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Würgnatter

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Nattern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Coronella austriaca (Laurenti, 1768)
  • Ordnung: Schuppenkriechende (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Nattern (Colubridae)
  • Gattung: Coronella
  • Lebensraum: Trockene, sonnige Habitate wie Trockenrasen, Heiden, lichte Wälder, Steinbrüche und Bahndämme
  • Größe: 50–80 cm, selten bis 90 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 50–100 g
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Natur, in Gefangenschaft bis 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Schlingnatter – so lautet der gebräuchlichere deutsche Name der Würgnatter – ist eine relativ kleine, schlank gebaute Schlange mit glatten, glänzenden Schuppen. Ihr Körper wirkt im Vergleich zu anderen einheimischen Schlangenarten zierlich und kompakt. Die Grundfärbung variiert zwischen grau, graubraun und rötlich-braun, wobei Männchen tendenziell stärker kontrastiert gezeichnet sind als Weibchen.

Auf dem Rücken verlaufen zwei Reihen dunkler, oft paarweise angeordneter Flecken, die gelegentlich zu Querbändern verschmelzen. Ein charakteristisches Erkennungsmerkmal ist der dunkle, hufeisenförmige oder herzförmige Fleck am Hinterkopf sowie ein dunkler Streifen, der vom Nasenloch durch das Auge bis zum Halsansatz zieht. Die Pupillen sind rund – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Kreuzotter (Vipera berus), die vertikal geschlitzte Pupillen besitzt und mit der die Schlingnatter häufig verwechselt wird.

Die Bauchseite ist unauffällig grau bis bräunlich gefärbt, manchmal mit einem leichten Stich ins Rötliche oder Gelbliche. Der Kopf ist nur wenig vom Hals abgesetzt und relativ flach, was die Art von den Vipern mit ihrem deutlich dreieckigen Kopf unterscheidet. Die Beschuppung ist glatt, das heißt, die einzelnen Schuppen besitzen keinen Längskiel – ein weiteres Abgrenzungsmerkmal gegenüber der Kreuzotter.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Schlingnatter erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht ostwärts bis in den Nordiran und den Kaukasus. In Europa kommt sie von der Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa bis nach Skandinavien vor, wobei die nördliche Verbreitungsgrenze etwa in Südschweden liegt. In den Alpen wurde die Art bis auf Höhen von rund 2.000 Metern nachgewiesen.

Als Biotop bevorzugt Coronella austriaca warme, trockene Standorte mit ausreichend Versteckmöglichkeiten. Typische Habitate sind Trockenrasen, Magerwiesen, Heideflächen, Geröllhalden, alte Steinbrüche, Bahndämme, Weinberge und lichte Waldränder. Entscheidend für die Habitatwahl sind ein Mosaik aus besonnten Flächen zur Thermoregulation und Deckungsstrukturen wie Steinhaufen, Totholz oder dichter Bodenbewuchs. Feuchte, geschlossene Waldgebiete werden gemieden.

In Deutschland gilt die Schlingnatter als die am stärksten an Wärme und Trockenheit gebundene heimische Schlangenart. Ihre Verbreitung ist lückenhaft, da geeignete Lebensräume durch Landschaftsveränderungen zunehmend seltener werden.

Ernährung

Die Schlingnatter ernährt sich überwiegend von Eidechsen, die den Hauptanteil ihrer Beutetiere ausmachen. Zauneidechsen (Lacerta agilis) und Blindschleichen (Anguis fragilis) werden besonders häufig erbeutet. Daneben stehen kleine Schlangen – darunter junge Kreuzottern –, Mäuse und gelegentlich nestjunge Vögel auf dem Speiseplan.

Ihren Namen verdankt die Würg- oder Schlingnatter ihrer Jagdtechnik: Sie ist eine Würgeschlange im kleinen Maßstab. Die Beute wird durch rasches Zupacken mit dem Maul ergriffen und anschließend mit dem Körper umschlungen. Durch rhythmisches Zusammenziehen der Körperschlingen wird das Beutetier getötet, bevor es im Ganzen verschlungen wird. Dieses Verhalten ist unter europäischen Nattern ungewöhnlich, da die meisten heimischen Arten ihre Beute entweder lebend verschlingen oder durch Gift überwältigen. Giftzähne besitzt die Schlingnatter nicht – sie ist für den Menschen völlig ungefährlich.

Verhalten & Lebensweise

Die Schlingnatter lebt ausgesprochen versteckt und wird daher selten beobachtet. Sie ist überwiegend dämmerungsaktiv und in den Sommermonaten auch nachtaktiv, während sie sich in den kühleren Monaten bevorzugt tagsüber sonnt. Einen Großteil des Tages verbringt sie in Verstecken unter Steinen, in Felsspalten oder unter Totholz.

Die Art lebt solitär und nutzt ein relativ kleines Revier, dessen Ausdehnung je nach Lebensraumqualität einige hundert bis wenige tausend Quadratmeter umfasst. Bei Störung verhält sich die Schlingnatter defensiv: Sie flacht den Kopf ab, zischt und kann in Abwehrhaltung zubeißen, wobei die Bisse für Menschen harmlos sind. Manche Exemplare entleeren bei Gefahr den Inhalt ihrer Kloakaldrüsen, um Fressfeinde durch den unangenehmen Geruch abzuschrecken.

Die Winterruhe dauert je nach geografischer Lage und Höhenstufe von Oktober bis März oder April. Als Winterquartiere dienen frostfreie Spalten, Erdlöcher oder Hohlräume in Trockenmauern.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe, meist im April oder Mai. Die Balz verläuft vergleichsweise unspektakulär: Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und verfolgen deren Duftspur. Es kann zu Kommentkämpfen zwischen riv