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Zwergschnepfe

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Tierart – Vögel > Vögel – heimisch (weitere)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lymnocryptes minimus
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
  • Gattung: Lymnocryptes (monotypisch)
  • Lebensraum: Moore, Feuchtwiesen, Sümpfe, Verlandungszonen
  • Größe: 17–19 cm Körperlänge
  • Gewicht: 35–75 g
  • Lebenserwartung: ca. 5–7 Jahre (Freiland)

Aussehen & Merkmale

Die Zwergschnepfe ist die kleinste europäische Schnepfenart und deutlich zierlicher als die verwandte Bekassine (Gallinago gallinago), mit der sie ihren Lebensraum teilt. Ihr Gefieder zeigt auf der Oberseite ein kontrastreiches Muster aus dunklen Braun- und Schwarztönen, durchsetzt von metallisch grünlich und violett schimmernden Längsstreifen. Diese irisierenden Streifen entlang des Rückens sind ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Bekassine. Die Unterseite ist heller, weißlich bis rahmfarben mit feiner bräunlicher Strichelung an den Flanken.

Der Schnabel ist für eine Schnepfe vergleichsweise kurz und misst nur etwa 3,5–4 cm. Er ist gerade und an der Spitze leicht verbreitert, was für die Nahrungssuche im weichen Untergrund von Bedeutung ist. Die Beine sind grünlich bis gelblich gefärbt. Der Schwanz ist keilförmig und kürzer als bei der Bekassine – ihm fehlen die äußeren steifen Steuerfedern, die bei jener Art den charakteristischen „Meckerlaut" im Balzflug erzeugen. Im Flug wirkt die Zwergschnepfe kompakt, mit eher rundlichen Flügeln und einem gedrungenen Körperbau. Ein auffälliger heller Scheitelstreif teilt den dunklen Oberkopf mittig.

Lebensraum & Verbreitung

Das Brutgebiet der Zwergschnepfe erstreckt sich über die nördliche Paläarktis, von Skandinavien über Finnland und das Baltikum bis weit nach Sibirien hinein. Die Art brütet bevorzugt in subarktischen und borealen Mooren, Tundrarandgebieten und sumpfigen Birken- und Weidenzonen. In Mitteleuropa tritt sie als regelmäßiger Durchzügler und Wintergast auf.

Die Überwinterungsgebiete reichen von Westeuropa über den Mittelmeerraum bis nach Westafrika südlich der Sahara. In Deutschland ist die Zwergschnepfe vor allem während der Zugzeiten im Frühjahr (März bis April) und Herbst (September bis November) anzutreffen. Einzelne Vögel überwintern in milden Wintern auch in Deutschland, besonders in küstennahen Feuchtgebieten und an nicht zufrierenden Gewässerrändern. Typische Rasthabitate sind flache Verlandungszonen, Seggenriede, nasse Wiesen und schlammige Ufer von Teichen und Gräben.

Ernährung

Die Zwergschnepfe ernährt sich überwiegend von kleinen Wirbellosen, die sie mit ihrem Schnabel aus dem weichen Boden stochert. Zum Nahrungsspektrum gehören Larven von Zuckmücken und anderen Insekten, kleine Regenwürmer, Schnecken und Krebstiere. Ergänzend nimmt sie pflanzliche Nahrung auf, darunter Samen von Seggen, Binsen und anderen Sumpfpflanzen.

Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend in der Dämmerung und nachts. Dabei stochert der Vogel mit dem Schnabel wiederholt senkrecht in den Schlamm, wobei die empfindliche Schnabelspitze Beutetiere durch Tastsinn orten kann. Diese Art der Nahrungsaufnahme teilt sie mit anderen Schnepfenvögeln, doch bewegt sie sich dabei auffallend langsam und bedächtig, häufig mit einer wippenden Körperbewegung, die an das Federn auf den Beinen erinnert.

Verhalten & Lebensweise

Die Zwergschnepfe gehört zu den am schwierigsten zu beobachtenden einheimischen Vogelarten. Sie ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, verbringt den Tag reglos in der Deckung und verlässt sich dabei vollständig auf ihre hervorragende Tarnung. Typisch ist ihr extremes Drückverhalten: Aufgeschreckte Vögel fliegen erst auf, wenn man sich auf wenige Schritte genähert hat – manchmal beinahe erst, wenn man auf sie zu treten droht. Der Abflug erfolgt dann leise und niedrig, ohne die hektischen Zickzack-Manöver der Bekassine. Nach kurzem, geradem Flug lässt sich die Zwergschnepfe rasch wieder in die Vegetation fallen.

Im Gegensatz zur Bekassine gibt die Zwergschnepfe beim Auffliegen keinen Ruf von sich, was ihre Entdeckung zusätzlich erschwert. Sie lebt einzelgängerisch, bildet keine Schwärme oder Trupps und hält kein Revier außerhalb der Brutzeit. Auf dem Zug rasten die Vögel einzeln oder in lockerer, kaum wahrnehmbarer Nachbarschaft.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz findet in den subarktischen Brutgebieten ab Mai statt. Das Männchen führt Balzflüge aus, bei denen es in größerer Höhe kreist und dabei rhythmische, galoppähnliche Lautäußerungen erzeugt, die an das Geräusch eines entfernt trabenden Pferdes erinnern. Dieser als „Hufschlag" beschriebene Balzgesang ist eines der wenigen akustischen Signale der ansonsten stillen Art.

Das Nest wird am Boden angelegt, meist gut versteckt in dichter Vegetation auf nassem Untergrund. Das Gelege besteht in der Regel aus vier olivbraunen, dunkel gefleckten Eiern. Die Brutdauer beträgt etwa 21–24 Tage. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen kurz nach dem Schlupf das Nest, um eigenständig nach Nahrung zu suchen. Sie werden jedoch noch einige Zeit vom Weibchen geführt und gehudert. Die Jungvögel sind nach etwa drei Wochen flugfähig. Die Zwergschnepfe führt eine Jahresbrut durch; über das Vorkommen von Ersatzbruten nach Gelegeverlust ist wenig bekannt.

Bedroh