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Vierstreifennatter

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Nattern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Elaphe quatuorlineata
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Nattern (Colubridae)
  • Gattung: Kletternattern (Elaphe)
  • Lebensraum: Trockene bis halbfeuchte Habitate in Südosteuropa und Teilen Westasiens – Macchia, Steineichenwälder, Kulturland
  • Größe: 120–180 cm, Einzelexemplare bis 260 cm
  • Gewicht: 800–2.000 g
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Vierstreifennatter zählt zu den größten Schlangenarten Europas. Ausgewachsene Exemplare erreichen regelmäßig Gesamtlängen von 150 bis 180 cm; in seltenen Fällen wurden Tiere mit über 250 cm dokumentiert. Der Körper ist kräftig gebaut und im Querschnitt leicht abgeflacht, was der Art beim Klettern zugutekommt.

Namensgebend sind vier dunkle Längsstreifen, die vom Nacken bis zum Schwanz über die gelblich-braune bis olivfarbene Grundfärbung verlaufen. Diese Streifen sind bei adulten Tieren deutlich ausgeprägt, während Jungtiere ein vollkommen anderes Zeichnungsmuster aufweisen: Sie tragen dunkle Sattelflecken auf hellem Grund, die mit zunehmendem Alter zu den charakteristischen Längsstreifen verschmelzen. Der Kopf ist verhältnismäßig breit und vom Hals abgesetzt, die Pupillen sind rund – ein typisches Merkmal ungiftiger Nattern. Die glatten, leicht glänzenden Schuppen stehen in 25 Reihen um die Körpermitte.

Es werden zwei Unterarten anerkannt: Elaphe quatuorlineata quatuorlineata, die Nominatform aus dem westlichen Verbreitungsgebiet, und Elaphe quatuorlineata scyrensis von der ägäischen Insel Skyros, die kleiner bleibt und eine abweichende Färbung zeigt. Die früher als Unterart geführte Elaphe quatuorlineata sauromates wird heute als eigene Art betrachtet – die Östliche Vierstreifennatter (Elaphe sauromates).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Vierstreifennatter erstreckt sich über den südöstlichen Mittelmeerraum. Die Art kommt in Süditalien, auf Sizilien, entlang der östlichen Adriaküste von Slowenien über Kroatien und Montenegro bis nach Albanien sowie in Griechenland einschließlich zahlreicher ägäischer Inseln vor. Isolierte Populationen existieren zudem in Teilen Nordmazedoniens und des westlichen Bulgariens.

Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Biotopen. Bevorzugt werden trockenwarme, strukturreiche Landschaften mit einem Mosaik aus offenen Flächen und Gehölzbeständen: Macchia, lichte Steineichen- und Kiefernwälder, Olivenhaine, Trockenmauerwerk und steiniges Kulturland. In der Nähe menschlicher Siedlungen findet man sie in Ruinen, an Trockensteinmauern und in verlassenen Gebäuden. Die Höhenverbreitung reicht vom Meeresniveau bis auf etwa 1.000 m, stellenweise bis 1.600 m.

Die Art ist wärmeliebend und bevorzugt Regionen mit mediterranem oder submediterranem Klima. Entscheidend für die Habitatwahl sind ausreichend Versteckmöglichkeiten wie Felsspalten, Steinhaufen oder Baumhöhlen sowie ein gutes Angebot an Beutetieren.

Ernährung

Die Vierstreifennatter ernährt sich als Nahrungsgeneralist von einem breiten Beutespektrum. Kleine bis mittelgroße Säugetiere bilden den Hauptanteil der Nahrung – darunter Mäuse, Ratten und junge Kaninchen. Ergänzend werden Vögel und deren Eier erbeutet, wobei die Kletterfähigkeit der Art den Zugang zu Nestern in Bäumen und Sträuchern erleichtert. Gelegentlich stehen auch Eidechsen auf dem Speiseplan, vor allem bei Jungtieren, die sich zunächst von kleineren Beutetieren wie Eidechsen und Insekten ernähren.

Wie alle Kletternattern der Gattung Elaphe ist die Vierstreifennatter eine Würgeschlange. Sie umschlingt ihre Beute mit mehreren Körperschlingen und tötet sie durch Konstriktion, bevor sie kopfvoran verschlungen wird. Eier werden mithilfe spezieller Fortsätze der Halswirbel aufgebrochen.

Verhalten & Lebensweise

Die Vierstreifennatter ist überwiegend tagaktiv, wobei sie in den heißen Sommermonaten ihre Aktivität zunehmend in die Morgen- und Abendstunden sowie in die Dämmerung verlagert. Im Hochsommer kann gelegentlich auch nachtaktives Verhalten beobachtet werden. Während des Winters – in der Regel von November bis März – hält die Art eine Winterruhe in frostfreien Verstecken wie tiefen Felsspalten, Erdbauten anderer Tiere oder Hohlräumen unter Wurzelstöcken.

Die Art ist eine ausgezeichnete Kletterin und bewegt sich geschickt in Büschen, an Mauern und in Baumkronen. Am Boden bewegt sie sich eher langsam und bedächtig. Bei Bedrohung kann sie heftig zubeißen und dabei ein übelriechendes Sekret aus den Analdrüsen absondern. Giftig ist sie nicht. Im Vergleich zu anderen europäischen Nattern gilt sie als relativ standorttreu; die Aktionsräume einzelner Individuen überlappen sich häufig, ein ausgeprägtes Revierverhalten ist nicht bekannt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe, in der Regel im April oder Mai. Die Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und nutzen dabei ihre Jacobsonsche Organe zur Aufnahme von Duftstoffen. Zwischen rivalisierenden Männchen kann es zu Kommentkämpfen kommen, bei denen die Tiere ihre Körper umeinanderwinden