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Wassermilbe

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Tierart – Spinnentiere > Sonstige Spinnentiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hydrachnidiae (Synonym: Hydrachnidia, Hydracarina)
  • Ordnung: Trombidiformes (Laufmilben)
  • Überordnung: Parasitengona
  • Klasse: Arachnida (Spinnentiere)
  • Unterstamm: Chelicerata (Kieferklauenträger)
  • Lebensraum: Süßgewässer weltweit – stehende und fließende Gewässer, Grundwasser, seltener Brackwasser
  • Größe: 0,2–8 mm Körperlänge, je nach Art
  • Gewicht: Wenige Mikrogramm bis niedrige Milligramm-Bereiche
  • Lebenserwartung: Etwa 1–2 Jahre (artabhängig, teils bis zu 3 Jahre)
  • Artenzahl: Weltweit über 6.000 beschriebene Arten, in Mitteleuropa rund 500 Arten

Aussehen & Merkmale

Wassermilben sind kleine bis sehr kleine Spinnentiere, deren Körperbau den typischen Grundplan der Acari (Milben) widerspiegelt. Wie alle Milben besitzen sie im adulten Stadium acht Beine, während die Larven nur sechs Beine aufweisen. Der Körper ist nicht in deutlich getrennte Abschnitte gegliedert, sondern erscheint als kompakte, meist kugelige bis eiförmige Einheit – das sogenannte Idiosoma.

Die äußere Hülle (Integument) ist je nach Art weichhäutig oder durch sklerotisierte Platten (Sclerite) teilweise gepanzert. Viele Gattungen fallen durch eine kräftige Färbung auf: Rot-, Orange- und Gelbtöne dominieren, hervorgerufen durch Carotinoide in der Körperwand. Diese auffällige Warnfärbung signalisiert Fressfeinden einen unangenehmen Geschmack, da Wassermilben Drüsensekrete absondern, die für viele Prädatoren ungenießbar sind.

Am vorderen Körperende sitzen die Cheliceren (Kieferklauen) und Pedipalpen, die je nach Ernährungsweise unterschiedlich gestaltet sind. Augenpaare sind bei vielen Arten vorhanden, meist als ein oder zwei Paare einfacher Ocellen an der Vorderseite des Körpers angeordnet. Die Beine tragen bei vielen Arten Schwimmborsten – dichte Reihen feiner Haare, die wie Ruderblätter wirken und eine erstaunlich flinke Fortbewegung im Wasser ermöglichen.

Lebensraum & Verbreitung

Wassermilben besiedeln nahezu alle limnischen Lebensräume. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. Das bevorzugte Habitat reicht von flachen Tümpeln, Moorseen und pflanzenreichen Weihern über schnell fließende Bäche und Flüsse bis hin zum hyporheischen Interstitial – dem Lückensystem im Kieslückenwasser unterhalb von Fließgewässersohlen. Einige hochspezialisierte Arten leben ausschließlich im Grundwasser (stygobiont) und zeigen typische Anpassungen wie Pigmentverlust und Reduktion der Augen.

In stehenden Gewässern finden sich bevorzugt Vertreter der Familien Hydrachnidae, Pionidae und Arrenuridae, während in Fließgewässern Arten der Familien Hygrobatidae, Sperchontidae und Torrenticolidae dominieren. Quellbiotope beherbergen spezialisierte Gattungen wie Partnunia und Wandesia. Die Artenzusammensetzung in einem Gewässer hängt stark von Faktoren wie Wassertemperatur, Strömungsgeschwindigkeit, Substratbeschaffenheit und dem Vorkommen geeigneter Wirtsorganismen ab.

Aufgrund ihrer engen ökologischen Bindung an bestimmte Gewässertypen dienen Wassermilben als Bioindikatoren für die Gewässergüte. Besonders artenreiche Gemeinschaften deuten auf intakte, wenig belastete Habitate hin.

Ernährung

Die Ernährungsweise der Wassermilben unterscheidet sich grundlegend zwischen den Entwicklungsstadien. Adulte Tiere und Nymphen leben überwiegend räuberisch. Sie erbeuten Kleinkrebse (Cladoceren, Copepoden), Insektenlarven, Würmer und andere Milbenarten. Die Beute wird mit den Cheliceren angestochen und ausgesaugt – Wassermilben sind also keine Feststofffresser, sondern extraintestinale Verdauer, die vorverdaute Körperflüssigkeiten aufnehmen.

Die sechsbeinigen Larven hingegen leben parasitisch. Sie heften sich an aquatische Insekten wie Zuckmücken (Chironomidae), Eintagsfliegen (Ephemeroptera), Köcherfliegen (Trichoptera) oder Libellen (Odonata) und ernähren sich von deren Hämolymphe. Diese parasitische Phase dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern gleichzeitig der Ausbreitung (Phoresie), da die geflügelten Wirtsinsekten die Larven in neue Gewässer transportieren.

Verhalten & Lebensweise

Wassermilben sind überwiegend benthisch orientiert, das heißt, sie halten sich bevorzugt am Gewässergrund, auf Wasserpflanzen oder im Substrat auf. Viele Arten der stehenden Gewässer schwimmen jedoch aktiv durchs freie Wasser, wobei sie ihre beborsteten Beine als Ruder einsetzen. Die Fortbewegung wirkt dabei oft ruckartig-paddelnd.

Ein ausgeprägtes Territorialverhalten ist bei Wassermilben nicht bekannt. Die Tiere leben solitär und treffen außerhalb der Paarungszeit nur zufällig aufeinander. Viele Arten zeigen eine deutliche saisonale Aktivität: In gemäßigten Breiten liegt die Hauptaktivitätsphase im Frühjahr und Sommer, während einige Arten in den Wintermonaten als Deutonymphe oder Adulttier im Substrat ruhen. Die Atmung erfolgt über die gesamte Körperoberfläche – spezielle Atmungsorgane wie Tracheen fehlen bei den meisten aquatischen Formen; stattdessen diffundiert der gelöste Sauerstoff direkt durch das dünne Integument.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Wassermilben verläuft gesch