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Zwergmöwe

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Möwen & Seeschwalben

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hydrocoloeus minutus (früher Larus minutus)
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Möwen (Laridae)
  • Gattung: Hydrocoloeus
  • Lebensraum: Süßwasserseen, Sümpfe, Feuchtgebiete, Küsten (außerhalb der Brutzeit)
  • Größe: 25–30 cm Körperlänge, Flügelspannweite 61–78 cm
  • Gewicht: 90–150 g
  • Lebenserwartung: bis zu 12 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Zwergmöwe ist die kleinste Möwenart der Welt und damit deutlich zierlicher als verwandte Arten wie die Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus), mit der sie gelegentlich verwechselt wird. Im Prachtkleid trägt sie einen vollständig schwarzen Kopf, der sich scharf vom weißen Hals absetzt. Die Oberseite des Gefieders ist hellgrau, die Unterseite weiß mit einem zarten Rosa-Schimmer an der Brust. Ein auffälliges Bestimmungsmerkmal ist die Unterflügelzeichnung: Die Unterseite der Flügel ist dunkelgrau bis schwärzlich – ein Merkmal, das sie von allen anderen europäischen Möwenarten unterscheidet. Die Flügeloberseite zeigt keine schwarzen Spitzen, was ebenfalls untypisch für Möwen ist.

Im Schlichtkleid fehlt die schwarze Kopfkappe. Stattdessen zeigt sich ein dunkler Fleck hinter dem Auge sowie eine dunkle Scheitelbinde. Der Schnabel ist dünn, schwarz und leicht nach unten gebogen. Die Beine sind im Prachtkleid rot, im Winter eher blass rosa. Jungvögel sind an einem markanten dunklen W-förmigen Muster auf der Flügeloberseite erkennbar, das im Flug gut sichtbar wird. Der Gesamteindruck ist eher seeschwalbenartig – leicht, elegant und wendig.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Zwergmöwe erstreckt sich über die gemäßigten und borealen Zonen Eurasiens. Die Brutgebiete liegen hauptsächlich in Finnland, den baltischen Staaten, Russland, Weißrussland und der Ukraine. In Westeuropa brütet sie nur sporadisch, etwa in den Niederlanden, Schweden und vereinzelt in Norddeutschland. Seit den 1960er-Jahren existieren auch kleine Brutpopulationen in Nordamerika, insbesondere an den Großen Seen.

Als Habitat bevorzugt die Zwergmöwe zur Brutzeit flache Süßwasserseen, Überschwemmungsgebiete, Flussauen und vegetationsreiche Sumpfgebiete. Offene Wasserflächen mit dichter Ufervegetation aus Seggen und Schilf bieten ihr geeignete Nistplätze. Außerhalb der Brutzeit hält sie sich an Küsten auf, bevorzugt an geschützten Buchten, Flussmündungen und Lagunen. Die Hauptüberwinterungsgebiete liegen am Mittelmeer, am Schwarzen Meer und am Kaspischen Meer.

Ernährung

Die Zwergmöwe ernährt sich überwiegend von Insekten und deren Larven, was sie von den meisten anderen Möwenarten unterscheidet. Während der Brutzeit bilden Mücken, Eintagsfliegen, Libellen und Käfer die Hauptnahrung. Sie erbeutet Insekten häufig im Flug, wobei sie in niedrigem, wendigem Flug über Wasserflächen und Feuchtwiesen gleitet – ein Verhalten, das stark an Seeschwalben oder sogar an Flussseeschwalben erinnert.

Ergänzend frisst sie kleine Fische, Krebstiere, Würmer und Weichtiere. Auf dem Zug und im Winterquartier nimmt der Anteil aquatischer Nahrung zu. Im Gegensatz zu größeren Möwenarten wie der Silbermöwe (Larus argentatus) sucht die Zwergmöwe kaum Mülldeponien oder menschliche Siedlungen zur Nahrungssuche auf.

Verhalten & Lebensweise

Die Zwergmöwe ist ein Langstreckenzieher. Die europäischen Populationen verlassen ihre Brutgebiete zwischen Juli und September und ziehen in die Überwinterungsgebiete am Mittelmeer und Schwarzen Meer. Der Frühjahrszug beginnt im März und April. Auf dem Zug lässt sich die Art regelmäßig an der deutschen Nord- und Ostseeküste sowie an Binnengewässern beobachten.

Die Art ist tagaktiv und ausgesprochen gesellig. Sie brütet in lockeren Kolonien, oft gemeinsam mit Lachmöwen, Trauerseeschwalben oder Flussseeschwalben. Diese Vergesellschaftung bietet Schutz vor Prädatoren. Außerhalb der Brutzeit bildet sie Schwärme, die auf dem Meer oder an Küstenabschnitten rasten. Der Flug wirkt leicht und gaukelnd, mit raschen Flügelschlägen und abrupten Richtungswechseln – deutlich anders als der gleichmäßige Flug größerer Möwen.

Die Rufe sind hoch und nasal, oft als kurzes, wiederholtes „kek-kek-kek" beschrieben. An Brutkolonien kann es zu lebhaften Lautäußerungen kommen, besonders bei Störungen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die Balz umfasst synchrone Flugmanöver und gemeinsames Kopfnicken der Paare. Das Nest wird am Boden in dichter Vegetation angelegt, oft auf schwimmenden Pflanzenmatten oder in Seggenbeständen. Es besteht aus Halmen, Gras und Pflanzenteilen und ist vergleichsweise einfach gebaut.

Das Gelege umfasst in der Regel zwei bis drei Eier, die olivbraun mit dunklen Flecken gefärbt sind. Beide Altvögel bebrüten die Eier über einen Zeitraum von etwa 21 bis 23 Tagen. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest wenige Tage nach dem Schlupf, bleiben aber in der Nähe der Eltern. Sie werden von beiden Elternteilen gefüttert und sind nach rund 21 bis 24 Tagen flugfähig. Die Geschlechtsreife tritt im zweiten oder dritten Lebensjahr ein.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Zwerg