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Weizen

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Weizen (Triticum aestivum) ist eines der weltweit bedeutendsten Getreide und zählt in der Tierernährung zu den energiereichen pflanzlichen Futtermitteln. In Europa gehört Weizen neben Gerste und Mais zu den am häufigsten eingesetzten Getreidesorten in der Nutztierfütterung. Als Einzelfuttermittel wird er selten alleinstehend verfüttert, sondern überwiegend als Bestandteil von Mischfuttermitteln oder als Ergänzungsfuttermittel in Kombination mit protein- und mineralstoffreichen Komponenten verwendet.

Neben dem ganzen Korn kommen in der Tierfütterung auch zahlreiche Verarbeitungsprodukte zum Einsatz, darunter Weizenkleie, Weizenkeime, Weizenschrot und Weizengrieß. Jedes dieser Nebenprodukte weist ein eigenes Nährstoffprofil auf und erfüllt unterschiedliche Funktionen in der Futterration.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Weizen zeichnet sich durch einen hohen Stärkegehalt aus, der ihn zu einem hervorragenden Energielieferanten macht. Die durchschnittliche Zusammensetzung von Futterweizen je 100 g Trockensubstanz sieht wie folgt aus:

  • Protein (Rohprotein): 11–13 %, wobei das Aminosäureprofil vergleichsweise lysinarm ist
  • Fett (Rohfett): 1,5–2,0 %
  • Rohfaser: 2,5–3,0 %
  • Stärke: 58–65 %
  • Umsetzbare Energie: ca. 13,0–13,5 MJ ME/kg (Schwein), ca. 13,2 MJ ME/kg (Geflügel)
  • Mineralstoffe: Phosphor (ca. 0,35 %), Kalium, Magnesium; relativ calciumarm (ca. 0,05 %)
  • Vitamine: B-Vitamine (insbesondere Thiamin, Niacin), Vitamin E in geringen Mengen

Hervorzuheben ist der hohe Anteil an Nicht-Stärke-Polysacchariden (NSP), vor allem Arabinoxylane (Pentosane). Diese können bei einigen Tierarten – besonders beim Geflügel – die Viskosität des Darminhalts erhöhen und die Nährstoffverdaulichkeit herabsetzen. Der Einsatz von NSP-spaltenden Enzymen (Xylanasen) in der Futterration kann diesem Effekt entgegenwirken.

Für welche Tiere geeignet?

Weizen ist ein vielseitig einsetzbares Futtermittel, das bei einer Reihe von Tierarten Verwendung findet:

  • Schweine: Weizen gehört zu den Hauptkomponenten in der Schweinefütterung. Sein hoher Energiegehalt und die gute Schmackhaftigkeit machen ihn für Ferkel, Mastschweine und Sauen gleichermaßen geeignet. Der Anteil in der Futterration kann bis zu 50–60 % betragen.
  • Geflügel: Bei Legehennen, Masthühnern und Puten wird Weizen häufig als Hauptgetreide eingesetzt. Der Zusatz von Enzymen ist empfehlenswert, um die Verdaulichkeit zu optimieren.
  • Rinder: In der Rinderfütterung wird Weizen aufgrund seiner hohen Stärkeabbaurate im Pansen mit Vorsicht eingesetzt. Eine zu schnelle Fermentation kann zu Pansenazidose führen. Geschrotet oder gequetscht sollte der Anteil in der Gesamtration bei Milchkühen 3–4 kg pro Tag nicht überschreiten.
  • Pferde: Weizen wird in der Pferdefütterung nur selten und in kleinen Mengen eingesetzt. Die klebrige Konsistenz des Weizenbreis im Verdauungstrakt kann Koliken und Magenüberladungen begünstigen. Weizenkleie hingegen wird gelegentlich als Rohfaserergänzung verwendet.
  • Kaninchen und Ziervögel: In kleinen Mengen als Bestandteil von Körnermischungen möglich, jedoch nicht als Hauptfuttermittel geeignet.

Fütterungsempfehlung

Weizen sollte grundsätzlich nicht als Alleinfuttermittel verabreicht werden, da sein Nährstoffprofil unausgewogen ist – insbesondere der niedrige Lysingehalt, das ungünstige Calcium-Phosphor-Verhältnis und der geringe Rohfaseranteil erfordern eine gezielte Ergänzung.

Für die praxisgerechte Fütterung gelten folgende Orientierungswerte:

  • Schweine (Mast): 40–60 % der Gesamtration; ergänzt mit Sojaextraktionsschrot, Mineralfutter und Aminosäuren
  • Legehennen: 30–50 % der Futterration; Enzymzusatz (Xylanase) sinnvoll, Ergänzung durch Eiweißträger und Kalk
  • Masthähnchen: 30–50 %, idealerweise in Kombination mit Mais, um die Energieversorgung zu diversifizieren
  • Milchkühe: maximal 3–4 kg/Tag; unbedingt schroten oder quetschen und langsam anfüttern
  • Pferde: wenn überhaupt, nur als Weizenkleie in Mengen von 100–300 g pro Tag als Ergänzung

Das Fütterungsintervall sollte so gewählt werden, dass größere Mengen stärkereichen Futters auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden, um Verdauungsstörungen vorzubeugen. Bei Wiederkäuern ist eine langsame Gewöhnung an steigende Futtermenge über 10–14 Tage entscheidend.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hoher Energiegehalt durch den großen Stärkeanteil
  • Gute Schmackhaftigkeit und Akzeptanz bei den meisten Nutztieren
  • Regional verfügbar, was kurze Transportwege und stabile Lieferketten ermöglicht
  • Gute Pelletierungseigenschaften dank des Kle