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Blaugrüne Mosaikjungfer

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Tierart – Insekten > Libellen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Aeshna cyanea (O. F. Müller, 1764)
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
  • Familie: Edellibellen (Aeshnidae)
  • Gattung: Mosaikjungfern (Aeshna)
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Gartenteiche, Waldweiher, Moorgewässer
  • Körperlänge: 67–76 mm
  • Flügelspannweite: 95–110 mm
  • Gewicht: ca. 0,7–1,2 g
  • Lebenserwartung: Gesamtentwicklung 1–2 Jahre; adultes Stadium ca. 6–10 Wochen

Aussehen & Merkmale

Die Blaugrüne Mosaikjungfer gehört zu den größten und auffälligsten Libellen Mitteleuropas. Ihr Körperbau ist schlank und langgestreckt, typisch für die Edellibellen. Der Thorax (Brustabschnitt) zeigt auf schwarzem Grund zwei breite, grüne Seitenbänder, die als wichtiges Bestimmungsmerkmal dienen. Auf der Oberseite des Thorax befinden sich zwei schmale, ebenfalls grüne Antehumeralstreifen.

Der Hinterleib (Abdomen) trägt ein namensgebendes Mosaikmuster aus blauen und grünen Flecken auf schwarzem Grund. Bei den Männchen dominieren auf den hinteren Segmenten blaue, auf den vorderen grüne Flecken. Weibchen sind insgesamt grüner gefärbt, ihre Flecken variieren zwischen grün und gelblich-grün – blaue Anteile fehlen meist oder sind nur angedeutet. Die großen Facettenaugen sind bei beiden Geschlechtern blaugrün und berühren sich auf der Kopfoberseite in einer langen Naht, wie es für Großlibellen typisch ist.

Die vier durchsichtigen, nur leicht gelblich getönten Flügel weisen ein dichtes Adernetz auf. Das Flügelmal (Pterostigma) ist bräunlich und relativ lang. Die Beine sind schwarz und mit Dornen besetzt, die beim Beutefang als Fangkorb eingesetzt werden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Aeshna cyanea erstreckt sich über weite Teile Europas – von der Iberischen Halbinsel bis nach Westsibirien, von Südskandinavien bis nach Nordafrika. In Mitteleuropa zählt sie zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Großlibellen.

Hinsichtlich der Habitatwahl ist die Blaugrüne Mosaikjungfer ausgesprochen anpassungsfähig. Sie besiedelt nahezu alle Typen stehender und langsam fließender Gewässer: Waldweiher, Gartenteiche, Moorgewässer, Kiesgruben, Gräben und selbst kleinste Tümpel. Als einzige mitteleuropäische Großlibelle brütet sie regelmäßig an Gartenteichen, was ihr einen hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung einbringt. Sie bevorzugt beschattete oder halbschattige Biotope mit reichlich Ufervegetation, nimmt aber auch besonnte Gewässer an. In den Alpen kommt sie bis in Höhenlagen von etwa 1.800 Metern vor.

Abseits der Fortpflanzungsgewässer trifft man adulte Tiere häufig in Wäldern, an Waldrändern, in Gärten und Parks an, wo sie in beträchtlicher Entfernung vom nächsten Gewässer jagen.

Ernährung

Wie alle Edellibellen ist die Blaugrüne Mosaikjungfer ein reiner Räuber – sowohl im Larven- als auch im Adultstadium. Die Imagines (erwachsenen Tiere) jagen im Flug eine Vielzahl von Insekten: Mücken, Fliegen, kleinere Schmetterlinge, Blattläuse und andere Fluginsekten. Die Beute wird mit den dornenbewehrten Beinen im Flug ergriffen und in der Regel noch fliegend verzehrt. Gelegentlich werden auch ruhende Insekten von Blättern oder Baumstämmen abgelesen.

Die Larven (Nymphen) leben als aquatische Raubtiere am Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen. Sie ernähren sich von Wasserflöhen, Mückenlarven, Eintagsfliegenlarven, kleinen Kaulquappen und anderen wirbellosen Wassertieren. Ihre Unterlippe (Labium) ist zu einem vorschnellbaren Fangapparat – der sogenannten Fangmaske – umgebildet, mit dem sie blitzschnell nach Beute greifen.

Verhalten & Lebensweise

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist eine tagaktive Art. Ihre Flugzeit erstreckt sich in Mitteleuropa von Ende Juni bis Oktober, mit einem Schwerpunkt im August und September. Damit fliegt sie deutlich später als viele verwandte Arten der Gattung Aeshna, etwa die Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) oder die Braune Mosaikjungfer (Aeshna grandis).

Männchen patrouillieren ausdauernd entlang von Gewässerufern und Waldwegen. Im Gegensatz zu vielen anderen Edellibellen zeigt Aeshna cyanea eine ausgeprägte Neugier gegenüber Menschen und nähert sich häufig auf kurze Distanz – ein Verhalten, das vermutlich der Revierüberwachung dient, da sich bewegende Objekte als potenzielle Rivalen überprüft werden. Die Männchen verteidigen kein festes Revier im engeren Sinne, sondern durchfliegen regelmäßig größere Gebiete. Abends und bei kühlem Wetter ruhen die Tiere an Baumstämmen, Zäunen oder in dichter Vegetation, wo ihre Tarnfärbung der Unterseite sie gut vor Fressfeinden verbirgt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet typischerweise abseits des Gewässers statt, oft an Bäumen oder Sträuchern. Wie bei allen Libellen bildet das Paar dabei ein sogenanntes Paarungsrad: Das Männchen ergreift das Weibchen mit seinen Hinterleibsanhängen am Hinterkopf, das Weibchen biegt seinen Hinterleib zum sekundären Kopulationsorgan des Männchens an der