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Heidelibelle

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Tierart – Insekten > Libellen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sympetrum (Gattung mit mehreren Arten)
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
  • Familie: Segellibellen (Libellulidae)
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Moore, Feuchtwiesen, Heidegebiete
  • Größe: 30–45 mm Körperlänge, Flügelspannweite bis 60 mm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung: Imagines leben wenige Wochen bis Monate; Gesamtentwicklung (einschließlich Larvenstadium) etwa ein Jahr

Aussehen & Merkmale

Heidelibellen sind mittelgroße Großlibellen mit schlankem Körperbau und vergleichsweise kurzen Beinen. Auffälligstes Merkmal der Gattung Sympetrum ist die kräftige Rotfärbung der ausgereiften Männchen, die je nach Art von einem leuchtenden Scharlachrot bis zu einem dunklen Braunrot variiert. Weibchen und junge Männchen sind dagegen gelblich bis ockerfarben gefärbt und daher im Feld deutlich schwerer zu bestimmen.

Der Thorax (Brustabschnitt) ist robust gebaut und trägt zwei Paar transparente, gelegentlich leicht gelblich oder bräunlich getönte Flügel. Bei einigen Arten wie der Gebänderten Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum) fallen markante dunkle Flügelbinden auf. Die Flügeladerung ist fein, das Pterostigma – ein kleines, verdicktes Feld an der Flügelspitze – ist bei den meisten Arten rötlich bis bräunlich gefärbt und dient als diagnostisches Merkmal.

Die Facettenaugen sind groß und berühren sich auf der Kopfoberseite, was typisch für Großlibellen ist. Der Hinterleib (Abdomen) besteht aus zehn Segmenten und ist bei den Männchen seitlich leicht abgeflacht. Zur sicheren Artbestimmung müssen häufig die Genitalanhänge am Hinterleibsende sowie die Vulvarschuppe der Weibchen mikroskopisch untersucht werden.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Sympetrum ist in der Holarktis weit verbreitet. In Mitteleuropa kommen etwa zehn Arten vor, darunter die Große Heidelibelle (S. striolatum), die Gemeine Heidelibelle (S. vulgatum), die Blutrote Heidelibelle (S. sanguineum) und die Schwarze Heidelibelle (S. danae). Die Südliche Heidelibelle (S. meridionale) breitet sich im Zuge des Klimawandels zunehmend nach Norden aus und wird mittlerweile regelmäßig in Deutschland nachgewiesen.

Das Habitat der Heidelibellen umfasst ein breites Spektrum stehender und langsam fließender Gewässer. Bevorzugte Biotope sind flache Teiche, Weiher, Moorgewässer, Gräben, Reisfelder und temporäre Überschwemmungsflächen. Entscheidend ist ein ausreichendes Angebot an Flachwasserzonen mit Submers- oder Ufervegetation, in der die Larven Deckung finden. Einige Arten wie die Schwarze Heidelibelle zeigen eine deutliche Präferenz für saure Moorgewässer, während die Große Heidelibelle als Habitatgeneralist nahezu jeden Gewässertyp besiedelt.

Abseits der Fortpflanzungsgewässer nutzen Heidelibellen offene, sonnige Landschaftsstrukturen wie Heideflächen, Waldlichtungen und Ruderalflächen als Jagd- und Reifungshabitat. Die Namensgebung der Gattung bezieht sich auf das häufige Auftreten in Heidegebieten.

Ernährung

Sowohl Larven als auch ausgewachsene Heidelibellen sind Prädatoren. Die Larven leben am Gewässergrund oder im Pflanzenbewuchs und erbeuten dort kleine Wirbellose wie Mückenlarven, Wasserflöhe, Würmer und andere aquatische Insektenlarven. Sie nutzen eine als Fangmaske bezeichnete umgewandelte Unterlippe (Labium), die blitzschnell vorgeschleudert wird, um Beutetiere zu packen.

Die Imagines jagen im Flug oder von einer Sitzwarte aus. Sie erbeuten kleine Fluginsekten – vor allem Mücken, Fliegen und Blattläuse. Heidelibellen sind dabei weniger agile Jäger als viele andere Großlibellen und nutzen häufig die Strategie des Ansitzjägers: Sie sitzen auf einem exponierten Halm oder Zweig, starten bei Sichtung eines Beutetieres kurz auf und kehren nach erfolgreichem Fang zum selben Sitzplatz zurück.

Verhalten & Lebensweise

Heidelibellen sind tagaktive Insekten, die vor allem bei warmem Sonnenschein fliegen. In den Morgenstunden und bei kühlerer Witterung sonnen sie sich häufig auf Steinen, kahlen Bodenstellen oder niedrigen Pflanzen, um ihre Körpertemperatur auf die für den Flug nötige Betriebstemperatur zu bringen.

Männchen zeigen ein territoriales Verhalten an den Fortpflanzungsgewässern, das allerdings weniger ausgeprägt ist als bei vielen anderen Großlibellen. Statt ein Revier über längere Zeit aggressiv zu verteidigen, patrouillieren sie eher locker entlang der Uferlinie und weichen Rivalen oft aus. Abseits der Gewässer sind Heidelibellen wenig scheu und lassen sich gut beobachten – sie setzen sich gern auf Kleidung oder ausgestreckte Finger.

Viele Arten der Gattung gehören zu den letzten Libellen, die im Herbst noch fliegen. Die Große Heidelibelle kann bei milder Witterung bis in den November hinein angetroffen werden und zählt damit zu den am spätesten fliegenden Libellenarten Mitteleuropas.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung beginnt mit einem kurzen Balzflug, bei dem das Männchen ein Weibchen im Flug ergreift und mit seinen Hinterleibsanhängen am Kopf fixiert (Tandemstellung). Das Weibchen krümmt daraufhin sein Abdomen zum sekundären Kopulationsorgan des Männ