Teichwasserläufer
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Tringa stagnatilis
- Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
- Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
- Gattung: Wasserläufer (Tringa)
- Lebensraum: Feuchtwiesen, Sümpfe, flache Ufer von Teichen und Seen, Überschwemmungsflächen
- Größe: 22–25 cm Körperlänge, Flügelspannweite ca. 40–45 cm
- Gewicht: 50–90 g
- Lebenserwartung: bis ca. 10 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Teichwasserläufer ist ein schlanker, elegant wirkender Watvogel von mittlerer Größe. Im Vergleich zu verwandten Arten wie dem Grünschenkel (Tringa nebularia) oder dem Rotschenkel (Tringa totanus) fällt er durch seinen besonders langen, dünnen und geraden Schnabel auf, der im Verhältnis zum Kopf auffallend lang erscheint. Die Beine sind lang, schlank und von grünlich-gelber bis olivgrüner Färbung, was ihm eine hochbeinige Silhouette verleiht.
Im Brutkleid zeigt das Gefieder auf der Oberseite ein dunkelbraunes Muster mit feinen hellen Säumen an den Federn. Die Unterseite ist überwiegend weiß mit dunklen Flecken und Streifen, besonders an Brust und Flanken. Im Schlichtkleid wirkt der Vogel insgesamt blasser: Die Oberseite nimmt einen gleichmäßig graubraunen Ton an, während die Unterseite nahezu reinweiß ist. Ein deutlicher weißer Überaugenstreif kontrastiert mit dem dunklen Zügelstreif zwischen Auge und Schnabelbasis.
Im Flug ist der Teichwasserläufer gut an seinem weißen Bürzel und dem keilförmig auf den Rücken hochziehenden weißen Feld zu erkennen. Die Füße ragen im Flug deutlich über die Schwanzspitze hinaus. Von anderen Wasserläufern der Gattung Tringa lässt er sich durch die Kombination aus geradem, feinem Schnabel, den vergleichsweise langen Beinen und der insgesamt zierlichen Gestalt unterscheiden.
Lebensraum & Verbreitung
Das Brutgebiet des Teichwasserläufers erstreckt sich über die Steppen- und Waldsteppenzone Osteuropas und Zentralasiens, von der Ukraine und Südrussland ostwärts bis in die Mongolei. In Mitteleuropa tritt die Art nicht als Brutvogel auf, sondern ausschließlich als Durchzügler und seltener Gast. In Deutschland wird der Teichwasserläufer vor allem während des Frühjahrszuges im April und Mai sowie auf dem Herbstzug von Juli bis September beobachtet, wobei die Nachweise insgesamt selten bleiben.
Als Habitat bevorzugt der Teichwasserläufer im Brutgebiet offene Feuchtwiesen, feuchte Steppen mit niedrigem Bewuchs und die Ränder von Steppenseen. Auf dem Durchzug nutzt er flache Teichufer, Schlammflächen, Überschwemmungsflächen, Kläranlagen und Reisfelder. Die Überwinterungsgebiete liegen in Afrika südlich der Sahara, in Südasien und in Australien. Der Teichwasserläufer ist somit ein ausgeprägter Langstreckenzieher, der auf seinem Zug mehrere Tausend Kilometer zurücklegt.
Ernährung
Die Nahrung des Teichwasserläufers besteht überwiegend aus kleinen Wirbellosen. Er erbeutet Insekten und deren Larven, darunter Zuckmückenlarven, Käfer und Fliegen, sowie kleine Krebstiere, Würmer und gelegentlich Schnecken. Bei der Nahrungssuche watet er durch flaches Wasser und stochert mit seinem langen Schnabel gezielt im weichen Schlamm oder pickt Beutetiere von der Wasseroberfläche und von Pflanzenteilen ab. Dabei bewegt er sich oft rasch und zielgerichtet vorwärts. Im Gegensatz zu manchen anderen Schnepfenvögeln, die ihren Schnabel tief in den Boden bohren, nutzt der Teichwasserläufer eher eine oberflächennahe Nahrungssuchtechnik.
Verhalten & Lebensweise
Der Teichwasserläufer ist vorwiegend tagaktiv, kann aber insbesondere während der Zugzeit auch in der Dämmerung bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Er tritt einzeln, in kleinen Trupps oder gemischt mit anderen Limikolenarten auf. Am Rastplatz zeigt er sich oft weniger scheu als andere Wasserläufer und lässt den Beobachter vergleichsweise nah herankommen.
Der Flugruf ist ein helles, einsilbiges „tjüh" oder ein leises „tju-tju", das sich deutlich vom kräftigeren Ruf des Grünschenkels unterscheidet. Während der Balz führen die Männchen im Brutgebiet auffällige Singflüge durch, bei denen sie in wellenförmigen Bahnen über dem Revier fliegen und dabei trillernde Rufreihen von sich geben. Ein festes Revier wird nur zur Brutzeit verteidigt; außerhalb der Brutsaison zeigt die Art ein geselliges Verhalten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt je nach Region im Mai und erstreckt sich bis in den Juni. Das Nest wird am Boden angelegt, meist in einer flachen Mulde, die spärlich mit Grashalmen und Pflanzenteilen ausgepolstert wird. Der Neststandort befindet sich typischerweise in niedrigem Gras oder auf feuchtem Wiesengelände, oft in einiger Entfernung vom offenen Wasser.
Das Gelege umfasst in der Regel vier Eier von blass ockerfarbener Grundfarbe mit dunklen Flecken. Beide Altvögel bebrüten die Eier über einen Zeitraum von etwa 22 bis 23 Tagen. Die Küken sind Nestflüchter: Sie verlassen das Nest kurz nach dem Schlupf und folgen den Elterntieren zur Nahrungssuche an nahe gelegene Gewässerufer. Die Jungvögel sind nach rund vier Wochen flugfähig. In der Regel findet nur eine Brut pro Jahr statt.
Bedrohung & Schutzstatus
Der Teichwasserläufer wird von der