Süßkartoffel
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Definition & Überblick
Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) gehört zur Familie der Windengewächse und ist trotz ihres Namens botanisch nicht mit der herkömmlichen Kartoffel (Solanum tuberosum) verwandt. Ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammend, wird sie heute weltweit in tropischen und subtropischen Regionen kultiviert. In der Tierernährung hat die Süßkartoffel in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen – sowohl als Bestandteil kommerzieller Alleinfuttermittel als auch als einzeln verfüttertes pflanzliches Futtermittel. Sie dient primär als gut verdauliche Kohlenhydratquelle und wird häufig in getreidefreien Futterrezepturen eingesetzt. Im Gegensatz zur Kartoffel enthält die Süßkartoffel kein Solanin und gilt daher auch roh als deutlich weniger problematisch, wenngleich die gekochte oder gedämpfte Variante für die meisten Tierarten empfehlenswert bleibt.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Süßkartoffel zeichnet sich durch ein nährstoffreiches Profil aus, das sie als Ergänzungsfuttermittel besonders interessant macht. Bezogen auf die Frischmasse (je 100 g) ergibt sich folgendes Bild:
- Energie: ca. 86–90 kcal
- Kohlenhydrate: 20–24 g (überwiegend Stärke und Zucker)
- Rohfaser: 2,5–3,5 g
- Protein: 1,5–2,0 g (biologisch geringwertiges Pflanzenprotein)
- Fett: 0,1–0,3 g
- Wassergehalt: ca. 72–77 %
Bei den Vitaminen sticht vor allem der hohe Gehalt an Beta-Carotin (Provitamin A) hervor – insbesondere bei orangefleischigen Sorten. Daneben liefert die Süßkartoffel relevante Mengen an Vitamin C, Vitamin B6, Thiamin (B1) und Folsäure. An Mineralstoffen sind vor allem Kalium, Mangan, Magnesium und Eisen vertreten. Die enthaltenen Ballaststoffe bestehen aus löslichen und unlöslichen Anteilen, was sich positiv auf die Darmgesundheit auswirkt. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane (in violetten Sorten) und Chlorogensäure verleihen der Süßkartoffel zusätzliche antioxidative Eigenschaften.
Für welche Tiere geeignet?
Die Süßkartoffel eignet sich als pflanzliche Futterkomponente für eine Reihe von Tierarten, wobei die Verträglichkeit und der Nutzen je nach Spezies variieren:
- Hunde: Sehr gut geeignet. Süßkartoffel ist Bestandteil zahlreicher kommerzieller Alleinfuttermittel und wird besonders in getreidefreien Rezepturen als Kohlenhydratquelle geschätzt. Sie wird gut vertragen und eignet sich auch für Hunde mit Futtermittelunverträglichkeiten.
- Katzen: Bedingt geeignet und nur in kleinen Mengen. Katzen sind obligate Carnivoren. Pflanzliche Stärke spielt in ihrer natürlichen Ernährung eine untergeordnete Rolle. Kleine Anteile in der Futterration werden toleriert, sollten aber nicht zur Gewohnheit werden.
- Pferde: In moderaten Mengen als Leckerli oder gelegentliche Ergänzung möglich. Die enthaltene Stärke muss aufgrund der empfindlichen Darmflora des Pferdes durch Kochen aufgeschlossen werden. Größere Mengen sind wegen des Zuckergehalts bei stoffwechselempfindlichen Pferden zu vermeiden.
- Kaninchen und Meerschweinchen: Nur in kleinen Mengen als gelegentlicher Snack. Der relativ hohe Stärke- und Zuckeranteil kann bei übermäßiger Fütterung zu Verdauungsstörungen führen. Rohfaserreiches Heu bleibt die Basis der Futterration.
- Geflügel und Schweine: Gut geeignet, insbesondere in tropischen Ländern ein traditionelles Futtermittel. Sowohl die Knolle als auch das Süßkartoffellaub werden in der Nutztierfütterung eingesetzt.
Fütterungsempfehlung
Die Süßkartoffel sollte grundsätzlich gegart (gekocht, gedämpft oder gebacken) verfüttert werden. Durch den Kochvorgang wird die enthaltene Stärke aufgeschlossen und damit die Verdaulichkeit deutlich verbessert. Rohe Süßkartoffel ist zwar nicht giftig, kann aber bei empfindlichen Tieren zu Blähungen und Durchfall führen.
Richtwerte für Hunde: Süßkartoffel kann 5–15 % der täglichen Futterration ausmachen, wenn sie als Kohlenhydratkomponente in einer selbst zusammengestellten Mahlzeit dient. Bei einem mittelgroßen Hund (ca. 20 kg) entspricht dies etwa 50–100 g gekochter Süßkartoffel pro Tag. Die Futtermenge sollte schrittweise gesteigert werden, um die Verträglichkeit zu prüfen. Ein festes Fütterungsintervall empfiehlt sich nicht – die Süßkartoffel kann regelmäßig oder rotierend mit anderen Kohlenhydratquellen wie Reis oder Kürbis eingesetzt werden.
Richtwerte für Katzen: Maximal ein Teelöffel gekochte, pürierte Süßkartoffel gelegentlich als Beimischung. Die Hauptfutterration muss tierisches Protein bleiben.
Für Kleintiere: Ein daumennagelgroßes Stück gekochte Süßkartoffel ein- bis zweimal pro Woche genügt als Abwechslung.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hohe Verdaulichkeit der Stärke nach dem Garen
- Glutenfrei und getreidefrei – ideal bei Futtermittelallergien
- Reich an Beta-Carotin, Vitaminen und Mineralstoffen
- Guter Rohfasergehalt fördert eine gesunde Darmtätigkeit