dem Schwanz schlagen oder beißen. Ein besonders wirksames Abwehrmittel ist das Entleeren der Kloakaldrüsen, deren Sekret einen scharfen, moschusartigen Geruch verströmt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt unmittelbar nach der Winterruhe. An den Winterquartieren kommt es zu regelrech