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Zecke

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Tierart – Spinnentiere > Sonstige Spinnentiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ixodida
  • Überordnung: Parasitiformes
  • Ordnung: Ixodida
  • Wichtige Familien: Schildzecken (Ixodidae), Lederzecken (Argasidae), Nuttalliellidae
  • Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
  • Lebensraum: Wälder, Wiesen, Gebüsch, Gärten, Parks – weltweit verbreitet
  • Größe: 1–4 mm (nüchtern), bis zu 3 cm (vollgesogen)
  • Gewicht: wenige Milligramm (nüchtern), bis etwa 4 g (vollgesogen)
  • Lebenserwartung: 2–6 Jahre, je nach Art bis zu 10 Jahre
  • Anzahl bekannter Arten: ca. 970 weltweit, davon rund 20 in Mitteleuropa

Aussehen & Merkmale

Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere und besitzen wie alle Arachnida im adulten Stadium vier Beinpaare. Im Gegensatz zu Insekten fehlen ihnen Flügel und Fühler. Der Körper gliedert sich in zwei Abschnitte: das Gnathosoma (Mundwerkzeuge) und das Idiosoma (Rumpf). Am Gnathosoma sitzt das Hypostom, ein mit Widerhaken versehenes Stechwerkzeug, das den Tieren das Eindringen in die Haut des Wirtes ermöglicht und gleichzeitig eine feste Verankerung gewährleistet.

Die Körperoberfläche besteht aus einer zähen, dehnbaren Kutikula. Bei den Schildzecken (Ixodidae) – der bei weitem artenreichsten Familie – trägt der Rücken ein starres Rückenschild (Scutum). Bei Männchen bedeckt dieses Schild den gesamten Rücken, bei Weibchen, Nymphen und Larven nur den vorderen Abschnitt. Lederzecken (Argasidae) besitzen kein solches Schild; ihre Kutikula ist ledrig-runzelig.

Im nüchternen Zustand sind die meisten mitteleuropäischen Arten braun bis rotbraun gefärbt und flach-oval geformt. Nach einer Blutmahlzeit schwillt der Hinterleib stark an und nimmt eine gräulich-blaue bis olivfarbene Tönung an. Die in Deutschland häufigste Art, der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), misst nüchtern etwa 3–4 mm. Vollgesogene Weibchen erreichen bis zu 14 mm Körperlänge.

Lebensraum & Verbreitung

Zecken besiedeln nahezu alle terrestrischen Lebensräume von den Tropen bis in subarktische Regionen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über sämtliche Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. In Mitteleuropa bevorzugen sie feuchte, schattige Habitate: Laub- und Mischwälder, Waldränder, hohes Gras, Gebüsche und Farnbestände. Auch in Gärten, Parks und auf Friedhöfen kommen sie vor.

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die häufigste Zeckenart in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Daneben treten die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) und zunehmend auch die aus dem Mittelmeerraum und Afrika stammende Hyalomma-Zecke (Hyalomma marginatum) in Mitteleuropa auf. Die Ausbreitung letzterer wird mit dem Klimawandel und steigenden Durchschnittstemperaturen in Verbindung gebracht.

Zecken halten sich bevorzugt in Bodennähe auf – in der Laubstreu, an Grashalmen oder in niedrigem Gebüsch in einer Höhe von selten mehr als 1,5 Metern. Die verbreitete Annahme, Zecken ließen sich von Bäumen fallen, ist falsch.

Ernährung

Alle Zeckenarten sind obligate Ektoparasiten und ernähren sich ausschließlich von Blut. Als Wirte dienen Säugetiere, Vögel, Reptilien und gelegentlich Amphibien. Der Gemeine Holzbock ist wenig wirtsspezifisch und befällt über 50 verschiedene Wirbeltierarten, darunter Mäuse, Igel, Rehe, Hunde und den Menschen.

Beim Stich – umgangssprachlich oft als „Biss" bezeichnet – ritzt die Zecke mit ihren Cheliceren die Haut auf, führt das Hypostom ein und gibt Speichel ab. Dieser enthält gerinnungshemmende, entzündungshemmende und schmerzstillende Substanzen, sodass der Stich vom Wirt häufig unbemerkt bleibt. Eine Blutmahlzeit dauert bei Schildzecken je nach Entwicklungsstadium zwischen zwei und zehn Tagen. Lederzecken saugen deutlich kürzer, oft nur wenige Minuten bis Stunden.

Verhalten & Lebensweise

Zecken sind keine aktiven Jäger. Die meisten Arten praktizieren eine Lauerstellung, die als „Questing" bezeichnet wird: Sie klettern auf Grashalme oder niedrige Vegetation, strecken die Vorderbeine mit den darauf befindlichen Sinnesorganen (Hallersches Organ) aus und warten auf vorbeikommende Wirte. Das Hallersche Organ nimmt Körperwärme, Kohlendioxid, Ammoniak und Buttersäure wahr – alles Stoffe, die von Warmblütern abgegeben werden.

Hyalomma-Zecken bilden eine Ausnahme: Sie verfolgen potenzielle Wirte aktiv über Distanzen von mehreren Metern. Zecken sind vorwiegend in den wärmeren Monaten aktiv. In Mitteleuropa erstreckt sich die Hauptaktivitätszeit von März bis Oktober, wobei Aktivitätsspitzen im Frühjahr und Herbst auftreten. Bei Temperaturen unter 7 °C verfallen die Tiere in eine Kältestarre.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Schildzecken erfolgt meist auf dem Wirt. Das Männchen überträgt mit Hilfe seiner Mundwerkzeuge eine Spermatophore in die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Nach der Begattung und einer letzten, besonders ausgiebigen Blutmahlzeit läss