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Wegerich

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Wegerich bezeichnet eine Pflanzengattung (Plantago) aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae), die weltweit über 200 Arten umfasst. In der Tierernährung spielen vor allem drei Arten eine Rolle: der Spitzwegerich (Plantago lanceolata), der Breitwegerich (Plantago major) und der Mittlere Wegerich (Plantago media). Die Pflanzen wachsen auf Wiesen, an Wegrändern und auf Weideflächen und gehören damit zum natürlichen Nahrungsspektrum vieler Weidetiere und wildlebender Arten.

In der Tierernährung wird Wegerich als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt – frisch, getrocknet oder als Bestandteil von Kräuterheu. Er gilt nicht als Alleinfuttermittel, da sein Nährstoffprofil allein keine bedarfsdeckende Versorgung gewährleistet. Sein Wert liegt vielmehr in der Kombination aus sekundären Pflanzenstoffen, Schleimstoffen und Mineralstoffen, die das Wohlbefinden der Tiere unterstützen und die Futterration sinnvoll ergänzen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von Wegerich variiert je nach Art, Standort, Erntezeitpunkt und Verarbeitungsform. Die folgenden Werte beziehen sich auf getrockneten Spitzwegerich, der in der Fütterung am häufigsten verwendet wird:

  • Rohprotein: ca. 10–15 % in der Trockenmasse
  • Rohfett: ca. 2–4 %
  • Rohfaser: ca. 15–22 %
  • Rohasche: ca. 10–14 %

Besonders hervorzuheben ist der Gehalt an Mineralstoffen: Wegerich enthält vergleichsweise hohe Mengen an Kalzium, Kalium, Zink und Eisen. Bei den Vitaminen sind vor allem Vitamin C, Vitamin K und Beta-Carotin (eine Vorstufe von Vitamin A) relevant. Darüber hinaus enthält die Pflanze Schleimstoffe (insbesondere in den Samen), Gerbstoffe, Iridoidglykoside (wie Aucubin und Catalpol) sowie Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe sind für die traditionell bekannte Wirkung auf Atemwege und Verdauungstrakt verantwortlich.

Für welche Tiere geeignet?

Wegerich eignet sich als Futterbestandteil für eine Vielzahl von Tierarten:

  • Kaninchen und Meerschweinchen: Spitzwegerich und Breitwegerich zählen zu den beliebtesten Wiesenkräutern in der Frischfütterung. Sie werden in der Regel sehr gut angenommen und vertragen.
  • Schildkröten (europäische Landschildkröten): Wegericharten gehören zum natürlichen Nahrungsspektrum und sind aufgrund des günstigen Kalzium-Phosphor-Verhältnisses gut geeignet.
  • Pferde: Auf artenreichen Weideflächen nehmen Pferde Wegerich freiwillig auf. Getrockneter Spitzwegerich wird gelegentlich als Kräuterzusatz in der Futterration eingesetzt.
  • Rinder, Schafe und Ziegen: In Neuseeland und Großbritannien wird Spitzwegerich gezielt als Futterpflanze in Weidemischungen angebaut. Der hohe Mineralstoffgehalt und die gute Schmackhaftigkeit machen ihn wertvoll für Wiederkäuer.
  • Geflügel: Freilandhühner fressen Wegerichblätter auf der Weide. Eine gezielte Zufütterung ist möglich, spielt in der Praxis aber eine untergeordnete Rolle.
  • Nager (Hamster, Degus, Chinchillas): Getrockneter Wegerich kann in kleinen Mengen als Ergänzung angeboten werden.

Für Hunde und Katzen ist Wegerich als Futtermittel kaum relevant, da er im Rahmen einer fleischbasierten Ernährung keinen nennenswerten Beitrag leistet. Toxisch ist er für diese Tierarten jedoch nicht.

Fütterungsempfehlung

Da Wegerich ein Ergänzungsfuttermittel ist, sollte er stets als Teil einer ausgewogenen Futterration angeboten werden – nicht als alleinige Nahrungsquelle.

  • Kaninchen und Meerschweinchen: Frische Wegerichblätter können täglich als Bestandteil der Grünfuttermischung gegeben werden. Eine Handvoll Blätter pro Tier und Tag ist ein guter Richtwert. Getrockneter Wegerich kann dem Heu beigemischt werden (ca. 5–10 % der Heumenge).
  • Landschildkröten: Wegerich kann regelmäßig als Teil der Wiesenkräutermischung angeboten werden. Er sollte etwa 10–20 % der pflanzlichen Futtermenge ausmachen.
  • Pferde: Getrockneter Spitzwegerich wird mit 20–50 g pro Tag und Tier als Kräuterbeigabe empfohlen. Kurweise über 4–6 Wochen ist eine gängige Praxis, insbesondere während der Atemwegssaison.
  • Wiederkäuer: Auf Weiden mit Wegerichanteil regulieren die Tiere die Aufnahme selbst. Beim gezielten Anbau als Futterpflanze kann der Anteil in der Weidemischung 10–20 % betragen.

Beim Fütterungsintervall gilt: Frischer Wegerich kann täglich angeboten werden. Getrocknete Ware eignet sich besonders für die ganzjährige Fütterung außerhalb der Vegetationsperiode. Eine langsame Gewöhnung ist wie bei jedem Frischfutter ratsam, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hoher Gehalt an Mineralstoffen (Kalzium, Zink, Kalium) und