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Venezuela-Amazone

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Amazona amazonica
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Gattung: Amazonenpapageien (Amazona)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Savannen, Mangrovenwälder
  • Größe: 31–33 cm Körperlänge
  • Gewicht: 300–470 g
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 50 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Venezuela-Amazone ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Papagei mit dem für die Gattung Amazona typischen kräftigen Körperbau. Das Gefieder ist überwiegend grün, wobei die einzelnen Federn an Brust und Rücken feine dunklere Säume aufweisen, die dem Vogel eine leicht geschuppte Optik verleihen. Auffällig sind die gelben Wangenpartien sowie eine blaue bis violette Stirnzeichnung, die individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Der Flügelspiegel zeigt im Flug einen deutlich sichtbaren orange-roten Fleck auf den äußeren Armschwingen, der im Ruhezustand verdeckt bleibt und als zuverlässiges Bestimmungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten dient.

Der Schnabel ist hornfarben mit dunklerer Spitze, kräftig und seitlich leicht zusammengedrückt – ein typisches Merkmal der Papageien, das sowohl zum Knacken von Samen als auch zum Klettern genutzt wird. Die Iris ist orange bei adulten Tieren, während Jungvögel eine dunklere Augenfarbe zeigen. Die Füße sind grau mit kräftigen Zehen in der für Papageien charakteristischen Zygodactylie, bei der zwei Zehen nach vorn und zwei nach hinten gerichtet sind. Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus fehlt; Männchen und Weibchen lassen sich äußerlich kaum unterscheiden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Venezuela-Amazone erstreckt sich über weite Teile des nördlichen und zentralen Südamerikas. Die Art kommt von Venezuela und den Guayanas über Kolumbien, Ecuador und Peru bis ins Amazonasbecken Brasiliens und nach Bolivien vor. Darüber hinaus existieren eingebürgerte Populationen auf einigen Karibikinseln, darunter Trinidad und Tobago sowie Puerto Rico.

Als Habitat bevorzugt die Art tropische Tieflandwälder, sowohl immergrüne Regenwälder als auch saisonale Trockenwälder und Galeriewälder entlang von Flussläufen. Sie besiedelt zudem Savannenlandschaften mit Baumbestand, Mangrovenwälder und zunehmend auch landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaften sowie Stadtrandgebiete. Die Höhenverbreitung reicht vom Tiefland bis in Lagen von etwa 800 Metern, gelegentlich auch bis 1.200 Meter über dem Meeresspiegel. Die Art zeigt eine vergleichsweise hohe Anpassungsfähigkeit an veränderte Biotope, was sie von vielen anderen Amazonenpapageien unterscheidet.

Ernährung

Die Venezuela-Amazone ernährt sich überwiegend pflanzlich. Auf dem Speiseplan stehen Samen, Früchte, Beeren, Blüten, Knospen und Nüsse verschiedener tropischer Baumarten. Besonders gern werden die Früchte von Palmen, Feigen und Mangobäumen aufgenommen. Ergänzend frisst die Art gelegentlich Blätter und junge Triebe.

In landwirtschaftlich genutzten Gebieten suchen Venezuela-Amazonen regelmäßig Plantagen und Felder auf, wo sie sich an Mais, Kakao, Kaffeekirschen und anderen Kulturfrüchten bedienen. Dieses Verhalten führt lokal zu Konflikten mit der Landwirtschaft und hat der Art in einigen Regionen den Ruf eines Ernteschädlings eingebracht. Wie viele Papageien suchen auch Venezuela-Amazonen mineralhaltige Lehmwände auf – sogenannte Colpas –, um dort Lehm aufzunehmen, der vermutlich pflanzliche Toxine im Verdauungstrakt bindet und wichtige Mineralstoffe liefert.

Verhalten & Lebensweise

Venezuela-Amazonen sind tagaktive Vögel, die meist in Paaren oder kleinen Gruppen unterwegs sind. Außerhalb der Brutzeit bilden sie größere Schwärme von mehreren Dutzend bis einigen Hundert Individuen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und abends an festen Schlafbäumen zusammenkommen. Diese gemeinschaftlichen Schlafplätze werden oft über Jahre beibehalten, und der abendliche An- sowie morgendliche Abflug gehört zu den eindrücklichsten Naturschauspielen in ihrem Verbreitungsgebiet.

Die Rufe der Venezuela-Amazone sind laut und durchdringend, typisch für die Gattung. Im Flug geben die Vögel rhythmisch wiederholte, schrille Schreie von sich, die über weite Distanzen hörbar sind. Die Art gilt als gute Fliegerin mit schnellem, geradlinigem Flug und flachen Flügelschlägen unterbrochen von kurzen Gleitphasen. Am Boden bewegen sich die Vögel eher ungeschickt, nutzen aber ihr Klettergeschick, um sich behände im Geäst fortzubewegen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Region und fällt meist in die Trockenzeit oder den Beginn der Regenzeit. Venezuela-Amazonen leben monogam; Paarbindungen bestehen häufig über mehrere Jahre. Die Balz umfasst gegenseitiges Füttern, Kopfnicken und das Spreizen der Schwanzfedern. Als Höhlenbrüter nutzen sie natürliche Baumhöhlen, bevorzugt in abgestorbenen Palmen oder großen Laubbäumen, gelegentlich auch Termitenbauten oder Felsnischen.

Das Gelege besteht aus zwei bis fünf weißen Eiern, die allein vom Weibchen bebrütet werden. Die Brutdauer beträgt etwa 25 bis 26 Tage. Das Männchen versorgt das Weibchen während der Brutzeit mit Nahrung. Die Nestlinge schlüpfen nackt und blind und werden von beiden Elternteilen gefüttert. Nach etwa acht Wochen verlassen die Jungvögel die Bruthöhle, bleiben aber noch mehrere Monate