Weberknecht
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ordnung Opiliones
- Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
- Ordnung: Weberknechte (Opiliones)
- Anzahl der Arten: über 6.600 beschriebene Arten weltweit
- Verbreitungsgebiet: weltweit, mit Ausnahme der Antarktis
- Lebensraum: Wälder, Wiesen, Gärten, Höhlen, Gebirgsregionen
- Körperlänge: 2–22 mm (Körper ohne Beine), Beinspannweite bis über 15 cm
- Gewicht: wenige Milligramm bis unter 1 Gramm
- Lebenserwartung: 1–2 Jahre (bei den meisten europäischen Arten)
Aussehen & Merkmale
Weberknechte gehören zur Klasse der Spinnentiere, werden aber häufig mit den echten Webspinnen (Araneae) verwechselt. Der auffälligste Unterschied zu Webspinnen liegt im Körperbau: Während Webspinnen eine deutliche Einschnürung zwischen Vorderkörper (Prosoma) und Hinterkörper (Opisthosoma) aufweisen, sind diese beiden Körperabschnitte bei Weberknechten breit miteinander verwachsen. Der Körper wirkt daher kompakt und rundlich, fast wie aus einem Stück geformt.
Charakteristisch sind die extrem langen, dünnen Beine, die der Ordnung im Volksmund auch den Namen „Schneider" oder „Kanker" eingebracht haben. Die acht Laufbeine können bei manchen Arten das Zwanzigfache der Körperlänge erreichen. Das zweite Beinpaar ist in der Regel das längste und dient als Tastorgan, mit dem das Tier seine Umgebung abtastet. Diese Beine sind mit zahlreichen Sinneszellen ausgestattet und übernehmen eine ähnliche Funktion wie Antennen bei Insekten.
Auf der Oberseite des Vorderkörpers sitzt ein kleiner Augenhügel (Ocularium), der zwei einfache Medianaugen trägt. Im Gegensatz zu vielen Webspinnen, die sechs oder acht Augen besitzen, verfügen Weberknechte also nur über ein einzelnes Augenpaar. Die Sehfähigkeit ist entsprechend eingeschränkt – Weberknechte können vor allem Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen, sind aber nicht zu scharfem Sehen in der Lage.
Weberknechte besitzen weder Giftdrüsen noch Spinndrüsen. Sie produzieren also keine Seide und bauen keine Fangnetze. Stattdessen verfügen viele Arten über Stinkdrüsen (Wehrdrüsen, auch Repugnatorien genannt) an den Seiten des Vorderkörpers, die bei Bedrohung ein übelriechendes Sekret absondern.
Lebensraum & Verbreitung
Die Ordnung Opiliones ist mit Ausnahme der Antarktis auf allen Kontinenten vertreten. Die größte Artenvielfalt findet sich in tropischen und subtropischen Regionen, insbesondere in den Regenwäldern Südamerikas und Südostasiens. In Mitteleuropa kommen etwa 110 Arten vor, in Deutschland sind rund 50 Arten nachgewiesen.
Das bevorzugte Habitat variiert je nach Art erheblich. Viele der in Deutschland verbreiteten Arten wie der Gemeine Weberknecht (Phalangium opilio) besiedeln offene bis halboffene Biotope: Gärten, Hecken, Waldränder, Wiesen und landwirtschaftliche Flächen. Andere Arten bevorzugen feuchte, schattige Standorte wie Laubwälder, Moos- und Felshabitate oder Höhlen. Einige hochspezialisierte Höhlenarten (Troglobionten) haben als Anpassung an das unterirdische Leben ihre Augen vollständig zurückgebildet. In Gebirgsregionen finden sich Weberknechte bis in Höhenlagen von über 4.000 Metern.
In menschlichen Siedlungen treten Weberknechte regelmäßig an Hauswänden, in Kellern, Schuppen und Dachböden auf, wo sie besonders im Spätsommer und Herbst in großer Zahl zu beobachten sind.
Ernährung
Die meisten Weberknechte sind Allesfresser (Omnivoren) mit einer breiten Nahrungspalette. Sie erbeuten kleine Wirbellose wie Blattläuse, Milben, Springschwänze, kleine Schnecken und andere Gliederfüßer. Im Unterschied zu Webspinnen, die ihre Beute durch Giftbiss lähmen und anschließend vorverdauen, nehmen Weberknechte feste Nahrungspartikel auf. Sie können mit ihren Cheliceren (Kieferklauen) kleine Stücke von der Beute abreißen und direkt zerkauen.
Neben lebender Beute fressen Weberknechte auch Aas, Pilzsporen, Vogelkot und pflanzliches Material wie feuchte, verrottende Pflanzenteile. Diese breite Ernährungsweise macht sie zu wichtigen Destruenten im Ökosystem.
Verhalten & Lebensweise
Die Mehrzahl der mitteleuropäischen Weberknechte ist dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen die Tiere an geschützten Stellen – unter Rinde, in Felsspalten, an schattigen Mauern oder in dichter Vegetation. Bei einigen Arten wurde die Bildung von Schlafgemeinschaften beobachtet, bei denen sich Dutzende bis Hunderte von Individuen zu dichten Haufen zusammenfinden. Dieses Aggregationsverhalten dient vermutlich dem Schutz vor Austrocknung und Fressfeinden.
Wird ein Weberknecht von einem Fressfeind ergriffen, kann er eines oder mehrere seiner Beine an vorbestimmten Bruchstellen (Sollbruchstellen) abwerfen. Das abgetrennte Bein zuckt durch Muskelkontraktionen noch minutenlang weiter, was den Angreifer ablenkt, während das Tier flüchtet. Anders als bei Eidechsen wachsen verlorene Beine nicht nach. Viele adulte Weberknechte in der Natur weisen daher weniger als acht Beine auf.
Fortpflanzung & Aufzucht
Im Gegensatz zu den meisten anderen Spinnentieren erfolgt die Befruchtung bei Weberknechten direkt. Die Männchen besitzen ein ausstülpbares Begattungsorgan (Penis), mit