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Zwergfledermaus

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Tierart – Säugetiere > Fledertiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pipistrellus pipistrellus (Schreber, 1774)
  • Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
  • Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
  • Gattung: Zwergfledermäuse (Pipistrellus)
  • Lebensraum: Siedlungsbereiche, Wälder, Parks, Gewässernähe
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 3,5–5,0 cm; Flügelspannweite 18–24 cm
  • Gewicht: 3,5–8 g
  • Lebenserwartung: bis 16 Jahre, durchschnittlich 2–3 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Zwergfledermaus ist die kleinste einheimische Fledermausart und gehört zu den kleinsten Säugetieren Europas überhaupt. Zusammengefaltet passt sie bequem in eine Streichholzschachtel. Ihr Fell ist auf der Oberseite braun bis rotbraun gefärbt, die Unterseite erscheint etwas heller in einem gelblich-braunen Ton. Die Flughäute, Ohren und die Gesichtshaut sind dunkelbraun bis schwärzlich. Die Ohren sind kurz, breit und abgerundet. Der Tragus – ein knorpeliger Fortsatz im Innenohr, der bei der Gattung Pipistrellus zur Artbestimmung herangezogen wird – ist kurz und an der Spitze abgerundet.

Die Flughaut (Patagium) spannt sich zwischen den verlängerten Fingerknochen, den Hinterbeinen und dem Schwanz. Der Schwanz ist vollständig in die Schwanzflughaut eingebettet. Im Vergleich zu anderen Glattnasen-Fledermäusen wirkt die Zwergfledermaus gedrungen und kompakt. Ihr Gebiss umfasst 34 Zähne, die an die insektenfressende Ernährung angepasst sind.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Zwergfledermaus erstreckt sich über weite Teile Europas, von der Iberischen Halbinsel und den Britischen Inseln ostwärts bis in den Kaukasus und nach Kleinasien. In Nordafrika kommt sie ebenfalls vor. In Skandinavien erreicht sie etwa den 63. Breitengrad. In Mitteleuropa ist sie nahezu flächendeckend vertreten und zählt zu den häufigsten Fledermausarten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Als ausgeprägte Kulturfolgerin besiedelt die Zwergfledermaus bevorzugt menschliche Siedlungsbereiche. Ihr Habitat umfasst Dörfer, Kleinstädte und Stadtrandlagen ebenso wie Parks, Gärten und Streuobstwiesen. Quartiere bezieht sie in Spaltenräumen an Gebäuden – hinter Fassadenverkleidungen, in Rollladenkästen, unter Dachziegeln oder in Mauerspalten. Naturnahe Biotope wie lichte Wälder, Waldränder und Gewässerufer dienen ihr als Jagdgebiete. In reinen Waldgebieten ohne Siedlungsnähe tritt sie dagegen seltener auf.

Ernährung

Die Zwergfledermaus ernährt sich ausschließlich von Insekten und anderen Gliederfüßern, die sie im Flug erbeutet. Zu ihrem Nahrungsspektrum gehören vor allem kleine Zweiflügler wie Zuckmücken und Stechmücken, daneben Kleinschmetterlinge, Blattläuse, Köcherfliegen und kleine Käfer. Eine einzelne Zwergfledermaus kann pro Nacht mehrere Hundert bis über tausend Insekten vertilgen.

Die Jagd erfolgt mithilfe der Echoortung. Die Art sendet Ultraschallrufe im Frequenzbereich von etwa 42–51 kHz aus, wobei die Rufe eine charakteristische, steil abfallende Frequenzmodulation aufweisen. Anhand der zurückgeworfenen Echos lokalisiert das Tier seine Beute mit hoher Präzision. Die Jagdflüge finden typischerweise in Höhen von 2 bis 6 Metern statt, oft entlang von Gebäudekanten, Hecken, Baumreihen und über Gewässeroberflächen – also an Strukturen, die Insekten anziehen.

Verhalten & Lebensweise

Die Zwergfledermaus ist streng nachtaktiv. Sie verlässt ihr Quartier in der Abenddämmerung, meist 15 bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang, und kehrt vor der Morgendämmerung zurück. Ihr Flug ist schnell, wendig und durch häufige Richtungswechsel gekennzeichnet. Im Vergleich zu größeren Arten wie dem Großen Abendsegler (Nyctalus noctula) jagt sie eher strukturgebunden als im freien Luftraum.

Die Art ist gesellig und bildet sowohl in Sommer- als auch in Winterquartieren Kolonien. Sommerquartiere werden von Weibchengruppen bezogen, die sogenannte Wochenstuben bilden. Männchen leben in dieser Zeit einzeln oder in kleinen Gruppen. Die Jagdreviere einzelner Individuen erstrecken sich in einem Radius von etwa 1 bis 2 Kilometern um das Quartier.

Im Herbst findet die Balz statt. Männchen besetzen dann sogenannte Balzquartiere und locken vorbeifliegende Weibchen mit arttypischen Sozialrufen an, die teils auch für das menschliche Ohr hörbar sind. Der Winterschlaf erstreckt sich je nach Region von November bis März. Als Winterquartiere dienen Spalten in Gebäuden, Felsritzen, Höhlen und Stollen, wobei die Zwergfledermaus weniger auf unterirdische Quartiere angewiesen ist als viele andere Arten und häufig in Gebäudespalten überwintert.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet im Spätsommer und Herbst statt, teils auch noch im Winterquartier. Die Weibchen speichern die Spermien über den Winter und der Eisprung erfolgt erst im Frühjahr – eine bei Fledermäusen verbreitete Strategie der verzögerten Befruchtung. Nach einer Tragzeit von etwa 44 Tagen bringen die Weibchen im Juni oder Juli in der Wochenstube meist ein bis zwei Jungtiere zur Welt.

Die Neugeborenen sind nackt und blind und wiegen bei der Geburt rund 1 Gramm. Sie werden etwa vier bis sechs Wochen gesäugt. Die Wochenstubenkol