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Taubenschwänzchen

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Nachtfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Macroglossum stellatarum
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Schwärmer (Sphingidae)
  • Gattung: Macroglossum
  • Lebensraum: Offene Landschaften, Gärten, Parklandschaften, Felshänge, mediterrane Garrigue
  • Flügelspannweite: 40–50 mm
  • Körperlänge: ca. 20–25 mm
  • Gewicht: ca. 0,3 g
  • Lebenserwartung: als Falter etwa 3–4 Monate, bei Überwinterung bis zu 8 Monate

Aussehen & Merkmale

Das Taubenschwänzchen ist ein mittelgroßer Schwärmer mit einem kompakten, gedrungenen Körperbau. Der Thorax und die vorderen Abschnitte des Abdomens sind graubraun und dicht behaart, wodurch der Körper eine pelzartige Textur erhält. Die Vorderflügel sind graubraun gefärbt und tragen zwei dunklere Querbinden. Die Hinterflügel fallen durch ihre leuchtend orange-gelbe Grundfärbung auf, die im Flug sichtbar wird, in Ruhestellung jedoch von den Vorderflügeln verdeckt wird.

Das namensgebende Merkmal ist der breite, seitlich abgeflachte Haarbüschel am Hinterleibsende. Dieser schwarzweiße Fächer ähnelt den Schwanzfedern einer Taube und wird während des Schwirrflugs aufgespreizt, wo er vermutlich als Steuerruder dient. Der Saugrüssel (Proboscis) ist im ausgerollten Zustand etwa 25–28 mm lang und ermöglicht es dem Falter, Nektar aus tiefen Blütenkelchen aufzunehmen. Die großen Facettenaugen sitzen seitlich am Kopf und verleihen dem Tier ein ausgezeichnetes Sehvermögen, das für die präzise Ansteuerung von Blüten im Schwirrflug unerlässlich ist.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Taubenschwänzchens erstreckt sich über weite Teile der Alten Welt. Das Stammgebiet umfasst den Mittelmeerraum, Nordafrika, den Nahen Osten sowie Teile Zentral- und Ostasiens. In Europa reicht das ganzjährig besiedelte Habitat von der Iberischen Halbinsel über Südfrankreich und Italien bis nach Griechenland und in die Türkei. In günstigen Jahren dringen Wanderfalter im Frühjahr und Sommer weit nach Norden vor und erreichen Skandinavien, die Britischen Inseln und gelegentlich sogar Island.

In Mitteleuropa, einschließlich Deutschland, Österreich und der Schweiz, tritt die Art regelmäßig als Wanderfalter auf. In den letzten Jahrzehnten wurde zunehmend beobachtet, dass einzelne Tiere in klimatisch begünstigten Regionen wie dem Oberrheingraben, dem Bodenseegebiet oder städtischen Wärmeinseln überwintern. Als Biotope bevorzugt das Taubenschwänzchen blütenreiche Standorte – Gärten, Balkonkästen, sonnige Wegränder, Ruderalflächen und mediterrane Trockenrasen zählen zu den typischen Aufenthaltsorten.

Ernährung

Das Taubenschwänzchen ernährt sich ausschließlich von Blütennektar, den es mit seinem langen Saugrüssel aufnimmt. Dabei zeigt es eine Vorliebe für röhrenförmige Blüten mit hohem Nektargehalt. Zu den bevorzugten Nektarpflanzen gehören Sommerflieder (Buddleja davidii), Petunien, Phlox, Lavendel, Roter Baldrian (Centranthus ruber), Natternkopf (Echium vulgare) und verschiedene Geranium-Arten. Das Tier besucht eine einzelne Blüte nur für Bruchteile einer Sekunde, bevor es zur nächsten wechselt. Pro Minute kann es dabei bis zu 100 Blüten anfliegen. Durch dieses Verhalten trägt es erheblich zur Bestäubung bei.

Die Raupen des Taubenschwänzchens ernähren sich von Pflanzen der Gattungen Galium (Labkräuter) und Rubia (Röte). Besonders das Kletten-Labkraut (Galium aparine) und das Echte Labkraut (Galium verum) dienen als Futterpflanzen. Die Raupen fressen vorwiegend nachts und ruhen tagsüber an der Unterseite von Blättern und Stängeln.

Verhalten & Lebensweise

Anders als die meisten Vertreter der Schwärmerfamilie ist das Taubenschwänzchen überwiegend tagaktiv. Es fliegt bevorzugt bei Sonnenschein und hohen Temperaturen, ist aber auch in der Dämmerung und bei bedecktem Himmel aktiv. Die Flugaktivität erstreckt sich in Mitteleuropa von den Vormittagsstunden bis in den späten Nachmittag, mit einer Ruhepause in der größten Mittagshitze.

Der Schwirrflug des Taubenschwänzchens ist die auffälligste Verhaltensweise der Art und der Grund für häufige Verwechslungen mit Kolibris – insbesondere bei Beobachtern, die das Tier nicht kennen. Die Flügelschlagfrequenz liegt bei rund 70–90 Schlägen pro Sekunde, was ein deutlich hörbares Summen erzeugt. Im Schwirrflug vor einer Blüte verharrt der Falter auf der Stelle und hält mit dem Rüssel Kontakt zur Nektarquelle. Die Fluggeschwindigkeit im Streckenflug beträgt bis zu 50 km/h.

Das Taubenschwänzchen ist ein ausgesprochener Wanderfalter. Die Frühjahrs­migration beginnt im März und April, wenn Tiere aus dem Mittelmeerraum nordwärts ziehen. Die Nachkommen dieser Einwanderer bilden im Spätsommer eine Rückwanderungswelle. Einzelne Individuen zeigen eine hohe Ortstreue und kehren über Tage und Wochen zu denselben Blütenbeständen zurück.

Fortpflanzung & Aufzucht

Das Weibchen legt die kugelförmigen, grünlich gefärbten Eier einzeln an den Blütenknospen oder Blättern der Futterpflanzen ab – bevorzugt an Labkraut-Arten. Die Eiablage erfolgt im