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Totenkopfschabe

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Tierart – Insekten > Geradflügler & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Blaberus craniifer
  • Ordnung: Schaben (Blattodea)
  • Familie: Riesenschaben (Blaberidae)
  • Gattung: Blaberus
  • Lebensraum: Tropische Wälder, Höhlen, menschliche Siedlungen in Mittelamerika und der Karibik
  • Größe: 5–8 cm Körperlänge
  • Gewicht: ca. 3–7 g
  • Lebenserwartung: 1–2 Jahre (im Labor bis zu 2,5 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Die Totenkopfschabe gehört zu den größeren Vertretern der Familie Blaberidae und erreicht eine Körperlänge von fünf bis acht Zentimetern. Der Name leitet sich von einer auffälligen Zeichnung auf dem Pronotum – dem schildartigen Halsschild – ab, die an einen menschlichen Totenkopf erinnert. Diese dunkelbraune bis schwarze Markierung hebt sich deutlich vom hellbraunen bis bernsteinfarbenen Grund des Pronotums ab und ist bei jedem Tier individuell leicht verschieden.

Der Körper ist dorsoventral abgeflacht, wie bei den meisten Schaben. Die Deckflügel (Tegmina) sind voll ausgebildet und reichen bis über das Abdomen hinaus. Darunter liegen häutige Hinterflügel, mit denen die Tiere grundsätzlich flugfähig sind – allerdings nutzen sie diese Fähigkeit nur selten und meist nur bei höheren Temperaturen oder zur Flucht. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern vorhanden, wobei die Männchen etwas schlanker gebaut sind als die breiteren Weibchen. Die Cerci am Hinterleibsende sind kurz und stumpf. Die langen, fadenförmigen Antennen dienen als primäres Sinnesorgan und sind dicht mit Sensillen besetzt, die chemische Reize aufnehmen.

Die Körperoberfläche ist glatt und leicht glänzend. Die Beine tragen Dornen an den Tibien und enden in Tarsen mit Haftlappen (Arolien), die das Klettern auf glatten Oberflächen ermöglichen. Nymphen – also die Jugendstadien – sind flügellos und dunkler gefärbt als die adulten Tiere.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Totenkopfschabe umfasst Mittelamerika und die Karibik, insbesondere Kuba, Mexiko und die angrenzenden Regionen. Ihr bevorzugtes Habitat sind tropische und subtropische Wälder, wo sie in der Laubstreu des Waldbodens, unter loser Baumrinde und in Felsspalten lebt. Besonders häufig findet man sie in Höhlen, wo sie sich von Fledermausguano und organischen Ablagerungen ernährt.

In ihrem natürlichen Biotop besiedelt Blaberus craniifer bevorzugt feuchte, warme Mikrohabitate mit Temperaturen zwischen 25 und 32 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent. Als synanthrope Art tritt sie gelegentlich auch in menschlichen Siedlungen auf, wo sie in Lagerräumen, Kellern und anderen dunklen, feuchten Bereichen vorkommt. Durch den internationalen Handel wurde die Art vereinzelt in tropische Regionen anderer Kontinente verschleppt, hat dort jedoch keine größeren Populationen etabliert.

Ernährung

Die Totenkopfschabe ist ein typischer Omnivore mit einer Vorliebe für pflanzliche Kost. In der Natur ernährt sie sich von verrottenden Pflanzenteilen, Früchten, Samen, Pilzen und organischem Detritus. In Höhlen stellt Fledermausguano eine wesentliche Nahrungsquelle dar. Tierische Nahrung in Form von Aas oder toten Arthropoden wird ebenfalls aufgenommen, spielt aber eine untergeordnete Rolle.

Als Destruent leistet die Art einen Beitrag zum Nährstoffkreislauf ihres Ökosystems, indem sie organisches Material zersetzt und dem Boden wieder zuführt. In Gefangenschaft wird sie mit Obst, Gemüse, Haferflocken, Fischfutter und gelegentlich proteinreichen Zusätzen wie Katzentrockenfutter ernährt. Frisches Wasser wird über feuchte Substrate oder Wassergel bereitgestellt, da die Tiere bei Wassermangel schnell dehydrieren.

Verhalten & Lebensweise

Blaberus craniifer ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sich die Tiere in Spalten, unter Rinde oder in selbst gegrabenen Mulden in lockerem Substrat. Mit Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Sie leben in losen Aggregationen, die durch chemische Signale – sogenannte Aggregationspheromone – zusammengehalten werden. Ein ausgeprägtes Sozialverhalten wie bei staatenbildenden Insekten existiert nicht, doch die Tiere zeigen eine deutliche Präferenz für Gruppennähe.

Bei Bedrohung setzen Totenkopfschaben auf mehrere Verteidigungsstrategien. Zunächst pressen sie sich flach auf den Untergrund und verharren reglos. Werden sie weiter bedrängt, können sie ein zischendes Geräusch erzeugen, indem sie Luft durch die Stigmen (Atemöffnungen) pressen. Dieses Abwehrzischen ist weniger ausgeprägt als bei der verwandten Madagaskar-Fauchschabe (Gromphadorhina portentosa), dient aber dem gleichen Zweck – dem Erschrecken potenzieller Fressfeinde. Zu diesen zählen in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet vor allem Amphibien, Reptilien, Spinnen und kleine Säugetiere.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Totenkopfschabe vermehrt sich ovovivipar. Das Weibchen bildet eine Oothek (Eipaket) im Inneren des Körpers, die zunächst kurzzeitig aus der Genitaltasche herausragt und dann wieder eingezogen wird. Die Eier entwickeln sich anschließend im Brutraum des Weibchens, wo sie durch die Körperwärme und Feuchtigkeit geschützt sind. Nach einer Tragzeit von etwa 60 bis 70 Tagen bringt das Weibchen zwischen 20 und 35 lebende Nymphen zur Welt.

Die frisch geschlüpften Nymphen sind weiß und verfärben sich