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Zwergstrandläufer

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Calidris minuta
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
  • Gattung: Strandläufer (Calidris)
  • Lebensraum: Arktische Tundra (Brutgebiet); Schlickflächen, Flussufer, Lagunen und Salzmarschen (Überwinterung und Durchzug)
  • Größe: 12–14 cm Körperlänge; Flügelspannweite 28–31 cm
  • Gewicht: 19–40 g, je nach Jahreszeit und Fettreserven
  • Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre in freier Wildbahn; der älteste beringte Nachweis lag bei über 12 Jahren

Aussehen & Merkmale

Der Zwergstrandläufer ist der kleinste europäische Strandläufer und gehört zu den zierlichsten Watvögeln überhaupt. Im Prachtkleid zeigt die Oberseite ein warmes Rostbraun mit dunklen Federzentren und hellen Säumen, die ein schuppiges Muster erzeugen. Kopf und Brust sind rötlich-braun getönt, wobei die Brust seitlich feine Strichelungen aufweist. Ein auffälliges helles V auf dem Rücken, das durch die hellen Ränder der Mantelfedern entsteht, ist ein gutes Bestimmungsmerkmal im Feld.

Im Schlichtkleid wirkt das Gefieder deutlich unscheinbarer: Die Oberseite ist graubraun, die Unterseite reinweiß. Die Brust zeigt dann nur noch einen zarten gräulichen Seitenfleck. Jungvögel ähneln dem Prachtkleid der Altvögel, besitzen aber noch kräftigere ockerfarbene und weiße Federsäume auf dem Rücken sowie einen deutlichen weißen Überaugenstreif.

Der kurze, gerade und fein zugespitzte Schnabel ist schwarz. Die Beine sind ebenfalls dunkel, im Unterschied zum Temminckstrandläufer (Calidris temminckii), dessen Beine gelblich-grün gefärbt sind. Dieses Merkmal ist bei der Bestimmung im Feld besonders hilfreich, da beide Arten ähnlich klein sind und in Mitteleuropa zur Zugzeit gemeinsam auftreten können.

Lebensraum & Verbreitung

Das Brutgebiet des Zwergstrandläufers erstreckt sich über die arktische und subarktische Tundra Nordeuropas und Nordasiens – von Nordskandinavien ostwärts bis zur Taimyr-Halbinsel und darüber hinaus. Bevorzugte Brutbiotope sind feuchte Tundraflächen mit Zwergstrauchwuchs, Moosen und Flechten in der Nähe von Süßwassergewässern.

In Mitteleuropa tritt der Zwergstrandläufer als regelmäßiger Durchzügler auf. In Deutschland ist er vor allem an der Nordseeküste, im Wattenmeer und an Binnenseen mit schlammigen Uferzonen zu beobachten. Der Frühjahrszug fällt in die Monate April bis Juni, der Herbstzug erstreckt sich von Juli bis Oktober. Einzelne Nachzügler werden gelegentlich noch im November gesichtet.

Die Überwinterungsgebiete liegen überwiegend in Afrika, südlich der Sahara, sowie im Mittelmeerraum, am Persischen Golf und in Südasien. Dort besiedelt die Art Küstenlagunen, Mangrovensäume, Salzpfannen und die Ufer von Binnengewässern. Das Verbreitungsgebiet umfasst damit insgesamt eine enorme Spanne vom hohen Norden bis in die Tropen.

Ernährung

Der Zwergstrandläufer ernährt sich hauptsächlich von kleinen Wirbellosen. Zur Nahrung zählen Insektenlarven, kleine Krebstiere, Ringelwürmer, Schnecken und gelegentlich Pflanzensamen. Auf den Brutplätzen dominieren Zuckmückenlarven und andere Insekten, während an den Küstenrastplätzen vor allem kleine Schlickschnecken, Flohkrebse und polychaete Würmer gefressen werden.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt typischerweise durch schnelles Picken an der Oberfläche des Schlicks oder in flachem Wasser. Anders als größere Strandläuferarten stochert der Zwergstrandläufer den Schnabel selten tief in das Substrat, sondern sammelt Beutetiere von der Oberfläche oder aus den obersten Millimetern des Sediments. Die Bewegungen wirken dabei hastig und nahezu maschinell – ein Verhalten, das gelegentlich mit dem Auflesen von Nähmaschinen verglichen wird.

Verhalten & Lebensweise

Zwergstrandläufer sind tagaktive Vögel, die jedoch bei günstigen Lichtverhältnissen auch in der Dämmerung Nahrung suchen. Außerhalb der Brutzeit sind sie ausgesprochen gesellig und bilden an Rastplätzen Trupps von wenigen Dutzend bis zu mehreren Tausend Individuen, oft vergesellschaftet mit anderen Watvögeln wie Alpenstrandläufern (Calidris alpina) oder Sichelstrandläufern (Calidris ferruginea).

Der Flug ist schnell und wendig, mit raschen Richtungswechseln in synchronisierten Schwärmen. Am Boden bewegt sich der Zwergstrandläufer flink und trippelnd, stets in Bewegung. Bei Störungen fliegen Trupps gemeinsam auf, zeigen kurze Ausweichflüge und landen häufig wenige hundert Meter entfernt erneut.

Der Zugruf ist ein kurzes, hohes „stit" oder „dit", das leiser und feiner klingt als die Rufe der meisten verwandten Arten. Der Gesang des Männchens im Brutgebiet ist ein trillerndes, wiederholtes „ti-ti-ti-ti", das im Singflug vorgetragen wird.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz findet ab Ende Mai in den Brutgebieten statt. Die Männchen führen auffällige Singflüge über ihrem Revier aus, bei denen sie in Bögen aufsteigen und mit trillerndem Gesang wieder herabgleiten. Die Art ist überwiegend monogam, wobei es Hinweise auf gelegentliche Bigynie gibt – ein Weibchen legt dann zwei Gelege bei verschiedenen Männchen ab.

Das Nest ist eine flache, spärlich