Wapiti
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Cervus canadensis
- Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
- Familie: Hirsche (Cervidae)
- Unterfamilie: Echte Hirsche (Cervinae)
- Gattung: Cervus
- Lebensraum: Offene Wälder, Gebirgswiesen, Graslandschaften, Waldränder
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 200–270 cm, Schulterhöhe 130–155 cm
- Gewicht: Hirsche 300–500 kg, Kühe 200–300 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Wapiti zählt zu den größten lebenden Vertretern der Familie der Hirsche und wird nur vom Elch (Alces alces) an Körpergröße übertroffen. Der Körperbau ist kräftig und hochbeinig. Das Fell wechselt saisonal: Im Sommer zeigt es eine rotbraune bis gelbbraune Färbung, im Winter wird es dichter und nimmt einen graubraunen Ton an. Auffällig ist der helle, gelblich-weiße Spiegel – ein großer Fleck am Hinterteil, der sich deutlich vom übrigen Fell absetzt und als Erkennungsmerkmal innerhalb der Gruppe dient. Kopf, Hals und Beine sind dunkler gefärbt als der Rumpf. Am Hals tragen die Hirsche eine ausgeprägte, dunkle Mähne.
Nur die männlichen Tiere bilden ein Geweih aus. Dieses kann bei ausgewachsenen Hirschen eine Spannweite von über 120 cm erreichen und ein Gewicht von bis zu 18 kg auf die Waage bringen. Das Geweih ist typischerweise weitverzweigt mit sechs oder mehr Enden pro Stange. Es wird jährlich im späten Winter abgeworfen und innerhalb weniger Monate unter einer nährstoffversorgenden Basthaut neu gebildet. Der Bast wird vor Beginn der Brunft an Bäumen und Sträuchern abgefegt.
Lebensraum & Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Wapiti erstreckt sich über Nordamerika und Ostasien. In Nordamerika besiedelt die Art weite Teile der westlichen USA und Kanadas – von den Rocky Mountains bis zur Pazifikküste. Historisch reichte das Areal auch über die Great Plains bis an die Atlantikküste, doch durch intensive Bejagung und Lebensraumverlust im 19. Jahrhundert wurde die Art aus großen Teilen ihres östlichen Verbreitungsgebietes verdrängt. Wiederansiedlungsprogramme haben den Wapiti inzwischen in einige dieser Regionen zurückgebracht, etwa nach Kentucky, Tennessee und Virginia.
In Ostasien leben mehrere Unterarten, darunter der Altai-Maral (Cervus canadensis sibiricus) und der Mandschurische Wapiti (Cervus canadensis xanthopygus). Diese asiatischen Populationen wurden lange als eigenständige Art unter dem Namen Maral geführt. Genetische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die asiatischen und nordamerikanischen Formen eine gemeinsame Art bilden, die sich vom europäischen Rothirsch (Cervus elaphus) taxonomisch abgrenzen lässt.
Als Habitat bevorzugt der Wapiti halboffene Landschaften – Übergangsbereiche zwischen Wald und Grasland, Gebirgswiesen, lichte Nadelwälder und die Randzonen borealer Wälder. In den Rocky Mountains nutzen die Tiere saisonale Wanderungen zwischen höher gelegenen Sommerhabitaten und geschützten Tallagen als Winterquartier. Diese vertikalen Wanderungen können Strecken von 100 km und mehr umfassen.
Ernährung
Wapiti sind Pflanzenfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie gelten als Mischäser, die je nach Jahreszeit sowohl Gräser als auch Kräuter, Blätter, Triebe und Rinde aufnehmen. Im Frühjahr und Sommer dominieren frische Gräser und krautige Pflanzen den Speiseplan. Im Herbst ergänzen Beeren und Früchte die Nahrung. Während der Wintermonate, wenn die Schneedecke den Zugang zu Bodenvegetation einschränkt, weichen die Tiere verstärkt auf Zweige, Rinde und Flechten aus.
Ein ausgewachsener Wapiti benötigt täglich etwa 10–15 kg Pflanzenmaterial. Die Tiere verbringen einen erheblichen Teil des Tages mit der Nahrungsaufnahme und dem anschließenden Wiederkäuen. Als Wiederkäuer verfügen sie über einen vierkammerigen Magen, der die effiziente Verwertung von Zellulose durch symbiontische Mikroorganismen ermöglicht.
Verhalten & Lebensweise
Wapiti leben in Gruppen, deren Zusammensetzung sich im Jahresverlauf ändert. Weibchen bilden mit ihren Kälbern und Jungtieren aus dem Vorjahr Rudel von 10 bis 50 Individuen, die von einer erfahrenen Leitkuh angeführt werden. Die männlichen Tiere leben außerhalb der Brunftzeit in lockeren Junggesellengruppen oder einzelgängerisch.
Die Aktivitätsmuster sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wobei die Tiere in ungestörten Gebieten auch tagsüber fressen. In Regionen mit hohem Jagddruck oder starker menschlicher Präsenz verlagern Wapiti ihre Aktivität fast vollständig in die Dunkelheit.
Während der Brunft im September und Oktober besetzen die Hirsche Reviere und versuchen, Gruppen von Kühen um sich zu scharen. Das typische Brunftverhalten umfasst das weithin hörbare Röhren der Hirsche – ein hoher, pfeifender Ruf, der sich deutlich vom tiefen Röhren des europäischen Rothirsches unterscheidet. Rivalisierende Hirsche messen sich zunächst durch Imponiergehabe und Parallelgänge. Eskaliert der Konflikt, kommt es zu Geweihkämpfen, bei denen sich die Kontrahenten mit verschränkten Geweihen schieben und drücken. Schwere Verletzungen sind selten, können aber vorkommen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in den Herbst. Nach einer Tragzeit von rund 240 bis 260 Tagen bringt die Kuh im späten Frü