Sumpfläufer
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Calidris falcinellus (Pontoppidan, 1763)
- Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
- Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
- Gattung: Strandläufer (Calidris)
- Lebensraum: Arktische Moore und Sümpfe; auf dem Zug Binnenlandfeuchtgebiete, Schlammflächen, Überschwemmungswiesen
- Größe: 16–18 cm Körperlänge; Flügelspannweite ca. 36–40 cm
- Gewicht: 30–60 g
- Lebenserwartung: Bis etwa 10 Jahre (in freier Wildbahn), genaue Daten sind aufgrund der schwierigen Erfassbarkeit begrenzt
Aussehen & Merkmale
Der Sumpfläufer ist ein kleiner, zierlicher Watvogel, der in seiner Gestalt den übrigen Strandläufern der Gattung Calidris ähnelt, sich aber durch mehrere Merkmale von diesen unterscheidet. Auffällig ist der vergleichsweise lange, leicht nach unten gebogene Schnabel, der an der Spitze etwas abgeflacht wirkt. Die Beine sind relativ lang und grünlich bis gelblich gefärbt, was dem Vogel ein hochbeiniges Erscheinungsbild verleiht.
Im Brutkleid zeigt das Gefieder auf der Oberseite ein kräftiges Muster aus rotbraunen, schwarzen und weißen Federpartien. Die Federn des Mantels und der Schultern tragen breite kastanienbraune Säume, die der Art ein warm getöntes Aussehen geben. Die Unterseite ist im Prachtkleid dicht mit dunklen Flecken und V-förmigen Zeichnungen auf weißem Grund bedeckt, vor allem an Brust und Flanken. Im Schlichtkleid wirkt der Sumpfläufer deutlich unscheinbarer: Die Oberseite wird eintönig graubraun, die Unterseite überwiegend weiß mit schwacher Strichelung an den Brustseiten. Ein heller Überaugenstreif ist in beiden Kleidern erkennbar und dient als nützliches Bestimmungsmerkmal im Feld.
Im Flug zeigt der Sumpfläufer einen schmalen, weißen Flügelstreif und weiße Schwanzseiten. Von ähnlichen Arten wie dem Alpenstrandläufer (Calidris alpina) oder dem Zwergstrandläufer (Calidris minuta) lässt er sich durch die Kombination aus gebogenem Schnabel, längeren Beinen und dem charakteristischen Brustgefieder abgrenzen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Brutgebiet des Sumpfläufers erstreckt sich über einen schmalen Streifen der subarktischen und arktischen Zone, von Nordskandinavien ostwärts durch Sibirien. Die Art brütet bevorzugt in sumpfigen Tundralandschaften, feuchten Moorgebieten und Seggenwiesen mit niedriger Vegetation. Diese Biotope bieten sowohl Deckung als auch ein reiches Nahrungsangebot an Wirbellosen.
In Mitteleuropa – und damit auch im deutschsprachigen Raum – tritt der Sumpfläufer ausschließlich als seltener Durchzügler auf. Er wird vornehmlich während des Herbstzuges von Juli bis September und seltener im Frühjahr an geeigneten Rasthabitaten beobachtet. Dabei bevorzugt er schlammige Uferzonen von Binnengewässern, Klärteiche, Überschwemmungsflächen und flache Verlandungszonen. Küstennahes Watt nutzt er seltener als andere Strandläuferarten. Die Überwinterungsgebiete liegen vorwiegend in Ostafrika, vom Sudan und Äthiopien südwärts bis Tansania und Mosambik, sowie in geringerer Zahl auf dem indischen Subkontinent.
In Deutschland gelingen pro Jahr nur wenige Dutzend gesicherte Nachweise, was den Sumpfläufer zu einem begehrten Beobachtungsobjekt für Ornithologen macht. Traditionelle Rastplätze finden sich an den großen Binnenseen und Feuchtgebieten Norddeutschlands, etwa am Helmestausee, am Neusiedler See im österreichischen Burgenland oder am Bodensee.
Ernährung
Der Sumpfläufer ernährt sich überwiegend von kleinen Wirbellosen. Im Brutgebiet stehen Insekten und deren Larven, insbesondere Zuckmückenlarven, Käfer und Köcherfliegenlarven, auf dem Speiseplan. An den Rastplätzen während des Zuges nimmt er Schlammschnecken, Ringelwürmer, kleine Krebstiere und gelegentlich pflanzliche Kost wie Sämereien auf.
Bei der Nahrungssuche stelzt der Vogel mit schnellen Schritten über flach überflutete Schlammflächen und stochert mit raschen, nähmaschinenartigen Schnabelbewegungen im weichen Substrat. Der leicht gebogene Schnabel erlaubt es ihm, Beutetiere knapp unter der Schlammoberfläche zu ertasten. Anders als der Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea), mit dem er gelegentlich verwechselt wird, sucht der Sumpfläufer seine Nahrung tendenziell in flacherer Wassertiefe.
Verhalten & Lebensweise
Der Sumpfläufer ist tagaktiv, kann aber während der Zugzeit auch in der Dämmerung aktiv auf Nahrungssuche beobachtet werden. Außerhalb der Brutzeit tritt er einzeln oder in kleinen Trupps auf, oft vergesellschaftet mit anderen Strandläuferarten wie Bruchwasserläufern (Tringa glareola) oder Kampfläufern (Calidris pugnax). Er zeigt ein eher unauffälliges Verhalten und ist am Rastplatz weniger scheu als viele vergleichbare Arten, was die Beobachtung auf kurze Distanz ermöglicht.
Der Zug erfolgt auf einer überwiegend östlichen Route über das östliche Mittelmeer und das Niltal nach Afrika. Einzelne Individuen weichen nach Westen ab und erreichen so Mitteleuropa. Der Ruf ist ein leises, trockenes „djit" oder „prrit", das im Flug geäußert wird und sich von den Rufen anderer Strandläufer unterscheidet.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz findet im Brutgebiet ab Ende Mai