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Timneh-Graupapagei

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Psittacus timneh
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Gattung: Graupapageien (Psittacus)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Waldränder und Mangrovengebiete Westafrikas
  • Größe: 28–33 cm Körperlänge
  • Gewicht: 275–375 g
  • Lebenserwartung: 40–50 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 60 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Timneh-Graupapagei ist die kleinere der beiden Arten innerhalb der Gattung Psittacus. Gegenüber dem bekannteren Kongo-Graupapagei (Psittacus erithacus) fällt er durch sein insgesamt dunkleres Gefieder auf. Die Federn des Rückens, der Brust und des Bauches sind anthrazitgrau bis dunkelgrau gefärbt und weisen helle, weißliche Säume auf, die dem Gefieder eine leichte Schuppung verleihen. Der Kopf zeigt eine ähnliche Graufärbung, wobei die Federpartien rund um die Augen unbefiedert und weißlich-grau sind – ein Merkmal, das beide Graupapagei-Arten teilen.

Ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal zum Kongo-Graupapagei ist die Schwanzfärbung: Beim Timneh-Graupapagei sind die Schwanzfedern dunkel braunrot bis kastanienbraun, während sie beim Kongo-Graupapagei leuchtend rot erscheinen. Der Oberschnabel ist bei adulten Timneh-Graupapageien im oberen Bereich hornfarben bis rosafarben und geht zur Spitze hin in ein dunkles Grauschwarz über. Diese zweifarbige Schnabelfärbung unterscheidet ihn deutlich von der einheitlich schwarzen Schnabelfärbung des Kongo-Graupapageis. Die Iris ist bei Jungvögeln dunkelgrau und hellt sich mit zunehmendem Alter zu einem blassgelben Ton auf. Die Füße sind dunkelgrau mit kräftigen Zehen in typischer Papageien-Anordnung (Zygodactylie: zwei Zehen nach vorn, zwei nach hinten), die ein geschicktes Klettern und Greifen ermöglicht.

Ein Geschlechtsdimorphismus ist äußerlich nicht erkennbar. Die Geschlechtsbestimmung erfolgt in der Regel über DNA-Analyse oder endoskopische Untersuchung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Timneh-Graupapageis erstreckt sich über den westlichen Teil Westafrikas. Es reicht von Guinea-Bissau über Sierra Leone und Liberia bis in den Westen der Elfenbeinküste. Die östliche Grenze des Areals wird ungefähr durch den Bandama-Fluss in der Elfenbeinküste markiert – östlich davon beginnt das Habitat des Kongo-Graupapageis. Bis 2012 wurden beide Formen als Unterarten einer einzigen Art geführt; seitdem gelten sie aufgrund genetischer und morphologischer Unterschiede als eigenständige Arten.

Der Timneh-Graupapagei bewohnt vorwiegend dichte tropische Tieflandregenwälder, nutzt aber auch Galeriewälder entlang von Flussläufen, Sekundärwälder, Waldlichtungen und Mangrovengebiete. Gelegentlich wird er an Waldrändern in der Nähe landwirtschaftlicher Flächen beobachtet, wo er Kulturpflanzen aufsucht. Er bevorzugt Biotope mit hohem Baumbestand, der ausreichend Bruthöhlen und Nahrungsquellen bietet. In höheren Lagen über 1.000 Metern kommt er selten vor.

Ernährung

Die Nahrung des Timneh-Graupapageis ist überwiegend pflanzlich. Er ernährt sich von Samen, Nüssen, Früchten, Beeren und Blüten verschiedener Baumarten. Zu den bevorzugten Nahrungsquellen zählen die Früchte der Ölpalme (Elaeis guineensis), die in seinem Verbreitungsgebiet weit verbreitet ist. Darüber hinaus frisst er Samen von Waldbäumen, unreife Getreidearten und gelegentlich Rinde. In einigen Regionen suchen Timneh-Graupapageien auch Mais- und Hirsefelder auf, was zu Konflikten mit der lokalen Landwirtschaft führen kann.

Die Nahrungsaufnahme findet überwiegend in den Baumkronen statt. Dabei nutzen die Vögel ihren kräftigen Schnabel, um harte Nussschalen zu knacken, und setzen ihre Füße geschickt als Greifwerkzeug ein. Gelegentlich wurde beobachtet, dass Graupapageien mineralhaltige Erde oder Lehm aufnehmen (Geophagie), vermutlich um Toxine aus der pflanzlichen Nahrung zu neutralisieren oder den Mineralhaushalt zu ergänzen.

Verhalten & Lebensweise

Timneh-Graupapageien sind tagaktive Vögel mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Außerhalb der Brutzeit leben sie in Schwärmen, die mehrere Dutzend bis über hundert Individuen umfassen können. Morgens und abends fliegen die Schwärme gemeinsam zwischen Schlafbäumen und Nahrungsplätzen hin und her, wobei sie laute, kreischende Rufe ausstoßen. Die Schlafplätze befinden sich meist in hohen Bäumen und werden von vielen Vögeln gemeinschaftlich genutzt.

Innerhalb der Schwärme bilden sich dauerhafte Paarbindungen, die oft über viele Jahre bestehen. Die Kommunikation erfolgt über ein vielfältiges Repertoire an Rufen und Lautäußerungen. Wie der Kongo-Graupapagei verfügt auch der Timneh-Graupapagei über eine ausgeprägte Fähigkeit zur Nachahmung von Geräuschen und menschlicher Sprache, was ihn zu einem der sprachbegabtesten Papageien überhaupt macht. In Gefangenschaft gehaltene Individuen können Hunderte von Wörtern und Lauten erlernen und diese teilweise kontextbezogen einsetzen.

Die Art ist standorttreu und unternimmt keine saisonalen Wanderungen im eigentlichen Sinne, zeigt jedoch lokale Bewegungen in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot.

Fortpflanzung