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Walzenspinne

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Tierart – Spinnentiere > Sonstige Spinnentiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Solifugae (Ordnung)
  • Ordnung: Walzenspinnen (Solifugae)
  • Familien: 12 rezente Familien, darunter Galeodidae, Solpugidae, Eremobatidae
  • Anzahl bekannter Arten: ca. 1.100
  • Lebensraum: Trockene, warme Habitate – Wüsten, Halbwüsten, Steppen, Savannen
  • Größe: 1–7 cm Körperlänge, mit Beinen bis zu 15 cm Spannweite
  • Gewicht: bis ca. 50 g bei den größten Arten
  • Lebenserwartung: ca. 1–2 Jahre

Aussehen & Merkmale

Walzenspinnen sind trotz ihres Namens keine echten Spinnen (Araneae), sondern bilden innerhalb der Klasse der Spinnentiere (Arachnida) eine eigenständige Ordnung. Ihr Körper gliedert sich in einen Prosoma (Vorderleib) und ein auffällig segmentiertes Opisthosoma (Hinterleib), das im Gegensatz zu dem der echten Spinnen deutlich gegliedert erscheint. Die Körperfarbe variiert je nach Art und Herkunft zwischen sandgelb, bräunlich und dunkelbraun – eine Anpassung an die jeweiligen Bodenverhältnisse ihres Lebensraums.

Das auffälligste Merkmal sind die enorm vergrößerten Cheliceren – zangenförmige Mundwerkzeuge, die bei großen Arten bis zu einem Drittel der Körperlänge erreichen können. Diese Cheliceren arbeiten vertikal gegeneinander und verfügen über scharfe Zähne, mit denen Walzenspinnen selbst harte Chitinpanzer von Insekten oder die Haut kleiner Wirbeltiere durchdringen. Giftdrüsen besitzen Walzenspinnen nicht; sie töten ihre Beute ausschließlich mechanisch.

Walzenspinnen haben vier Laufbeinpaare sowie ein Paar Pedipalpen, die am Ende keulenförmig verdickt sind und als Tastorgane sowie zum Ergreifen von Beute dienen. Das erste Beinpaar ist reduziert und wird ebenfalls als Tastorgan eingesetzt, sodass Walzenspinnen funktionell nur sechs Beine zur Fortbewegung nutzen. An den Endgliedern der Pedipalpen sitzen klebrige Haftorgane (Malleoli bei manchen Autoren als Sinneshärchen beschrieben), die bei der Beutejagd eine Rolle spielen. Die Tracheen – röhrenförmige Atemorgane – versorgen den Körper mit Sauerstoff, was Walzenspinnen eine hohe Stoffwechselrate und damit eine außergewöhnliche Schnelligkeit ermöglicht.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Walzenspinnen umfasst große Teile Afrikas, des Nahen Ostens, Zentralasiens, Südasiens sowie den Südwesten Nordamerikas und Teile Südamerikas. Sie fehlen in Australien und in den meisten Regionen Europas – lediglich auf der Iberischen Halbinsel, in Griechenland und auf einigen Mittelmeerinseln kommen vereinzelte Arten vor, etwa die Gattung Gluvia.

Ihr bevorzugtes Habitat sind aride und semiaride Zonen: Sandwüsten, Geröllwüsten, trockene Grassteppen und lichte Dornbuschsavannen. Einige Arten besiedeln auch felsige Biotope in Gebirgsregionen bis auf über 3.000 Meter Höhe. Entscheidend für die Habitatwahl sind trockene Bodenverhältnisse und ausreichend Versteckmöglichkeiten unter Steinen, in Felsspalten oder in selbst gegrabenen Erdhöhlen.

Ernährung

Walzenspinnen sind ausgesprochen gefräßige Räuber mit einem breiten Beutespektrum. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Insekten, anderen Spinnentieren, Skorpionen und Hundertfüßern. Große Arten der Gattung Galeodes erbeuten gelegentlich auch kleine Eidechsen, Geckos oder nestjunge Nagetiere. Die Beute wird mit den Cheliceren gepackt, zerkleinert und vorverdaut: Walzenspinnen geben Verdauungssekrete auf die zermahlene Nahrung ab und saugen den entstandenen Brei auf (extraintestinale Verdauung).

Die hohe Stoffwechselrate bedingt einen nahezu ständigen Nahrungsbedarf. Walzenspinnen fressen in Gefangenschaft bisweilen so viel, dass ihr Opisthosoma sichtbar anschwillt. Dieses als „Überfressverhalten" beschriebene Phänomen tritt vor allem bei frisch gefangenen Individuen auf.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Walzenspinnenarten sind streng nachtaktiv und verbringen den Tag in Verstecken oder selbst gegrabenen Bauten. Einige wenige Arten, etwa aus der Familie Galeodidae, jagen auch tagsüber. Nachts begeben sich Walzenspinnen auf aktive Jagdstreifzüge, wobei sie sich mit hoher Geschwindigkeit über den Boden bewegen – Schätzungen reichen bis zu 16 km/h, was sie zu den schnellsten Spinnentieren überhaupt macht.

Walzenspinnen sind Einzelgänger ohne festes Revier. Begegnungen zwischen Artgenossen führen häufig zu Kannibalismus, besonders wenn ein Individuum deutlich kleiner ist als das andere. Die Tiere orientieren sich vornehmlich über Vibrationswahrnehmung und Tastsinn; ihre Augen – ein Paar Medianaugen auf dem Augenhügel des Prosoma – sind vergleichsweise einfach gebaut und dienen hauptsächlich der Hell-Dunkel-Unterscheidung.

Ein oft beschriebenes Verhalten ist die scheinbare Verfolgung von Menschen. Dies ist jedoch kein aggressives Verhalten: Walzenspinnen laufen dem Schatten eines sich bewegenden Menschen hinterher, um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung der Walzenspinnen verläuft je nach Familie unterschiedlich. Bei vielen Arten verfällt das Weibchen während der Paarung in eine Art Starre (Katalepsie), während das Männchen mit seinen Cheliceren ein Spermapaket (Spermatophore) formt und in die Geschlechtsöffnung des Weibchens einbringt. Eine Bal