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Zünsler

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Nachtfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pyralidae (Zünsler im weiteren Sinne); Crambidae (Zünsler im engeren Sinne, Rüsselzünsler)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Überfamilie: Pyraloidea
  • Familien: Pyralidae (Echte Zünsler) und Crambidae (Rüsselzünsler)
  • Lebensraum: Weltweit; je nach Art in Wiesen, Wäldern, Gärten, Agrarflächen, Vorratslagern, Feuchtgebieten
  • Größe: Flügelspannweite 10–40 mm (je nach Art); Einzelarten bis 50 mm
  • Gewicht: Wenige Milligramm bis ca. 0,5 g
  • Lebenserwartung: Imagines wenige Tage bis Wochen; gesamter Lebenszyklus (Ei bis Tod) einige Wochen bis mehrere Monate, bei überwinternden Arten bis zu einem Jahr
  • Artenzahl: Weltweit über 16.000 beschriebene Arten, davon rund 400 in Mitteleuropa

Aussehen & Merkmale

Zünsler sind überwiegend klein- bis mittelgroße Schmetterlinge mit zarten, oft schmal dreieckig gehaltenen Flügeln. Die Vorderflügel sind in der Ruhestellung dachförmig über dem Hinterleib zusammengelegt oder flach an den Körper angelegt – ein typisches Erkennungsmerkmal, das sie von vielen anderen Kleinschmetterlingen unterscheidet. Die Beschuppung der Flügel zeigt je nach Art ein breites Spektrum: von unauffällig grau-braunen Tönungen über gelblich-weiße Muster bis hin zu kontrastreichen Zeichnungen mit dunklen Querlinien, Flecken oder metallisch glänzenden Elementen.

Der Körperbau ist schlank, die Fühler meist fadenförmig (filiform), bei manchen Arten schwach gekämmt. Die Labialpalpen (Lippentaster) sind bei zahlreichen Arten auffällig verlängert und nach vorn gestreckt – besonders ausgeprägt bei den Crambidae, die deshalb auch als Rüsselzünsler bezeichnet werden. Die Beine sind verhältnismäßig lang und dünn. Raupen der Zünsler besitzen den typischen Körperbau holometaboler Insektenlarven: zylindrisch, mit drei Brustbeinpaaren und meist fünf Bauchfußpaaren. Ihre Färbung variiert von grünlich über gelblich bis weißlich und kann artspezifische Muster aufweisen.

Lebensraum & Verbreitung

Die Überfamilie Pyraloidea ist kosmopolitisch verbreitet und besiedelt nahezu alle terrestrischen Lebensräume. Besonders artenreich sind tropische und subtropische Regionen, doch auch in der gemäßigten Zone Europas sind Zünsler in zahlreichen Biotopen vertreten. Ihr Habitat reicht von Trockenrasen, Feuchtwiesen und Waldrändern über Gärten und Agrarflächen bis hin zu menschlichen Vorratslagern.

Einige Arten sind eng an bestimmte Pflanzengesellschaften gebunden. So lebt die Raupe des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis) ausschließlich an Buchsbaum (Buxus), während der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) verschiedene krautige Kulturpflanzen besiedelt. Andere Arten, etwa die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) oder die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella), haben sich als Vorratsschädlinge an anthropogene Lebensräume angepasst und kommen weltweit in Lagerhäusern und Haushalten vor.

Ernährung

Die Ernährungsweise der Zünsler ist außerordentlich vielfältig und variiert stark zwischen den Arten. In der Regel sind es die Raupen, die den Großteil der Nahrungsaufnahme übernehmen, während die adulten Falter (Imagines) entweder Blütennektar saugen oder gar keine Nahrung mehr aufnehmen.

Die meisten Raupen ernähren sich phytophag – sie fressen an Blättern, Stängeln, Wurzeln oder Blüten ihrer Wirtspflanzen. Viele Arten leben dabei endophytisch, das heißt als Blattminierer, Stängelbohrer oder in zusammengesponnenen Blättern. Einige Gruppen haben sich auf abgestorbenes pflanzliches Material spezialisiert, andere leben detritophag in Vogelnestern, Insektenbauten oder auf Pilzen. Eine beachtenswerte ökologische Nische nehmen aquatische Zünslerarten ein, deren Raupen unter Wasser an Wasserpflanzen fressen und über Tracheenkiemen oder Hautatmung Sauerstoff aufnehmen – etwa Vertreter der Gattung Acentria und Parapoynx.

Der Ruf der Großen Wachsmotte (Galleria mellonella), deren Raupen sich von Bienenwachs ernähren, hat in jüngerer Zeit Aufmerksamkeit erregt, da ihre Larven offenbar in der Lage sind, Polyethylen abzubauen – ein Befund, der Gegenstand laufender Forschung ist.

Verhalten & Lebensweise

Zünsler sind überwiegend nachtaktiv und werden häufig durch künstliche Lichtquellen angelockt. Tagsüber ruhen sie an Pflanzen, Baumstämmen, Mauern oder in der Krautschicht, wobei ihre unauffällige Flügelfärbung eine gute Tarnung bietet. Bei Störung fliegen sie in kurzen, flatternden Bögen auf und lassen sich rasch wieder nieder.

Die Raupen leben je nach Art einzeln oder gesellig. Viele Arten spinnen charakteristische Gespinste, in denen sie fressen und sich vor Fressfeinden schützen. Der Buchsbaumzünsler ist für seine dichten Gespinste bekannt, die befallene Sträucher nahezu vollständig überziehen können. Zu den natürlichen Gegenspielern der Zünsler zählen parasitische Hautflügler (Schlupf- und Brackwespen), Raupenfliegen (Tachinidae), insektenfressende Vögel sowie räuberische Laufkäfer.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarfindung erfolgt bei den meisten