Wasserflöhe
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Definition & Überblick
Wasserflöhe (Daphnia) sind kleine Krebstiere aus der Ordnung der Blattfußkrebser (Cladocera), die in stehenden und langsam fließenden Süßgewässern weltweit vorkommen. Trotz ihres Namens sind sie nicht mit Flöhen verwandt – die Bezeichnung leitet sich von ihrer hüpfenden Fortbewegung im Wasser ab. Mit einer Körpergröße von 0,5 bis 5 Millimetern zählen sie zum Zooplankton und bilden in der Natur eine zentrale Nahrungsquelle für Jungfische, Amphibienlarven und zahlreiche Wirbellose.
In der Tierernährung haben Wasserflöhe eine lange Tradition als hochwertiges tierisches Futtermittel. Sie werden als Lebendfutter, Frostfutter oder getrocknet angeboten und gelten als Ergänzungsfuttermittel – nicht als Alleinfuttermittel. Ihre besondere Bedeutung liegt in der Kombination aus leicht verdaulichem Protein, natürlichen Ballaststoffen durch den Chitinpanzer und einem hohen Gehalt an Mikronährstoffen. Im Zoofachhandel sind vor allem die Arten Daphnia magna und Daphnia pulex erhältlich.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Nährstoffzusammensetzung von Wasserflöhen variiert je nach Art, Herkunft und Verarbeitungsform. Im getrockneten Zustand zeigen sie folgendes typisches Nährstoffprofil:
- Rohprotein: 50–65 % – bestehend aus gut verwertbaren Aminosäuren
- Rohfett: 5–10 % – mit einem günstigen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3, Omega-6)
- Rohfaser: 5–10 % – überwiegend in Form von Chitin aus dem Exoskelett
- Rohasche (Mineralstoffe): 10–20 % – darunter Kalzium, Phosphor, Magnesium und Spurenelemente
- Feuchte (getrocknet): ca. 5–10 %
Darüber hinaus enthalten Wasserflöhe natürliche Carotinoide, die zur Farbintensivierung bei Zierfischen beitragen, sowie Vitamine der B-Gruppe und Vitamin A. Der Chitingehalt ist ernährungsphysiologisch besonders interessant: Chitin wirkt als natürlicher Ballaststoff verdauungsfördernd und unterstützt die Darmperistaltik. Lebendfutter weist naturgemäß einen deutlich höheren Wasseranteil (über 90 %) und damit einen geringeren Nährstoffgehalt pro Gramm auf.
Für welche Tiere geeignet?
Wasserflöhe sind ein vielseitiges Futtermittel, das für verschiedene Tiergruppen in Frage kommt:
- Süßwasser-Zierfische: Besonders geeignet für kleine bis mittelgroße Arten wie Guppys, Neonsalmler, Platys, Kampffische (Betta splendens) und Zwergbuntbarsche. Auch Jungfische profitieren von lebenden Wasserflöhen als Aufzuchtfutter.
- Amphibien: Aquatische Molche, Axolotl und Froschlarven (Kaulquappen ab der karnivoren Phase) nehmen Wasserflöhe bereitwillig an.
- Wirbellose: Süßwassergarnelen und manche Krebsarten fressen Wasserflöhe als Ergänzung zu ihrem üblichen Futterangebot.
- Schildkröten: Junge Wasserschildkröten akzeptieren Wasserflöhe als proteinreiche Beikost.
Für Meerwasserfische sind Wasserflöhe weniger geeignet, da sie als Süßwasserorganismen ein anderes Fettsäureprofil aufweisen als marines Zooplankton. Auch für größere Raubfische stellen sie aufgrund ihrer geringen Größe keine sinnvolle Futterration dar.
Fütterungsempfehlung
Da Wasserflöhe als Ergänzungsfuttermittel einzustufen sind, sollten sie niemals die alleinige Nahrungsquelle darstellen. Eine ausgewogene Futterration erfordert die Kombination mit anderen Futtermitteln.
- Futtermenge: Als Richtwert gilt, dass nur so viel gefüttert wird, wie die Tiere innerhalb von 2–5 Minuten aufnehmen. Bei Lebendfutter reguliert sich die Menge teilweise selbst, da überschüssige Daphnien im Aquarium überleben und nach Bedarf gefressen werden.
- Fütterungsintervall: Zwei- bis dreimal pro Woche als Ergänzung zum Hauptfutter (Flockenfutter, Granulat oder andere Frostfuttersorten). Bei der Jungfischaufzucht kann die Frequenz auf tägliche Gaben erhöht werden.
- Anteil an der Gesamtfütterung: Wasserflöhe sollten 15–30 % der wöchentlichen Gesamtfutterration ausmachen, um eine einseitige Ernährung zu vermeiden.
Getrocknete Wasserflöhe quellen im Wasser auf und sollten vor der Fütterung kurz eingeweicht werden, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Frostfutter wird vor der Gabe auf Zimmertemperatur gebracht und mit etwas Aquarienwasser aufgetaut – niemals in heißem Wasser, da hitzeempfindliche Vitamine sonst zerstört werden.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hoher Proteingehalt bei moderatem Fettanteil – ideal als kalorienarme Proteinquelle
- Chitin fördert die Verdauung und wirkt leicht abführend, was Verstopfungen vorbeugen kann
- Natürliche Carotinoide intensivieren die Farbgebung bei Zierfischen
- Lebendfutter stimuliert den Jagdinstinkt und fördert arttypisches Verhalten
- Geringe Schadstoffbelastung bei kontrollierter Zucht
- Lebendfutter belastet die Wasserqualität weniger als Trockenfutter, da Überschüsse im Becken überleben