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Walzenskink

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Tierart – Reptilien > Echsen – Warane & Skinke

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chalcides ocellatus
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Skinke (Scincidae)
  • Gattung: Walzenskinke (Chalcides)
  • Lebensraum: Trockene, steinige Habitate, Halbwüsten, Kulturland und Küstenregionen rund um das Mittelmeer
  • Größe: 15–30 cm Gesamtlänge (je nach Unterart)
  • Gewicht: 15–40 g
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Walzenskink verdankt seinen deutschen Namen der charakteristischen Körperform: Der Rumpf ist zylindrisch, langgestreckt und nahezu gleichmäßig im Querschnitt – er erinnert an eine Walze. Die glatte, glänzende Beschuppung verleiht dem Tier ein metallisch schimmerndes Erscheinungsbild, das je nach Unterart und Herkunftsgebiet variiert. Die Grundfärbung reicht von olivbraun über sandgelb bis hin zu graubraun. Auf den Flanken und dem Rücken befinden sich bei den meisten Unterarten auffällige Augenflecken (Ocelli), die aus dunklen Ringen mit hellem Zentrum bestehen und dem Tier seinen wissenschaftlichen Artnamen ocellatus eingetragen haben.

Die Extremitäten sind verhältnismäßig kurz, aber voll ausgebildet und jeweils fünfzehig. Im Vergleich zu anderen Vertretern der Gattung Chalcides, bei denen die Gliedmaßen zum Teil stark reduziert oder sogar vollständig rückgebildet sind, besitzt C. ocellatus gut funktionstüchtige Beine. Der Kopf ist relativ klein, vom Hals kaum abgesetzt und geht fließend in den Rumpf über. Die Augen sind klein und durch ein durchsichtiges, fest verwachsenes Unterlid – das sogenannte Brillenhäutchen – geschützt. Der Schwanz macht etwa die Hälfte der Gesamtlänge aus und kann bei Bedrohung abgeworfen werden (Autotomie), wächst jedoch nur unvollständig nach.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Walzenskinkes erstreckt sich über weite Teile des Mittelmeerraums und Nordafrikas. Die Art kommt in Süditalien, auf Sardinien, Sizilien, Malta, Kreta und zahlreichen ägäischen Inseln vor. In Nordafrika besiedelt sie Gebiete von Marokko über Algerien, Tunesien und Libyen bis nach Ägypten. Östlich reicht das Areal über die Levante (Israel, Jordanien, Libanon, Syrien) bis in den Irak und nach Pakistan.

Als Habitat bevorzugt der Walzenskink trockene, offene Landschaften mit lockeren Böden, die ihm das Eingraben ermöglichen. Typische Biotope sind Steppen, Halbwüsten, Macchien, Olivenhaine, Weinberge und Ruderalflächen. In der Nähe menschlicher Siedlungen nutzt er gerne Trockenmauern, Steinhaufen und Komposthaufen als Versteckmöglichkeiten. In Gebirgsregionen wurde die Art bis auf etwa 1.800 Meter Höhe nachgewiesen.

Ernährung

Der Walzenskink ist ein Insektenfresser (insektivor) mit einem breiten Nahrungsspektrum. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Käfer, Heuschrecken, Grillen, Ameisen, Spinnen und deren Larven. Gelegentlich werden auch Schnecken und andere Wirbellose erbeutet. Die Jagd erfolgt überwiegend visuell: Der Skink lauert an geschützten Stellen und stößt blitzschnell vor, sobald ein Beutetier in Reichweite kommt. In Gefangenschaft nehmen die Tiere bereitwillig Heimchen, Mehlwürmer und Wachsmottenlarven an.

Verhalten & Lebensweise

Der Walzenskink ist vorwiegend tagaktiv, wobei er in den heißen Sommermonaten seine Aktivitätsphasen in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlagert. Bei extremer Hitze kann ein zeitweiliger Übergang zu dämmerungsaktivem Verhalten beobachtet werden. Die Tiere sind bodenbewohnend und halten sich bevorzugt unter flachen Steinen, in Felsspalten oder in selbstgegrabenen Gängen im lockeren Substrat auf. Dank der glatten Beschuppung und des walzenförmigen Körpers können sie sich geschickt durch Erde und Sand bewegen, ohne dabei auf die vollständige Grabweise anderer Skinke angewiesen zu sein.

Walzenskinke sind Einzelgänger und zeigen kein ausgeprägtes Territorialverhalten, tolerieren Artgenossen außerhalb der Paarungszeit jedoch auch auf engem Raum. Bei Gefahr reagieren sie mit schneller Flucht in Deckung oder graben sich blitzartig ein. Die bereits erwähnte Autotomie des Schwanzes dient als letzte Verteidigungsstrategie: Der abgeworfene Schwanz zuckt noch minutenlang und lenkt den Angreifer ab, während der Skink in Sicherheit gelangt.

In den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets hält die Art eine Winterruhe, die je nach klimatischen Bedingungen von November bis Februar oder März dauern kann. In Nordafrika und der Levante bleibt die Aktivität hingegen weitgehend ganzjährig bestehen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Eine Besonderheit innerhalb der Gattung Chalcides ist die bei C. ocellatus vorherrschende Viviparie (Lebendgeburt). Nach einer Tragzeit von etwa 60 bis 90 Tagen bringt das Weibchen zwischen 2 und 10 voll entwickelte Jungtiere zur Welt, die beim Schlupf eine Gesamtlänge von etwa 5 bis 7 cm aufweisen. Die Paarungszeit fällt in den Frühling, typischerweise in die Monate April und Mai. Zur Balz nähert sich das Männchen dem Weibchen mit ruckartigen Kopfbewegungen und Zungenschlagen. Nach erfolgreicher Kopulation werden die Jungtiere im Hochsommer geboren.

Die Neugeborenen sind sofort selbstständig und beginnen innerhalb weniger Stunden mit der Nahrungssuche. Eine elterliche