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Blutrote Heidelibelle

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Tierart – Insekten > Libellen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sympetrum sanguineum
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
  • Familie: Segellibellen (Libellulidae)
  • Gattung: Heidelibellen (Sympetrum)
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Feuchtwiesen, Moore
  • Körperlänge: 33–39 mm
  • Flügelspannweite: ca. 50–60 mm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung: ca. 2–3 Monate als Imago; gesamter Lebenszyklus etwa 1 Jahr

Aussehen & Merkmale

Die Blutrote Heidelibelle gehört zu den auffälligsten einheimischen Libellenarten. Geschlechtsreife Männchen zeigen eine intensive, gleichmäßig blutrote Färbung des gesamten Hinterleibs (Abdomen), die dieser Art ihren deutschen Namen verleiht. Die Brust (Thorax) ist oberseits rotbraun gefärbt, die Seiten weisen helle Streifen auf. Im Gegensatz zur nahe verwandten Gemeinen Heidelibelle (Sympetrum vulgatum) fehlen an den Beinen die charakteristischen schwarzen Längsstreifen weitgehend – die Beine der Blutroten Heidelibelle sind überwiegend schwarz mit schmalen hellen Bereichen.

Weibchen und junge Männchen sind ockergelb bis bräunlich gefärbt. Weibchen entwickeln mit zunehmendem Alter manchmal eine leicht rötliche Tönung, erreichen aber nie das intensive Rot der ausgefärbten Männchen. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist die Form der Legeröhre (Subgenitalplatte) beim Weibchen: Sie steht rechtwinklig vom Abdomen ab, was die Art von anderen Heidelibellen unterscheidet.

Die Flügel sind weitgehend transparent. An der Flügelbasis findet sich ein kleiner, gelblicher bis bernsteinfarbener Fleck, der jedoch deutlich weniger ausgeprägt ist als bei der Gefleckten Heidelibelle (Sympetrum flaveolum). Das Flügelmal (Pterostigma) ist rotbraun. Die Augen ausgewachsener Männchen sind von oben betrachtet rotbraun, bei Weibchen eher grünlich-braun.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Blutroten Heidelibelle erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht ostwärts bis nach Zentralasien. In Mitteleuropa zählt sie zu den häufigsten Libellenarten. Sie besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten und kommt von der Ebene bis in Mittelgebirgslagen vor, in den Alpen gelegentlich bis auf etwa 1.500 Meter Höhe.

Als Fortpflanzungsgewässer dienen bevorzugt stehende oder sehr langsam fließende Gewässer mit ausgeprägter Ufervegetation: Weiher, Teiche, Altarme, Torfstiche, Moorgewässer, Gräben und auch Gartenteiche. Entscheidend ist das Vorhandensein flacher, vegetationsreicher Uferzonen, in denen sich die Larven entwickeln. Die Art toleriert dabei sowohl nährstoffarme als auch mäßig nährstoffreiche Biotope.

Abseits der Fortpflanzungsgewässer trifft man die Blutrote Heidelibelle häufig auf Wiesen, an Waldrändern, in Gärten und entlang von Hecken an. Die Imagines entfernen sich zur Jagd und Reifung oft mehrere hundert Meter bis wenige Kilometer von ihren Larvalgewässern.

Ernährung

Wie alle Libellen ist Sympetrum sanguineum ein Räuber – sowohl im Larvalstadium als auch als ausgewachsenes Insekt. Die Larven leben am Gewässergrund zwischen abgesunkenem Pflanzenmaterial und ernähren sich von Wasserflöhen, Mückenlarven, kleinen Würmern und anderen aquatischen Wirbellosen. Sie sind Lauerjäger, die ihre Beute mit der vorschnellbaren Fangmaske ergreifen.

Die erwachsenen Tiere erbeuten fliegende Insekten wie Mücken, kleine Fliegen, Blattläuse und andere Kleininsekten. Die Jagd erfolgt entweder im Ansitzflug von einer erhöhten Warte aus oder im niedrigen Patrouillenflug über Wiesen und Gewässern. Die Beute wird mit den zu einem Fangkorb geformten Beinen im Flug ergriffen und oft noch während des Fluges verzehrt.

Verhalten & Lebensweise

Die Blutrote Heidelibelle ist tagaktiv und fliegt in Mitteleuropa von Ende Juni bis in den Oktober, mit einem Aktivitätsschwerpunkt im Juli und August. Sie gehört damit zu den Sommerarten unter den Libellen. An warmen, sonnigen Tagen sind die Tiere besonders aktiv.

Männchen besetzen an geeigneten Gewässern Sitzwarten auf Halmen, Zweigen oder Steinen, von denen aus sie sowohl auf Beute als auch auf vorbeifliegende Weibchen reagieren. Dabei verteidigen sie ein lockeres Revier gegen andere Männchen, sind aber weniger territorial als etwa Großlibellen der Gattung Aeshna. Rivalenkämpfe beschränken sich meist auf kurze Verfolgungsflüge.

Kühlere Witterung wird durch gezieltes Sonnenbaden ausgeglichen: Die Tiere setzen sich mit seitlich ausgebreiteten Flügeln auf dunkle Untergründe und richten ihren Körper so aus, dass die Sonnenstrahlen möglichst senkrecht auf das Abdomen treffen. Diese thermoregulatorische Verhaltensweise lässt sich an kühlen Morgen regelmäßig beobachten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung wird vom Männchen eingeleitet, das ein Weibchen im Flug ergreift und mit seinen Hinterleibsanhängen (Cerci) am Hinterkopf fixiert – das sogenannte Tandem. Das Weibchen krümmt anschließend sein Abdomen nach vorne zur sekundären Geschlechtsöffnung des Männchens, wodurch das charakteristische Paarungsrad entsteht. Die Kopulation dauert wenige Sekunden bis einige Minuten.

Die Eiablage erfolgt im Tandemflug: Das Paar fliegt gemeinsam über flache, vegetationsreiche Uferbereiche oder feuchte Wiesen. Das Weibchen