T Tierlexikon.net
← Lexikon

Ziegensittich

Z

Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cyanoramphus novaezelandiae
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Unterfamilie: Plattschweifsittiche (Platycercinae)
  • Gattung: Laufsittiche (Cyanoramphus)
  • Lebensraum: Wälder, Buschland und Inseln Neuseelands sowie angrenzender Inselgruppen
  • Größe: 23–28 cm (Gesamtlänge einschließlich Schwanz)
  • Gewicht: 50–113 g
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis etwa 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Ziegensittich ist ein mittelgroßer, schlank gebauter Papagei mit einem vergleichsweise langen, stufigen Schwanz. Das Gefieder ist überwiegend leuchtend grün, wobei die Oberseite etwas dunkler gefärbt ist als die Unterseite. Namensgebend ist nicht etwa eine Ähnlichkeit mit einer Ziege, sondern der englische Name „Red-crowned Parakeet" verweist auf das auffälligste Merkmal: eine karminrote Kappe, die sich von der Stirn über den Scheitel erstreckt. Ein roter Streif zieht sich beidseitig vom Schnabel über die Augen hinaus. Hinter den Augen befindet sich je ein kleiner roter Fleck.

Die Schwungfedern zeigen an den Außenfahnen einen blauen Schimmer, der im Flug deutlich sichtbar wird. Der Schnabel ist graubraun mit einer hellen, bläulich-silbrigen Spitze, die Iris dunkelbraun. Die Beine und Füße sind graubraun. Zwischen Männchen und Weibchen bestehen nur geringe äußerliche Unterschiede: Männchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer, mit einem massiveren Schnabel. Jungvögel zeigen ein insgesamt matteres Grün und eine weniger ausgeprägte Rotfärbung am Kopf. Die vollständige Adulttracht wird nach der ersten Mauser im Alter von etwa vier bis sechs Monaten erreicht.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Ziegensittichs umfasst Neuseeland und zahlreiche vorgelagerte Inseln, darunter die Chatham-Inseln, die Auckland-Inseln und die Kermadec-Inseln. Früher war die Art auf beiden Hauptinseln Neuseelands – der Nord- und der Südinsel – weit verbreitet. Durch die Einführung von Prädatoren wie Ratten, Hermelinen und Katzen durch europäische Siedler wurde der Bestand auf dem Festland drastisch dezimiert. Heute kommt der Ziegensittich auf dem neuseeländischen Festland nur noch in wenigen isolierten Populationen vor, während die Hauptbestände auf raubtierfreien Offshore-Inseln überleben.

Das bevorzugte Habitat umfasst sowohl dichte Primärwälder als auch Sekundärwälder, Buschland und Waldränder. Auf einigen Inseln bewohnt der Ziegensittich auch niedrige Strauchvegetation und offenes Grasland mit vereinzeltem Baumbestand. In höheren Lagen besiedelt er subalpine Gebüschzonen. Die Art zeigt eine gewisse Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Biotope, solange ausreichend Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten vorhanden sind.

Ernährung

Ziegensittiche sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Ihre Nahrung umfasst Samen, Früchte, Beeren, Blüten, Knospen, Nektar und Blätter. Ergänzt wird der Speiseplan durch wirbellose Tiere wie Insekten und deren Larven, die besonders während der Brutzeit eine proteinreiche Zusatznahrung darstellen. Auf Inseln, die von Seevögeln als Brutkolonien genutzt werden, wurden Ziegensittiche dabei beobachtet, wie sie sich an Eiern und Kadavern bedienten – ein für Papageien ungewöhnliches Verhalten.

Bei der Nahrungssuche bewegen sich Ziegensittiche häufig am Boden und durchsuchen die Laubstreu nach Samen und Wirbellosen. Diese bodennahe Lebensweise – typisch für die Gattung Cyanoramphus – unterscheidet sie von vielen anderen Papageienarten und macht sie gleichzeitig besonders anfällig gegenüber eingeführten Bodenprädatoren.

Verhalten & Lebensweise

Ziegensittiche sind tagaktive Vögel, die gewöhnlich in Paaren oder kleinen Gruppen von bis zu zehn Individuen angetroffen werden. Außerhalb der Brutzeit können sich an ergiebigen Nahrungsquellen auch größere Ansammlungen bilden. Die Art ist im Vergleich zu anderen Papageien relativ ruhig, gibt aber beim Fliegen und bei Erregung durchdringende, hoch klingende Rufe von sich.

Ein großer Teil der täglichen Aktivität entfällt auf die Nahrungssuche, die sowohl im Geäst als auch am Boden stattfindet. Die Vögel bewegen sich am Boden geschickt und schnell – eine Eigenschaft, die ihnen und ihren Verwandten den Gattungsnamen „Laufsittiche" eingetragen hat. Ziegensittiche sind standorttreu und verteidigen während der Brutzeit ein Revier rund um die Nisthöhle. Außerhalb der Brutzeit streifen sie innerhalb eines größeren Aktionsradius umher, ohne jedoch weite Wanderungen zu unternehmen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit des Ziegensittichs erstreckt sich in der Regel von Oktober bis März, wobei der genaue Zeitraum von den lokalen klimatischen Bedingungen und dem Nahrungsangebot abhängt. Die Balz umfasst gegenseitige Gefiederpflege, Kopfnicken und Fütterungen des Weibchens durch das Männchen. Ziegensittiche brüten in Höhlen, die sie in Baumstämmen, unter Wurzeln, in Felsspalten oder gelegentlich in Erdlöchern finden. Eigene Höhlen graben sie nicht.

Das Gelege besteht aus fünf bis neun weißen Eiern, die das Weibchen allein über einen Zeitraum von etwa 19 bis 20 Tagen bebrütet. Während dieser Zeit wird es vom