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Wildfleisch

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Wildfleisch bezeichnet das Muskelfleisch sowie verwertbare Innereien und Knochen von frei lebenden Wildtieren, das als Futtermittel tierischen Ursprungs in der Ernährung von Hunden, Katzen und anderen Fleischfressern eingesetzt wird. Zu den häufigsten Wildarten, deren Fleisch als Tierfutter Verwendung findet, zählen Reh, Hirsch, Wildschwein, Hase, Kaninchen, Fasan und Ente. Im Gegensatz zu Fleisch aus konventioneller Nutztierhaltung stammt Wildfleisch von Tieren, die sich artgerecht und überwiegend natürlich ernährt haben. Das wirkt sich unmittelbar auf die Zusammensetzung und Qualität des Fleisches aus.

In der Tierernährung gilt Wildfleisch als hochwertige Proteinquelle und wird sowohl roh im Rahmen der BARF-Fütterung (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) als auch in verarbeiteter Form – etwa als Nassfutter, Trockenfutter oder gefriergetrocknete Snacks – angeboten. Es kann als Bestandteil eines Alleinfuttermittels oder als Ergänzungsfuttermittel in die Futterration integriert werden.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Wildfleisch zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt bei gleichzeitig niedrigem Fettanteil aus. Die genauen Werte variieren je nach Wildart, Alter des Tieres und Jahreszeit. Folgende Richtwerte gelten für rohes Muskelfleisch (pro 100 g):

  • Protein: 20–23 g (Rehfleisch ca. 22 g, Hirschfleisch ca. 21 g, Wildschwein ca. 20 g)
  • Fett: 1–5 g (deutlich weniger als bei Rind oder Lamm aus Stallhaltung)
  • Rohfaser: praktisch nicht vorhanden, da es sich um ein rein tierisches Futtermittel handelt
  • Rohasche: ca. 1–1,2 g
  • Energie: 90–120 kcal

An Vitaminen liefert Wildfleisch vor allem B-Vitamine (insbesondere B1, B2, B3, B6 und B12) sowie Vitamin E. Wildleber ist darüber hinaus reich an Vitamin A und Vitamin D. Bei den Mineralstoffen sticht der hohe Gehalt an Eisen, Zink, Selen und Kalium hervor. Der Eisengehalt von Hirschfleisch übertrifft beispielsweise den von Rindfleisch um ein Vielfaches. Die Fettsäurezusammensetzung ist günstig: Wildfleisch enthält vergleichsweise hohe Anteile an Omega-3-Fettsäuren, da sich die Tiere von Gräsern, Kräutern und Eicheln ernähren.

Für welche Tiere geeignet?

Wildfleisch eignet sich grundsätzlich für alle obligaten und fakultativen Karnivoren. Die wichtigsten Zielgruppen:

  • Hunde: Wildfleisch ist eine exzellente Proteinquelle für Hunde aller Rassen und Altersklassen. Es wird besonders häufig bei futtermittelsensiblen Hunden und Tieren mit Allergien oder Unverträglichkeiten eingesetzt, da Wildfleisch als sogenannte exotische oder seltene Proteinquelle seltener allergische Reaktionen auslöst als Huhn oder Rind.
  • Katzen: Aufgrund des hohen Proteingehalts und niedrigen Fettanteils passt Wildfleisch hervorragend zum Nährstoffbedarf von Katzen als strikte Fleischfresser. Besonders bei übergewichtigen Katzen kann der geringe Fettgehalt vorteilhaft sein.
  • Frettchen: Als obligate Karnivoren profitieren auch Frettchen von der hohen biologischen Wertigkeit des Proteins.
  • Greifvögel und Reptilien: In der Haltung von Greifvögeln und bestimmten Reptilien wird Wildfleisch – oft ganze Beutetiere wie Kaninchen oder Tauben – ebenfalls verfüttert.

Für Pflanzenfresser wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde ist Wildfleisch selbstverständlich nicht geeignet.

Fütterungsempfehlung

Die Integration von Wildfleisch in die Futterration hängt von der Fütterungsform ab. Bei der Rohfütterung (BARF) kann Wildfleisch als Hauptkomponente der Fleischportion dienen. Die empfohlene Futtermenge orientiert sich am Körpergewicht, Aktivitätslevel und Gesundheitszustand des Tieres. Als Richtwert gilt für erwachsene Hunde eine tägliche Gesamtfuttermenge von 2–4 % des Körpergewichts, wobei der Fleischanteil je nach BARF-Plan 70–80 % der Gesamtration ausmacht.

Aufgrund des niedrigen Fettgehalts sollte Wildfleisch bei sehr aktiven Tieren oder solchen mit erhöhtem Energiebedarf mit fetteren Fleischsorten oder einem Ölzusatz kombiniert werden. Das Fütterungsintervall unterscheidet sich nicht von anderen Fleischsorten: Erwachsene Hunde erhalten in der Regel ein bis zwei Mahlzeiten täglich, Katzen werden oft auf mehrere kleinere Portionen aufgeteilt.

Wildinnereien wie Leber, Niere und Herz sollten nicht mehr als 10–15 % der Fleischration ausmachen, um eine Überversorgung mit Vitamin A zu vermeiden. Wildknochen eignen sich als rohe Kauartikel, dürfen jedoch niemals gekocht verfüttert werden, da sie dann splittern.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hoher Proteingehalt bei geringem Fettanteil – ideal für übergewichtige oder wenig aktive Tiere
  • Hervorragende biologische Wertigkeit der Aminosäuren
  • Seltene Proteinquelle, daher gut geeignet für Ausschlussdiäten und Allergiker
  • Frei von Antibiotika, Wachstumshormonen und Mastfutterzusätzen
  • Günstiges Fettsäureprofil mit hohem Omega-3