Tölpel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Sula (Gattung) / Morus (Gattung)
- Ordnung: Suliformes (Ruderfüßer)
- Familie: Sulidae (Tölpel)
- Gattungen: Sula (6 Arten), Morus (3 Arten), Papasula (1 Art)
- Lebensraum: Küstenregionen, offene Ozeane, tropische und gemäßigte Meere
- Größe: 64–100 cm Körperlänge, Flügelspannweite bis 180 cm
- Gewicht: 0,7–3,6 kg je nach Art
- Lebenserwartung: 15–25 Jahre, einzelne Arten bis über 40 Jahre
Aussehen & Merkmale
Tölpel sind große, kräftig gebaute Seevögel mit einem stromlinienförmigen Körper, der perfekt an das Leben über und im Meer angepasst ist. Der Schnabel ist lang, konisch und an den Rändern leicht gezackt, was das Festhalten glitschiger Beute erleichtert. Die Nasenlöcher sind bei allen Arten verschlossen – Tölpel atmen ausschließlich durch die Mundwinkel. Diese Anpassung verhindert das Eindringen von Wasser bei den charakteristischen Sturzflügen ins Meer.
Das Gefieder variiert je nach Art erheblich. Der Basstölpel (Morus bassanus), die einzige in europäischen Gewässern brütende Art, trägt ein überwiegend weißes Gefieder mit schwarzen Flügelspitzen und einem gelblich getönten Kopf. Tropische Arten wie der Blaufußtölpel (Sula nebouxii) oder der Rotfußtölpel (Sula sula) zeigen dagegen braune, weiße oder gescheckte Gefiedervarianten. Allen Arten gemeinsam sind die relativ langen, schmalen Flügel und der keilförmige Schwanz, der als Steuerruder beim Tauchstoß dient.
Ein auffälliges Merkmal sind die Schwimmhäute zwischen allen vier Zehen. Bei einigen Arten sind diese Häute intensiv gefärbt: Der Blaufußtölpel besitzt leuchtend blaue, der Rotfußtölpel rote Füße. Die Färbung spielt bei der Partnerwahl eine entscheidende Rolle. Unter der Gesichtshaut befinden sich zudem Luftpolster, die bei den Hochgeschwindigkeitstauchgängen als Stoßdämpfer fungieren.
Lebensraum & Verbreitung
Die Familie der Tölpel umfasst zehn Arten, die in tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeresregionen weltweit verbreitet sind. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Atlantik, den Pazifik und den Indischen Ozean. Die drei Arten der Gattung Morus – Basstölpel, Kaptölpel (Morus capensis) und Australischer Tölpel (Morus serrator) – bewohnen die gemäßigten Breiten, während die sechs Sula-Arten vorwiegend in den Tropen vorkommen. Der Abbotttölpel (Papasula abbotti), einziger Vertreter seiner Gattung, brütet ausschließlich auf der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean.
Als Habitat nutzen Tölpel die offene See und kehren nur zur Brut an Land zurück. Die Brutkolonien befinden sich auf Felsklippen, Inseln oder – bei tropischen Arten – auch auf Bäumen und Sträuchern. Der Basstölpel brütet unter anderem auf den Shetlandinseln, auf Helgoland und an den Küsten Islands, Norwegens und Neufundlands. Außerhalb der Brutsaison verbringen Tölpel die meiste Zeit fliegend oder schwimmend auf offener See.
Ernährung
Tölpel ernähren sich fast ausschließlich von Fisch, gelegentlich ergänzt durch Tintenfische. Sie jagen, indem sie aus Höhen von 10 bis 40 Metern senkrecht oder in steilem Winkel ins Wasser stoßen. Unmittelbar vor dem Eintauchen legen sie die Flügel eng an den Körper an und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Unter Wasser können sie Tiefen von mehreren Metern erreichen und die Beute sowohl beim Abtauchen als auch beim Wiederaufsteigen ergreifen.
Zu den wichtigsten Beutefischen zählen Heringe, Makrelen, Sardinen und Fliegende Fische. Tölpel jagen oft in Gruppen, besonders wenn Fischschwärme von Delfinen oder Thunfischen an die Oberfläche getrieben werden. Dieses gemeinschaftliche Jagdverhalten lässt sich gut an den spektakulären Massentauchgängen beobachten, bei denen dutzende Vögel gleichzeitig ins Wasser schießen.
Verhalten & Lebensweise
Tölpel sind tagaktive Vögel, die den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche über dem offenen Meer verbringen. Sie sind ausdauernde Flieger und nutzen die Thermik sowie den dynamischen Segelflug, um weite Strecken mit minimalem Energieaufwand zurückzulegen. Einzelne Individuen können auf der Nahrungssuche über 300 Kilometer vom Brutplatz entfernt jagen.
Der Name „Tölpel" geht auf das Verhalten der Vögel an Land zurück: Auf festen Untergrund wirken sie mit ihrem watschelnden Gang unbeholfen, und historisch ließen sie sich von Seeleuten ohne große Mühe fangen, da sie gegenüber Menschen kaum Scheu zeigten. Im Englischen trägt die Gattung den Namen „Booby", abgeleitet vom spanischen „bobo" (Dummkopf), aus demselben Grund.
Innerhalb der Brutkolonien verteidigen Tölpel ein kleines Revier rund um den Nistplatz aggressiv mit Schnabelhieben und lautem Geschrei gegen Artgenossen. Außerhalb der Brutzeit leben die meisten Arten einzelgängerisch oder in lockeren Verbänden auf See.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz der Tölpel gehört zu den eindrücklichsten Ritualen unter den Seevögeln. Beim Blaufußtölpel präsentiert das Männchen seine farbigen Füße in einem langsamen, tänzelnden Stolziergang. Basstölpel begrüßen