Teichhuhn
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Gallinula chloropus
- Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
- Familie: Rallen (Rallidae)
- Gattung: Gallinula
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer mit dichter Ufervegetation
- Größe: 30–38 cm Körperlänge
- Gewicht: 190–500 g
- Flügelspannweite: 50–55 cm
- Lebenserwartung: Bis zu 15 Jahre in freier Wildbahn, durchschnittlich 3–5 Jahre
Aussehen & Merkmale
Das Teichhuhn – auch als Teichralle bekannt – ist ein kompakter, mittelgroßer Wasservogel mit überwiegend dunkelbraunem bis schieferschwarzem Gefieder. Die Oberseite erscheint olivbraun, die Unterseite dunkelgrau bis schwarz. An den Flanken verläuft ein auffälliger weißer Längsstreifen, der im Feld ein gutes Erkennungsmerkmal darstellt. Die Unterschwanzdecken sind ebenfalls weiß und werden beim Schwimmen oft aufgestellt, sodass sie weithin sichtbar sind.
Das markanteste Merkmal des Teichhuhns ist die leuchtend rote Stirnplatte (Frontalschild), die nahtlos in den gleichfalls roten Schnabel übergeht. Die Schnabelspitze ist gelblich-grün gefärbt. Die Beine sind kräftig, grünlich-gelb und tragen lange, unbewebte Zehen ohne Schwimmlappen – ein deutlicher Unterschied zum nah verwandten Blässhuhn (Fulica atra), das breite Schwimmlappen an den Zehen besitzt und eine weiße statt rote Stirnplatte zeigt.
Jungvögel sind insgesamt heller gefärbt, eher bräunlich-grau, und ihnen fehlt die rote Stirnplatte. Der Schnabel ist bei Jungvögeln dunkel mit heller Spitze. Die Mauser ins Adultkleid erfolgt im ersten Lebensjahr.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Teichhuhns ist außerordentlich groß. Die Art kommt in weiten Teilen Europas, Asiens, Afrikas sowie in Teilen Nord- und Südamerikas vor. In Mitteleuropa ist sie ein häufiger Brut- und Jahresvogel. In den nördlicheren Regionen des Areals – etwa in Skandinavien oder Nordosteuropa – ziehen die Populationen im Winter nach Süden oder Südwesten, während die Bestände in West- und Mitteleuropa überwiegend standorttreu sind oder nur kurze Strecken wandern.
Als Habitat bevorzugt das Teichhuhn stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Ufervegetation. Typische Biotope sind Teiche, Weiher, Altarme, Gräben, Parkgewässer und schilfbestandene Seeufer. Entscheidend ist das Vorhandensein von Röhricht, Seggenbeständen oder überhängendem Gebüsch am Ufer, das Deckung bietet. Anders als das Blässhuhn meidet das Teichhuhn offene, vegetationsarme Wasserflächen. In Städten besiedelt es auch kleine Parkteiche und Kanäle, sofern genügend Uferbewuchs vorhanden ist.
Ernährung
Das Teichhuhn ist ein Allesfresser (Omnivore) mit einem breiten Nahrungsspektrum. Den Hauptteil der Nahrung bilden pflanzliche Bestandteile: Wasserlinsen, Samen, Triebe, Blätter und Früchte von Wasser- und Uferpflanzen. Daneben nimmt es regelmäßig tierische Kost zu sich, darunter Insekten und deren Larven, Schnecken, Würmer, kleine Krebstiere und gelegentlich kleine Fische oder Kaulquappen.
Die Nahrungssuche findet sowohl im Wasser als auch an Land statt. Auf dem Wasser schwimmt das Teichhuhn mit nickenden Kopfbewegungen und pickt Nahrung von der Oberfläche. Es taucht gelegentlich den Kopf unter Wasser, kann aber auch kurzzeitig komplett untertauchen. An Land sucht es in Ufernähe nach Nahrung und weidet auf Wiesen oder Rasenflächen, wobei es sich nicht weit vom schützenden Ufergebüsch entfernt.
Verhalten & Lebensweise
Teichhühner sind überwiegend tagaktiv, zeigen aber auch in der Dämmerung und nachts Aktivität – insbesondere während der Zugzeiten. Im Vergleich zu vielen anderen Wasservögeln verhalten sie sich eher scheu und zurückhaltend. Bei Störungen suchen sie rasch die Deckung der Ufervegetation auf, wobei sie oft mit gesenktem Kopf und angelegtem Gefieder ins Schilf flüchten. Über offene Wasserflächen rennen sie mit flatternden Flügeln und schlagenden Füßen, bevor sie abheben.
Während der Brutzeit verteidigen Teichhühner ihr Revier energisch gegen Artgenossen und andere Eindringlinge. Revierkämpfe können heftig ausfallen: Die Vögel attackieren sich mit Schnabelhieben und Fußtritten auf dem Wasser. Außerhalb der Brutzeit sind sie weniger territorial und bilden an nahrungsreichen Gewässern lockere Ansammlungen, ohne echte Schwärme oder Gruppen zu formen.
Charakteristisch ist der ruckartige Schwimmstil mit ständigem Kopfnicken. Der Fluchtflug wirkt schwerfällig: Der Vogel läuft zunächst über die Wasseroberfläche, bevor er sich in die Luft erhebt. Auf dem Boden bewegt sich das Teichhuhn mit geschickten, schnellen Schritten, kletternd durch dichtes Gestrüpp und sogar auf Büsche und niedrige Bäume.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt in Mitteleuropa ab März. Das Männchen lockt das Weibchen durch laute, krächzende Rufe und ritualisierte Schwimmbewegungen. Teichhühner leben in der Regel monogam, wobei die Paarbindung oft über mehrere Brutperioden bestehen bleibt.
Das Nest wird dicht über der Wasseroberfläche in der Ufervegetation errichtet – zwischen Schilfhalmen, in Seggenbeständen oder in überhängenden Zweigen. Es besteht aus Pflanzenmaterial und hat die Form einer flachen